Digitalisierung und Medien / Sozialforschung

Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz

Eine Menschenhand und eine Roboterhand berühren sich mit einem Finger
Bild: geralt, pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Laut einer Bitkom-Umfrage ist das Thema Künstliche Intelligenz in der breiten Bevölkerung bekannt und die Mehrheit steht der Technologie offen gegenüber – 41 Prozent sehen darin jedoch eher eine Gefahr. Im Rahmen der Konferenz „Künstliche Intelligenz – Dein Freund und Helfer?“ zum Safer Internet Day ging es um Chancen und Risiken von Anwendungen auf Basis von Künstlicher Intelligenz.

Anwendungen auf Basis von Künstlicher Intelligenz (KI) gewinnen im Verbraucheralltag mehr und mehr an Bedeutung. Anlässlich des Safer Internet Day 2018 veranstalteten das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) und der Digitalverband Bitkom e.V. die Konferenz „Künstliche Intelligenz – Dein Freund und Helfer?“. Die Veranstaltung behandelt Chancen und Risiken von KI-Technologien und findet in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom statt.

Zwei Gesichter: Chance und Risiko

Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, sagte: „Künstliche Intelligenz (KI) ist längst in der gesellschaftlichen Debatte angekommen. Kein Beitrag, keine Konferenz ohne die Nennung ihrer zwei Gesichter: Chance und Risiko. Als Bundesregierung stehen wir dieser Technologie offen gegenüber. Anstatt zu bremsen, wollen wir fördern und verstehen. Es ist dabei unsere Aufgabe, die Auswirkungen auf den Menschen vom ersten Schritt an mitzudenken. Braucht es eine digitale Ethik? Wird Forschung transparent gemacht? Wie steht es um Haftungsfragen?

Hohes Schutzniveau aufrechterhalten

Zentrale Leitplanke für das Handeln der Politik sei die Aufrechterhaltung des hohen Schutzniveaus von Grund- und Verbraucherrechten. Entscheidende Voraussetzung für die Akzeptanz von KI sei das Vertrauen der Verbraucher/-innen in die Produkte und Serviceleistungen der Unternehmen. Eine Corporate Digital Responsibility könne hier, in Anlehnung an die Corporate Social Responsibility, ein für alle Seiten gewinnbringender Ansatz sein.

„Das BMJV fördert seit vielen Jahren den Dialog mit Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft und will vor allem Verbraucherinnen und Verbraucher durch verschiedene Initiativen immer wieder dazu ermutigen, ihre Perspektive einzubringen“, so Billen weiter.

Digitale Schlüsseltechnologie

Der Bitkom-Präsident Achim Berg sieht Künstliche Intelligenz als digitale Schlüsseltechnologie schlechthin. Deutschland gehöre hier weltweit zu den stärksten Standorten und müsse diese gute Position halten und ausbauen. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland sei davon überzeugt, das Künstliche Intelligenz ein wichtiger Faktor für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes ist.

Zum Fortschritt beitragen und dem Allgemeinwohl dienen

Weiterhin sagte Berg: „Politik und Wirtschaft müssen Szenarien entwickeln, wie Künstliche Intelligenz zum wirtschaftlichen Fortschritt beitragen und dem Allgemeinwohl dienen kann. Flankierend müssen wir Mechanismen erarbeiten, die einen möglichen Missbrauch dieser Technologie im besten Fall ganz ausschließen oder auf ein absolutes Minimum reduzieren. Wir müssen und wir können die Künstliche Intelligenz beherrschen – tun wir das nicht, beherrscht sie uns.“

Studie zeigt Verbrauchersicht auf Künstliche Intelligenz

Anlässlich der gemeinsamen Veranstaltung hat Bitkom in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage unter 1.008 Personen Daten erhoben, die die Verbrauchersicht auf das Thema Künstliche Intelligenz (KI) zeigen.

Danach ist das Thema der breiten Bevölkerung bekannt. 80 Prozent der Bundesbürger haben schon einmal von dem Begriff Künstliche Intelligenz gehört oder gelesen. Die Mehrheit von ihnen steht der Technologie offen gegenüber. 55 Prozent der Bürger sehen eine Chance in Künstlicher Intelligenz, 41 Prozent eher eine Gefahr. Zudem können sich gut zwei Drittel (69 Prozent) vorstellen, bei bestimmten Entscheidungen auf KI-Empfehlungen zurückzugreifen. Daneben sind drei von vier Bundesbürgern (76 Prozent) überzeugt, dass Künstliche Intelligenz den Alltag in Zukunft sehr erleichtern wird.

Vorteile für Wissenschaft und Forschung

Vor allem für die Forschung und Wissenschaft werden große Vorteile gesehen. 72 Prozent gehen davon aus, dass KI dort für große Durchbrüche sorgen wird. Auch dem Industriestandort Deutschland bestätigen viele Verbraucher großes Potenzial über Maschinenintelligenz. Zwei von Drei (66 Prozent) stimmen zu, dass KI-Technologien ein Wachstumsfaktor für die Wirtschaft sein werden.

Sinnvolle Einsatzmöglichkeiten im Alltag

Für viele Lebensbereiche erkennen Verbraucher sinnvolle Einsatzmöglichkeiten der Maschinenintelligenz, etwa wenn es um Wetter- und Umweltprognosen geht. 93 Prozent finden hier die Anwendung von KI sinnvoll, wenn damit früher vor Unwetter oder Katastrophen gewarnt werden kann. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz den Verkehr effizienter gestalten, Staus vermeiden, Schadstoffe verringern – das befürworten 86 Prozent der Deutschen. Acht von Zehn (82 Prozent) finden es sinnvoll, Maschinenintelligenz im Gesundheitsbereich einzusetzen, beispielsweise um Krankheiten früher zu erkennen.

Hinweis zur Methodik

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.008 Bundesbürger ab 14 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ.

Über Bitkom

Bitkom vertritt mehr als 2.500 Unternehmen der digitalen Wirtschaft, davon gut 1.700 Direktmitglieder. Bitkom fördert und treibt die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft und setzt sich für eine breite gesellschaftliche Teilhabe an den digitalen Entwicklungen ein. Ziel ist es, Deutschland zu einem weltweit führenden Digitalstandort zu machen.

Quelle: Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz vom 06.02.2018

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