Digitalisierung und Medien / Qualifizierung

Chancen der Digitalisierung zur Stärkung der beruflichen Bildung nutzen

Frau arbeitet am Schreibtisch mit einem Computer
Bild: rawpixel.com

Zum Auftakt der Fachkonferenz "Berufsbildung 4.0 – Zukunftschancen durch Digitalisierung", veranstaltet vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser, dass es auf die Ausbilder und Lehrer ankomme.

Rund 500 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Bildungspraxis diskutieren vom 28. bis 29. November 2017 in Leipzig über die Herausforderungen und Chancen, die in der zunehmend digitalisierten Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts zu erwarten sind.

Neue Möglichkeiten für die duale Berufsausbildung

"Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt eröffnet neue Möglichkeiten bei der didaktisch-methodischen Ausgestaltung der dualen Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule. Diese Möglichkeiten bieten die einmalige Gelegenheit eines dringend gebotenen Attraktivitätsschubs für die berufliche Bildung, die wir unbedingt nutzen müssen."

Qualifizierung und Weiterbildung des Ausbildungs- und Lehrpersonal

Die Digitalisierung erfordere auch eine entsprechende Qualifizierung und Weiterbildung des Ausbildungs- und Lehrpersonals, so Esser weiter. "Das BIBB wird sich deshalb für eine bundesweite Initiative 'Ausbildungspersonal und Digitalisierung' einsetzen. Damit soll für das Ausbildungspersonal ein transparenter und gleichzeitig anwendungsorientierter Service zur Verfügung stehen, um medienpädagogische Kompetenzen zu erlangen."

Denn, so der BIBB-Präsident: "Wie erfolgreich die Herausforderungen der Digitalisierung für die berufliche Bildung letztendlich bewältigt werden können, steht und fällt mit der Kompetenz des betrieblichen und schulischen Ausbildungspersonals. Auf sie kommt es an." Wenn es nicht gelinge, die Lehrer und Ausbilder mitzunehmen und sie von den Chancen der Digitalisierung zu überzeugen, werde es in der betrieblichen und schulischen Ausbildungspraxis nicht funktionieren. Der technologische Fortschritt werde, so führte Esser aus, den Arbeitsmarkt der Zukunft zum Teil radikal verändern. "Jobwechsel und Strukturwandel werden sich durch die Digitalisierung beschleunigen. Zugleich wachsen die Anforderungen am Arbeitsplatz. Diesen Wandel müssen wir verantwortungsbewusst und mit Augenmaß gestalten."

Auswirkungen der Digitalisierung auf Qualifikationsanforderungen frühzeitig erkennen

Folgen dieses Wandels seien auch veränderte Arbeitsanforderungen in Wertschöpfungsketten und Netzwerken, so Esser. "Darauf muss das Berufsbildungssystem reagieren - und zwar, indem wir zum einen die betriebliche und berufliche Weiterbildung stärken. Zum anderen gilt es, die Aus- und Fortbildungsordnungen schneller anzupassen." Darin sollten künftig Schlüsselqualifikationen wie Prozess- oder IT-Kompetenzen verstärkt Eingang finden, die immer wichtiger würden. Belege dieser Entwicklungen liefere die gemeinsame BMBF/BIBB-Initiative "Berufsbildung 4.0 - Fachkräftequalifikationen und Kompetenzen für die digitalisierte Arbeit von morgen", deren Zwischenbilanz auf der Konferenz in Leipzig vorgelegt wird.

Die gemeinsame BMBF/BIBB-Initiative zielt darauf ab, branchenübergreifend anhand ausgewählter Berufsbilder die Auswirkungen der Digitalisierung auf Qualifikationsanforderungen frühzeitig zu erkennen. Wo es nötig ist, leitet sie Handlungsempfehlungen für die Ordnungsarbeit sowie für die Weiterbildung der Ausbilderinnen und Ausbilder ab.

Weitere Informationen zur Fachkonferenz in Leipzig sowie zum Thema Berufsbildung 4.0 sind zu finden im  Internetangebot des BIBB.

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vom 28.11.2017

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