Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

BZgA unterstützt beim verantwortungsvollen Umgang mit Computerspielen & Co.

Ein Junge spielt ein Computerspiel
Bild: dantetg / pixabay.com

Anlässlich der international größten Computerspiel-Messe Gamescom, die vom 20. bis zum 24. August 2019 in Köln stattfindet, weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf die Risiken exzessiver Nutzung von digitalen Spielen hin – ob am Rechner, der Konsole, dem Tablet oder am Smartphone. Die BzgA unterstützt mit verschiedenen Informations- und Beratungsangeboten sowohl Jugendliche, als auch auch Eltern, pädagogische Fachkräfte und weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, betont: „Daten der Repräsentativbefragung der BZgA zeigen, dass 5,8 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren ein gestörtes Internet- oder Computerspielverhalten aufweisen. Insbesondere männliche Jugendliche werden durch Computerspiele dazu verleitet, lange und extensiv zu spielen. Gleichaltrige Mädchen weisen eher ein problematisches Nutzungsverhalten sozialer Netzwerke auf. Das Smartphone verführt dazu, ständig online sein zu wollen. Die Herausforderung für Eltern, Familien und Lehrkräfte ist es, Heranwachsende beim verantwortungsvollen Umgang mit Onlineangeboten zu unterstützen und dabei selbst ein gutes Vorbild zu sein.“

Smartphone verführt dazu, ständig online sein zu wollen

Nicht jede intensive Spielphase oder Mediennutzung im Leben von Jugendlichen deutet direkt auf eine pathologische Entwicklung hin. Eltern, die sich um das exzessive Spiel- oder Online-Nutzungsverhalten ihrer Kinder sorgen, sollten daher zunächst die Gründe dafür herausfinden. Das Gespräch in der Familie ist dabei das Wichtigste. Beispielsweise können schulischer Stress, Konflikte in der Familie oder im Freundeskreis sowie andere Probleme in der Schule oder Freizeit Gründe für exzessives Spiel- beziehungsweise Online-Verhalten sein. Aufmerksam sollten Eltern werden, wenn sie den Eindruck haben, dass das digitale Spielen nicht mehr eigenständig kontrolliert werden kann und es zu Entzugserscheinungen kommt, wenn nicht mehr gespielt werden kann. Diese können sich zum Beispiel in Unruhe und Nervosität, Rückzug, aggressivem Verhalten oder depressiven Verstimmungen äußern.

Informations- und Beratungsangebote der BzgA

Die BZgA hat den Elternratgeber „Online sein mit Maß und Spaß“ als Anleitung zum Umgang mit digitalen Medien in der Familie herausgegeben, der Eltern vielfältige Informationen und Empfehlungen bietet.

Auf der Internetseitewww.ins-netz-gehen.definden Jugendliche Informationen über den Reiz und die Risiken digitaler Spiele und Sozialer Netzwerke. Mit dem Online-Selbsttest „Check dich selbst“ können sie herauszufinden, ob ihr Spiel- und Online-Verhalten adäquat ist.

Das Programm „Das andere Leben“ richtet sich an alle User, die viel im Internet unterwegs sind oder eine besondere Vorliebe für Computerspiele haben, aber aus unterschiedlichen Gründen Stress oder Ärger deswegen haben.

Eine individuelle Telefonberatung zur Suchtvorbeugung der BZgA stehtunter der Rufnummer 0221/89 20 31 zur Verfügung (Montag bis Donnerstag: von 10 bis 22 Uhr und Freitag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr).

Informationen für Eltern, Lehrkräfte und andere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren finden sich im Multiplikatorenprogramm.

Die kostenlose Bestellung sämtlicher BZgA-Materialien ist im Online-Bestellsystem www.bzga.de/infomaterialien oder per Mail order@DontReadMebzga.de möglich.

Ausführliche Hintergrundinformationen stehen außerdem in der BZgA-Studie „Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2015 – Teilband Computerspiele und Internetnutzung“ aus dem Jahr 2015 zur Verfügung. 

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 15.08.2019

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