Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendpolitik

Bundesjugendkuratorium fordert Souveränität und Verantwortung in der vernetzten Medienwelt

Eine Gruppe von Kindern sitzt vor einem Computer
Bild: © Christian Schwier - Fotolia.com

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) fordert eine Medien- und Netzpolitik, die sich konsequent an den Belangen junger Menschen orientiert. Es formuliert Anforderungen an eine kinder- und jugendorientierte Netzpolitik, die ressortübergreifend und interdisziplinär ausgerichtet werden muss.

Das BJK betont das Recht junger Menschen auf Unterstützung und Förderung, um die neuartigen Potenziale einer vernetzten Medienwelt selbstbestimmt und in sozialer Verantwortung nutzen zu können. Medienkompetenzförderung muss als gesetzlicher Regelungstatbestand begriffen werden und alle Bildungs- und Erziehungsorte junger Menschen umfassen. Es bedarf eines koordinierten Vorgehens, das einheitliche Rahmenbedingungen für ein gemeinsames Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen in ganz Deutschland schafft.
      
Das Bundesjugendkuratorium (BJK) hat heute seine aktuellste Stellungnahme „Souveränität und Verantwortung in der vernetzten Medienwelt“ an den Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Herrn Lutz Stroppe übergeben. Er betonte im Rahmen der Beratung: „Im Dialog Internet, den das Bundesministerium im Jahr 2010 gestartet hat, entwickeln wir eine Kinder- und Jugendnetzpolitik, die die Interessen der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt. Die Förderung von Medienkompetenz und Elternverantwortung sowie ein zeitgemäßer Jugendschutz im Internet, der besonders die Anbieter in die Pflicht nimmt, gehören untrennbar zusammen. Ich freue mich, dass das Bundesjugendkuratorium diesen umfassenden Ansatz mit seiner Stellungnahme unterstützt.“

Der Vorsitzende des Bundesjugendkuratoriums, Herr Mike Corsa und Herr Staatssekretär Stroppe unterstreichen übereinstimmend, dass junge Menschen heute selbstverständlich in einer vernetzten Medienwelt aufwachsen, die für sie weder nur bereichernd noch ausschließlich schädigend ist. Als sprichwörtliche „Digital Natives“ nutzen sie deren Möglichkeiten virtuos und bereits im Kleinkindalter. Hierin liegen immense Potenziale, aber auch neuartige Risiken und Problemlagen. Schutz- und Förderleistungen müssen deshalb an ihren Schnittstellen systematisch aufeinander bezogen werden. Das schließt Familie und Kindertagesbetreuung genauso ein, wie Kinder- und Jugendarbeit und Schule. Der Staatssekretär dankte den Mitgliedern des BJK ausdrücklich für das in der Legislaturperiode gezeigte große Engagement und die intensive Beratung in vielen Themenfeldern.

In seiner Stellungnahme weist das BJK auf die Bedeutung der vernetzten Medienwelt in der Lebenswirklichkeit junger Menschen hin. Ähnlich der Beherrschung von Sprache und Schrift ist medienkompetentes Handeln schon längst unabdingbar geworden für ihre Weltaneignung und zwischenmenschliche Kommunikation. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung und staatliche Verpflichtung, eine umfassende Förderung von Medienkompetenz für alle Kinder und Jugendlichen sicherzustellen. Gleichermaßen haben junge Menschen ein Recht auf eine sozialverträgliche Medienwelt und einen angemessenen Schutzrahmen. Auf diesen sind Medienanbieter und Regulierungseinrichtungen gleichermaßen zu verpflichten. Schließlich benötigt eine kinder- und jugendorientierte Netzpolitik systematisches und empirisch belastbares Wissen über Prozesse der Medienaneignung und muss die Dynamik der medialen Entwicklung in den Blick nehmen. Medienkompetenzförderung, Kinder- und Jugendmedienschutz und Medienaneignungsforschung sind aus Sicht des BJK die zentralen Handlungsfelder einer kinder- und jugendorientierten Netzpolitik.  
 
Die Stellungnahme „Souveränität und Verantwortung in der vernetzten Medienwelt – Anforderungen an eine kinder- und jugendorientierte Netzpolitik“ kann als PDF heruntergeladen werden.

Quelle: Bundesjugendkuratorium (BJK)

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