Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

Broschüre „Rechte Spuren im Netz“ gibt Tipps zum Umgang mit rechtsextremen Internetseiten

„Hinschauen - Thematisieren - Vorsorgen - Aktiv handeln“: unter diesen Überschriften stellt eine neue Broschüre praktische Handlungsvorschläge bereit. Das Spektrum reicht von verbindlichen Nutzungsordnungen für den Internetzugang über Argumentationshilfen gegenüber rechtsextremen Parolen bis hin zur Stärkung der Fähigkeiten von Jugendlichen zur Mediennutzung und eigener demokratischer Medienarbeit. Den Nutzern der Broschüre werden außerdem ein kompakter Überblick über Merkmale rechtsextremer Ideologien und Gruppierungen sowie Beispiele für deren Internetauftritte an die Hand gegeben.

Rechtsextreme Gruppierungen versuchen in vielfältiger Weise, antidemokratisches Gedankengut in die „Mitte der Gesellschaft“ zu tragen. Eines ihrer wichtigsten Aktionsfelder - insbesondere im Umgang mit jungen Menschen - ist das Internet. Mit vielfältigen und häufig wechselnden Angeboten versuchen sie teils offen, teils verdeckt, Jugendliche zu erreichen und für ihre Ziele zu mobilisieren. „Wer über Propaganda von rechts aufklären und jungen Menschen helfen will, neonazistische und ausländerfeindliche Argumentationsmuster zu durchschauen, kommt um die Auseinandersetzung mit rechtsextremen Internetplattformen nicht herum“, erklärte dazu Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann bei der Vorstellung der Broschüre „Rechte Spuren im Netz“ gestern im Kabinett. „Deshalb haben sich drei Ressorts der Landesregierung daran gemacht, gemeinsam mit der Landesmedienanstalt einen praxisorientierten Handlungsleitfaden zu erstellen.“

Die von Innen-, Kultus- und Sozialministerium inhaltlich gemeinsam betreute Broschüre wendet sich gezielt an Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen, in denen das eigenständige Surfen von Jugendlichen im Netz zum Alltag gehört. „In technischen Fragen mögen die Schülerinnen und Schüler ihren Lehrern und Betreuern oft weit voraus sein. Um mit den Medieninhalten kompetent umzugehen und sie kritisch zu bewerten, benötigen sie aber Hilfe und Anleitung“, sagt Kultusministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff. „Schwierig kann bereits das Erkennen rechtsextremistischer Inhalte sein. Die vorliegende Broschüre gibt den Pädagogen Diagnose- und Argumentationshilfen und damit eine größere Sicherheit bei der Vermittlung dieser Thematik.“

Der wichtigste Teil der Broschüre widmet sich deshalb der Frage: Wie sollen Lehrer und Betreuer damit umgehen, wenn Jugendliche rechtsextreme Seiten ansteuern? Und: Mit welchen technischen Mitteln kann man dafür sorgen, dass indizierte und andere rechtsextreme Inhalte in Schule und Jugendclub gar nicht erst aufgerufen werden können?

Als ergänzendes Angebot wird Schulen über den Landesbildungsserver eine laufend fortgeschriebene Online-Liste rechtsextremer Internetauftritte angeboten. „Lehrerinnen und Lehrer sollen sich immer auf dem Laufenden darüber halten können, was auf den Bildschirmen ihrer Schule nichts zu suchen hat“, sagte Innenminister Hövelmann.

Etwa 3000 Exemplare der Broschüre sollen an Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen des Landes Sachsen-Anhalt gehen. Der beigefügte Quellenpoolhinweis führt zur Download-Möglichkeit.

Quelle: Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt

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