Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendarbeit

Bremen: „Das Ruder“ 2020 geht an vier kreative und künstlerische Medienprojekte

Auf bunten Holzklötzchen steht geschirben " The winner is"
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Unter Berücksichtigung der Kriterien Innovation, Nachhaltigkeit und der Einbindung von aktuellen Trends und Phänomenen wurden in diesem Jahr vier medienpädagogische Projekte mit dem Ruder ausgezeichnet, die innovative Formate (vor-)leben, digitale und analoge Themen verknüpfen, Barrieren abbauen und die Teilhabe für alle erleichtern.

Am 03. September 2020 wurde der Ruder-Preis der Bremischen Landesmedienanstalt in der Freien Union Brauerei Walle verliehen – in kleinerer Runde als in den Vorjahren. Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und wird am 11. September auf dem Bürgersender Radio Weser.TV ausgestrahlt.

Die Gewinner/-innen des Ruders 2020 haben eines gemeinsam: Sie gehen besonders digital und kreativ an unsere Medienwelt heran, sei es mit vertonten Kunstwerken, über das kreative Schreiben fürs Netz oder die Lösung von Alltagsproblemen mithilfe von 3-D-Druck.

Die Preisträger/-innen und ihre Projekte im Detail

Zu den vier glücklichen Preisträger(inne)n zählen in diesem Jahr:

Maike Su (Weserburg Museum für moderne Kunst, Stiftung) mit dem Projekt „Hör mal! Mein (Kunst-)Werk als Podcast"

Mit den Augen hören und mit den Ohren sehen: In diesem Projekt werden die Kunstwerke im Weserburg Museum „interviewt". Die Geschichten, Gefühle und Fantasien, die die Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren von den originalen Werken ableiten und aus ihnen herauslesen, werden ins Akustische übersetzt und zu erzählerischen Hörspielen, abstrakten Klangcollagen oder selbstkomponierten Musikstücken verarbeitet. Die Jugendlichen entdecken, wie sie digitale Medien als Hilfsinstrumente nutzen können, um sich Zugänge zur Kunst zu schaffen. Die kreativen Umsetzungen ihrer Ideen werden mit dem eigenen Smartphone und mit professionellem Audio-Equipment aufgenommen und anschließend als Podcast über soziale Medien oder als Radiosendung verbreitet. Das Projekt zeichnet sich durch die Übersetzung visuell-ästhetischer Erfahrungen in eine andere künstlerische Dimension als innovative Medienkompetenzvermittlung aus.

Jana Köckeritz und Michaela Uhlemann-Lantow (WildeBühne e.V. Bremen) mit dem Projekt „Und plötzlich stand die Welt still. Suchtprävention in Zeiten von Corona"

Dieses Projekt greift die Corona-Krise direkt auf: Im Projekt „Und plötzlich stand die Welt still" werden kleine künstlerische Videoformate mit den Spieler(inne)n der Wilden Bühne im Volkshaus produziert. In den Videos geht es um die Frage, wie junge Menschen die aktuelle Corona-Zeit erleben. Im Rahmen einer Videokonferenz werden die Videos anschließend einzelnen Schulklassen ab der 9. Klasse gezeigt. An der Videokonferenz sind auch die Darsteller*innen und Moderator*innen beteiligt, um mit den Schüler(inne)n die Themen behutsam zu erörtern, über eigene Erfahrungen in Krisensituationen zu berichten und nach möglichen Lösungsansätzen zu suchen.

Marco Bianchi (Martinsclub Bremen e.V.) mit dem Projekt „Kreatives Schreiben für das Internet – Medienkompetenz für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung!"

In diesem Projekt ist eine inklusive Webseminar-Reihe zum Thema „Kreatives Schreiben fürs Internet" zusammen mit der VHS geplant. Das Angebot richtet sich an Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, die sich für kreatives Schreiben in Onlinemedien wie Blogs oder auf Websites interessieren. Gleichzeitig richtet es sich auch an Fachkräfte in sozialen Berufsfeldern, die Texte für heterogene Zielgruppen erstellen und Kompetenzen für verständliches und gleichzeitig attraktives Texten im Onlinebereich erwerben möchten. Im Rahmen des Kurses werden über eine Binnendifferenzierung im digitalen Kursraum unterschiedliche Schwierigkeitsniveaus zur Auswahl angeboten. Die Teilnahme am Kurs ist über zwei Wege möglich, zum einen vom privaten Computer zu Hause, zum anderen über eine Präsenzbegleitung vor Ort, die bei Bedarf Unterstützung bietet.

Publikumspreis erstmalig verliehen

Zum ersten Mal wurde zusätzlich ein Publikumspreis vergeben, der dank der Online-Abstimmung von der größten Jury gewählt wurde, die man sich vorstellen kann:

Publikumspreis: Peter Schwartz (M2C – Institut für angewandte Medienforschung) mit dem Projekt „Print your World"

Im Projekt „Print Your World" ist das gemeinsame Erlernen von 3-D-Druck, 3-D-Konstruktion, die Beobachtung der eigenen Umwelt, Problemlösung, Produktentwicklung und Realisierung eigener Projekte geplant. Innerhalb eines einwöchigen Intensiv-Workshops in den Herbstferien werden spielerisch Methoden der Ideenfindung und Problemlösung erarbeitet. Gleichzeitig werden die Grundlagen des 3-D-Drucks und der Konstruktion vermittelt und erprobt. Mit dem Projekt soll Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden, Ideen vom Handy über den Computer spielerisch in 3D zu überführen und dabei ihr Tacit-Knowledge – aus Video, TV, Social Media und Gaming – einzusetzen und in verschiedene Kompetenzen und „echte" Ergebnisse zu überführen.

Die Gewinner/-innen haben ein Jahr Zeit, um ihre Projekte durchzuführen und diese auf der Ruder-Preisverleihung 2021 zu präsentieren. Wie sich die Projekte entwickeln, können Sie auf der Website MEKOcloud verfolgen.

Quelle: (bre(ma Bremische Landesmedienanstalt vom 03.09.2020

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