Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

Bayern: Projekt "GamesLab" stärkt Jugendliche für den verantwortungsbewussten Umgang mit Computerspielen

Ein Junge spielt ein Computerspiel
Bild: © Marcito - Fotolia.com

Vor knapp einem Jahr hat das JFF-Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis im Auftrag des Bayerischen Familienministeriums das Projekt GamesLab gestartet. Nun wurden erste Ergebnisse vorgestellt.

"Computerspiele fesseln Kinder und Jugendliche vor dem Bildschirm. Allerdings muss der Umgang mit ihnen gelernt sein, denn er birgt auch Risiken wie etwa exzessives Spielen oder Spiele mit massiven Gewaltdarstellungen. Um die Medienkompetenz junger Menschen zu stärken, haben wir daher gemeinsam mit dem JFF das Projekt GamesLab ins Leben gerufen. Unter enger Einbindung der jugendlichen Zielgruppe sind wir intensiv der Frage nachgegangen, wie unsere Jugendlichen am besten mit Computerspielen verantwortungsbewusst und reflektiert umzugehen lernen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen sind konkrete Handlungsempfehlungen entstanden, die Fachkräften in ihrer Arbeit mit Jugendlichen, aber auch Eltern und jungen Menschen wertvolle Orientierung und Tipps für ein altersgerechtes Computerspielen geben", so Bayerns Familienministerin Emilia Müller heute anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse zu "GamesLab".

Dr. Ulrike Wagner, Direktorin des JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, hob die Bedeutung von GamesLab für die pädagogische Arbeit hervor: "Computerspielen ist Teil der Kinder- und Jugendkultur und gehört für viele zum Alltag des Aufwachsens dazu. Unsere Befragung von jungen Vielspielenden hat gezeigt, dass vorurteilsbehaftetes und abwehrendes Verhalten der Erwachsenen junge Computerspielenden noch stärker ins Abseits bringen kann. Kinder und Jugendliche, die tatsächlich zu viel spielen, brauchen aber Unterstützung durch Fachkräfte und Eltern, um zu einem souveränen Umgang mit Computerspielen zurückzufinden. Die GamesLab-Materialien schließen eine Lücke für die pädagogische Arbeit: Mit kreativ-spielerischen Methoden und Anregungen zur Sensibilisierung, die die Ressourcen der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen, werden Wege aufgezeigt, wie pädagogische Fachkräfte mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam Spielspaß, Kreativität und verantwortliches Handeln beim Computerspielen erfahren können."

Professor Dr. Egon Endres, Präsident der Katholischen Stiftungsfachhochschule München, lobte den zielgruppenorientierten Ansatz von GamesLab: "Wir sind auf Konzepte angewiesen, die Computerspiele auch pädagogisch nutzbar machen und Heranwachsende in ihrer Medienkompetenz stärken. GamesLab hat hierzu wichtige Pionierarbeit geleistet. Vertreter von Wissenschaft und Praxis haben intensiv kooperiert und auf vielfältige Weise Jugendliche einbezogen. Besonders freue ich mich darüber, dass im Projekt mit den verschiedenen Anspruchsgruppen Wertediskurse möglich waren."

Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind deutschlandweit 300.000 junge Menschen von 12 bis 25 Jahren als exzessive Internetnutzer oder Computerspieler einzustufen. Im Rahmen des Modellprojekts "GamesLab" hat das JFF mit Unterstützung des Bayerischen Familienministeriums Ursachen für lange Spielzeiten untersucht und unter Beteiligung der jugendlichen Zielgruppe ein ganzes Bündel von Methoden erprobt, damit Kinder und Jugendliche ihre eigene Mediennutzung kritisch reflektieren und begrenzen lernen. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sind unter www.gameslab.jff.de abrufbar.

2014 unterstützt das Bayerische Familienministerium den erzieherischen Jugendschutz mit rund 1,8 Millionen Euro.

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration vom 28.02.2014

Info-Pool