Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

Baden-Württemberg Stiftung nimmt Datenschutz ins Visier

Ein abstrahierter Schlüssel
Bild: © maxkabakov - Fotolia.com

Das Datenleck bei facebook hatte die Baden-Württemberg Stiftung im April zum Anlass genommen, ihren facebook-Kanal umzustellen. Experten wie Yvonne Hofstetter, Ranga Yogeshwar oder Mirko Drotschmann beteiligen sich an der Aufklärungskampagne. Nun berichtet die Stiftung live von der republica und zieht eine erste Bilanz.

„Ist das, was Stiftungen oder auch Einzelkämpfer leisten, ein Tropfen auf den heißen Stein? Mathematiker wissen, dass vier Prozent einer Menge ausreichen, um die Menge zu verändern – oder auch zu stabilisieren, je nachdem, welche Nutzenfunktion man verfolgt. Ich habe die Hoffnung, dass schon wenige Menschen zum Salz für die Suppe werden, das die Suppe wieder schmackhaft macht“, kommentiert Yvonne Hofstetter, Expertin für künstliche Intelligenz, Juristin und Autorin des Bestsellers „Das Ende der Demokratie“. Sie ist eine der Autoren, die exklusive Beiträge zur Kampagne „BesserDatenSchützen“ beisteuern. Im Interview mit der Baden-Württemberg Stiftung erklärt sie, warum sie Social Media für „eine der größten Verrücktheiten dieses Jahrtausends“ hält.

„Wir gestalten das digitale Zeitalter nicht, indem wir nur nachmachen und mitlaufen“, sagt Dr. Stefan Brink, Datenschutzbeauftragter des Landes Baden-Württemberg. „Wer die neuen digitalen Möglichkeiten besser nutzen will, der muss auch mal ausscheren, anhalten und über seine Rolle und seine Zielsetzungen nachdenken. Dass die Baden-Württemberg Stiftung diesen Schritt jetzt getan hat, verdient Anerkennung.“

Live von der republica

Die Mobilreporterin Lisa Mathofer berichtete am 3. Mai live von der Konferenz republica in Berlin über Datenschutzthemen; es gab Stories und Live-Videos auf facebook und Instagram. „Wir haben eine unglaubliche Resonanz von Experten, Journalisten und aus der Öffentlichkeit erfahren“, erklärt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. „Das zeigt, dass wir den Nerv getroffen haben und dass es richtig ist, serviceorientiert und konstruktiv mit einem Thema umzugehen, das uns alle angeht.“

Das bekräftigt auch Peter Schaar, ehemals Bundesdatenschutzbeauftragter und heute Vorsitzender der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID) in Berlin: „Netzwerke, deren Geschäftsmodell darauf hinausläuft, die Gesellschaft auseinander zu treiben, sind nicht sozial. Im Vordergrund sollte stattdessen die Frage stehen, wie Informationstechnologie den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern kann.“

Videos, Chats und Live-Hacks

Sowohl die facebook-Seite als auch die Website www.besserdatenschuetzen.com füllen sich kontinuierlich mit Inhalten von Expertinnen und Experten. Der Journalist und Youtube-Star Mirko Drotschmann alias „MrWissen2Go“, der mittlerweile Mitglied des funk-Netzwerks von ARD und ZDF ist, erklärt in seinem Video, was Algorithmen sind und wie sie funktionieren.

Die Cybersecurity-Expertin Christine Deger beantwortet am 11. Mai um 17 Uhr live im Webinar Fragen dazu, wie man seine Daten mit einfachen Kniffen schützt, wie ein sicheres Passwort lauten sollte und wie man sicher online einkauft.

Dejan Mihajlovic, Lehrer und Blogger aus Freiburg, schreibt ab 2. Juni darüber, wie Soziale Medien das Lernen beeinflussen und wie sie im Unterricht angewendet werden können. Hacking-Experte Erwin Markowsky wird am 25.6. zeigen, wie einfach es ist, sich in ein privates Konto einzuhacken und wie man sich davor schützen kann.

Quelle: Baden-Württemberg Stiftung vom 02.05.2018 

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