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Alles. Außer Kontrolle – Aufgaben für den Jugendschutz

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Die Jahrestagung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen am 04. Dezember definiert aktuelle Handlungsfelder für Jugendschutz und Pädagogik.

Grenzen überschreiten, sich ausprobieren, die Umwelt erforschen: Eine zentrale Entwicklungsaufgabe für Kinder ist es, ihre Welt zu erkunden.  Dabei gehört es zum kindlichen Naturell, Verbote auch zu übertreten. Doch viele Eltern setzen auf Kontrolle und permanente Nähe, und nicht selten konstatieren Experten eine Überbehütung des Nachwuchses. Andere Eltern sind überfordert, ihnen gelingt es nur schwer, auf die Bedürfnisse ihrer Kinder angemessen zu reagieren. Kinder zu stärken, sie zu sozialen Personen zu erziehen und altergemäße Grenzen zu setzen sind zentrale Aufgaben auch für Pädagogen und Jugendschützer. Dabei müssen sie die Lebenswelt von Heranwachsenden im Blick haben. Die Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen diskutiert auf ihrer Jahrestagung am 4.12. 2013 aktuelle Handlungsfelder für den
Jugendschutz und feiert ihr 35-jähriges Bestehen.

"Wer lernen will, Risiken einzuschätzen und mit ihnen umzugehen, muss auch über Freiräume verfügen", hält LJS-Leiterin Andrea Urban fest. Das BGB formuliert eine Verpflichtung der Eltern, das Bedürfnis von Kindern nach selbstständigemHandeln zu berücksichtigen (vgl. § 1626 Abs. 2). Hier ist es wichtig, sie in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken: "Die Lebenswelt von Jugendlichen ist für viele Eltern ein Rätsel. Pädagogen und Jugendschützer sind gefordert, auch wenn es um die Unterstützung von Eltern geht", konstatiert Urban.

Auf der Fachtagung wird die LJS das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen beleuchten und Eckpunkte für eine zukünftige Positionierung des
Jugendschutzes benennen. Das Grußwort zum Auftakt spricht Ministerin Cornelia Rundt vom Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration. In einem Fachvortrag um 10.45 Uhr stellt Matthias Rohrer vom Institut für Jugendkulturforschung Wien/Hamburg die Lebenswelten der Jugend der 2010er Jahre vor.Um 13.45 Uhr fasst Dr. Christian Lüders vom Deutschen Jugendinstitut in München die Kernaussagen des 14. Kinder- und Jugendberichts zusammen.

Zum Abschluss veranschaulicht Prof. Dr. Malte Mienert von der University of Kerkrade/NL unter dem Titel "Jugendliche – die unbekannten Wesen" um 15.45 Uhr die Entwicklungsaufgaben von Heranwachsenden. Flankiert werden die Vorträge durch unterhaltsame Einblicke in jugendliche Lebenswelten, vermittelt durch den Schauspieler und Sozialpädagogen Bengt Kiene aus Berlin.

<media 11031>Das Programm</media>

Quelle: Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen  vom 21.11.2013

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