Digitalisierung und Medien / Kinder- und Jugendschutz

18. Fachtagung des Forums Medienpädagogik zeigt Stellenwert von Musik im Alltag von Jugendlichen

Ein Jugendlicher mit Kopfhörer überquert die Straße.
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Musik spielt im Jugendalter eine ganz wesentliche Rolle bei der Persönlichkeits-entwicklung. So lautete ein Fazit der 18. Fachtagung des Forums Medienpädagogik zur „Musik in der Lebenswelt Jugendlicher“ in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM).

Welche Bedeutung „Beatz, Sounds und Clips “ für Jugendliche haben, wie stark die Musik in der Lebenswelt Jugendlicher verankert ist, wie sie wahrgenommen wird und welches kreatives Potenzial sie wecken kann, zeigten die Referenten in drei thematischen Blöcken. Eine Ideenbörse bot Anregungen für die Praxis, vertiefte Informationen zu den Themen und konkrete Mitmachaktionen.

Schon bei der Begrüßung hatte BLM-Präsident Siegfried Schneider betont, dass es für Erwachsene generell wichtig sei, „nicht den Zugang zur jugendlichen Erlebniswelt zu verlieren“. Mit einer Reihe von Projekten richte sich die BLM deshalb auch gezielt an Eltern.

Dass der Stellenwert, den Musik bei der Identitäts- und Persönlichkeitsfindung Jugendlicher hat, tatsächlich sehr hoch ist, zeigte Prof. Dr. Dagmar Hoffmann von der Universität Siegen in ihrer Keynote auf. Mithilfe von Musik und Songtexten können Jugendliche Entwicklungsaufgaben bewältigen und ihre Identität finden.

Dies zeigt sich auch an den zahlreichen Cover-Videos, die Jugendliche zu ihren Lieblingssongs drehen und ins Netz stellen, wie Björn Dornbusch vom Forschungsinstitut für Musiktheater Bayreuth anschaulich darstellte.

"Porno-Rap als bedenklich einstufen"

Musik kann aber auch manipulieren und beeinflussen, wie der Komponist Marco Hertenstein am Beispiel von emotionsgeladener Filmmusik zeigte. Die mögliche manipulative Wirkung von Musik wird dann zur medienpädagogischen Herausforderung, wenn es um Formen wie Rechts-Rock oder Porno-Rap geht.

Um einem Missbrauch vorzubeugen, forderte die Musikprofessorin Dr. Gabriele Hofmann die Tagungsteilnehmer dazu auf, Stellung zu beziehen. So sei es nicht prüde, „Porno-Rap als bedenklich einzustufen“, warnte sie mit Blick auf die diskriminierenden Inhalte dieser Musikform.

Musik in der Bildungsarbeit

Musik ist ein Türöffner, mit dem laut JIM-Studie die meisten Jugendlichen gut erreicht werden können. Für rund 90 Prozent der Jugend ist „Musikhören“ die wichtigste Art der Mediennutzung, was dafür spricht, sie in die Bildungsarbeit einzubeziehen. Musik kann zu kreativem Umgang anregen, wie es zum Beispiel der Musikwissenschaftler Michael Krebs zeigte, der Berliner Studenten zu einer Orchesterbildung ganz besonderer Art angeregt hat. Das „DigiEnsemble Berlin“ musiziert auf Smartphones und Tablets. Ein weiterer medienpädagogischer Ansatz für den aktiven Umgang mit Musik ist die Produktion von Radiosendungen durch Jugendliche, wie es die Redaktion „Junge Talente“ auf egoFM ermöglicht.

Musik und Urheberrechte

Die Wege, die viele Jugendliche beschreiten, um sich Musik zu beschaffen, werfen ganz andere Fragen auf. „Verstöße gegen das Urheberrecht sind keine Kavaliersdelikte“, warnte Dr. Kristina Hopf von der Stabsstelle der Kommission für Jugendmedienschutz in ihrem Exkurs über „Urheberrecht und Musik“. Vor allem Tauschbörsen sollten gemieden werden, so Hopf, die empfahl, die Jugendlichen über die Folgen dieser Urheberrechtsverletzungen aufzuklären.

Abschließend betonte Moderator Dr. Erich Jooß, der Vorsitzende des BLM-Medienrats, den hohen Stellenwert der Medienpädagogik und die Verankerung dieses wichtigen Themas in den Aufgaben der BLM.

Quelle: Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) vom 23.11.2012

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