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#ichwillwählen

Spitzenpolitiker/-innen zeigen sich offen für Dialog mit jungen Menschen

Vier Erwachsene sitzen an einem Tisch und haben bunte Sprechblasen vor sich auf einem Tisch liegen.
Bild: © alotofpeople - fotolia.com

Beim #ichwillwählen-Podium des Landesjugendrings NRW bekräftigen Politiker/-innen, Jugendverbandsarbeit zu stärken – etwa durch eine Landesjugendstrategie. Diskutiert wurden die Forderungen junger Menschen zur Landtagswahl 2022. Im Fokus standen die Forderungen der Jugendverbände zur Wahlalterabsenkung und Jugendbeteiligung, zu Bildung, Nachhaltigkeit und Mobilität.

„Kinder und Jugendliche haben Meinungen zu allen Themen, die sie betreffen – und die Entscheidung darüber, was sie betrifft, fällen sie selbst!“, fasste Landesjugendring NRW-Vorsitzender Max Pilger nach 90 Minuten das vorangegangene #ichwillwählen-Podium „NRW jugendgerecht?“ zusammen.

Zuvor hatten Thomas Kutschaty ( SPD-Spitzenkandidat und Fraktionsvorsitzender in NRW), Josephine Paul (Grüne NRW-Fraktionsvorsitzende), Heike Wermer (CDU NRW-Spitzenkandidatin der Jungen Union), Marcel Hafke (Jugendpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion) und Jules El -Khatib (NRW-Linke-Landessprecher) mit Jugendverbandsvertreter/-innen des Landesjugendri ngs NRW über Jugendbeteiligung, Bildung, Nachhaltigkeit und Mobilität diskutiert.

„Wir müssen Gesetze mit einem Jugend-Check ausstatten!“

Große Einigkeit zeigten die Politiker_innen in der Wertschätzung für Jugendverbandsarbeit und drückten parteiübergreifend aus, den Kinder - und Jugendförderplan weiter auszubauen und seine Dynamisierung beizubehalten. Auf konkrete Zahlen wollte sich niemand festlegen. „Um die Folgen der Corona-Pandemie langfristig ausgleichen zu können, brauchen wir zusätzliche 4 Millionen Euro pro Jahr!“, schätzte Pilger den Bedarf.

Viel Raum nahm die Frage ein, wie Kinder und Jugendliche stärker an politischen Entscheidungen beteiligt werden können. Unter anderem Heike Wermer (CDU NRW) sprach sich dafür aus, die Beteiligung und Partizipation junger Menschen durch die Entwicklung einer Landesjugendstrategie weiterzuentwickeln. Josefine Paul (Grüne NRW) forderte: „Wir müssen Gesetze mit einem Jugend-Check ausstatten!“

Keine Einigkeit bestand hingegen in der Frage, ab welchem Alter Jugendliche in NRW wählen dürfen sollten. Der Landesjugendring NRW fordert eine Absenkung des Wahlalters: „Die Wahlalterabsenkung auf 16 Jahre muss endlich kommen – und dann gucken wir weiter“, so Pilger. Zumindest die CDU wird er davon noch überzeugen müssen. Heike Wermer sprach sich dezidiert dafür aus, das aktive an das passive Wahlrecht und damit an die Volljährigkeit zu koppeln. Alle anderen Fraktionsvertreter/-innen hingegen sprach sich für ein Wahlrecht unter 18 Jahren aus.

„Viele Jugendliche sind verloren gegangen, weil sie nicht gehört wurden!“

Impulse aus der Praxis und Stimmen junger Menschen brachten Vertreter/-innen der Jugendverbände themenbezogen an.

Annika Jülich (BDKJ NRW) stellte etwa fest: „Das Engagement junger Menschen in der Jugendarbeit wurde in der Corona-Pandemie zu wenig berücksichtigt. Uns sind junge Menschen verloren gegangen, weil sie sich nicht gehört gefühlt haben.“

Das wird die Arbeit in den Verbänden auf Jahre hinweg belasten.“, schätzte auch Pilger. Die Attraktivität von Angeboten der Jugendarbeit und die Möglichkeit, diese wahrzunehmen, stand auch beim Themenblock Mobilität im Fokus. Vanessa Mellentin (Sportjugend NRW) stellte die Forderungen nach günstigen Nahmobilitätstickets und Erreichbarkeit mit dem ÖPNV auch im ländlichen Raum. Unter dem Motto „Freie Fahrt für Freiwillige!“ sprach sie die Politiker/-innen auf ein kostenloses Ticket für Freiwilligendienstleistende an.

Heike Wermer (CDU NRW) zeigte sich ob der Gegenfinanzierung skeptisch gegenüber günstigen Tickets. Jules El -Khatib (Die Linke NRW) hingegen schlug vor, Geld statt für den Autobahnausbau für den ÖPNV auszugeben. Marcel Hafke (FDP NRW) sprach sich für ein Nebeneinander von Auto- und Radverkehr sowie ÖPNV aus.

Landtagswette zwischen Landesjugendring NRW und Landtagsfraktionen

Die angeregte Diskussion zeigte: Junge Menschen wollen mitreden und sie haben etwas zu sagen. Auch wenn sie noch nicht wählen dürfen, sollten Politiker/-innen ihnen zuhören und ihre Interessen berücksichtigen.

Die Politiker/-innen ließen sich dazu stellvertretend für ihre Fraktionen auf eine Wette mit dem Landesjugendring NRW ein: Dieser wettet, dass es den vier demokratischen Landtagsfraktionen nicht gelingt, dass mindestens 50 % der Abgeordneten der Fraktionen bis zum 14. Mai 2022 23:59 Uhr an einer Veranstaltung teilgenommen haben, auf der sie mit jungen Menschen unter 27 Jahren oder ihren Vertretungen über deren Interessen und Bedürfnisse in Bezug auf die kommende Legislatur sprechen.

Quelle: Landesjugendring Nordrhein-Westfalen vom 29.03.2022

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