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Extremismusprävention

Programme des Bundes wirken

Aus einer Schreibmaschine ragt ein Stück Papier, auf dem Rassismus geschrieben steht
Bild: Markus Winkler - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

„Demokratie leben!“ und „Zusammenhalt durch Teilhabe“ heißen die Programme, die das Familien- und Jugend- (BMFSFJ) sowie das Innenministerium (BMI) des Bundes gegen die Entwicklung von Extremismus einsetzen. Der „Zweite Bericht über [ihre] Arbeit und Wirksamkeit“ liefert nun positive Resultate. Das Programm des BMFSFJ wird finanziell gestärkt und entfristet.

Der Bericht beschreibt die Bundesprogramme Demokratie leben! (BMFSFJ) und Zusammenhalt durch Teilhabe (BMI) als tragende Säulen der Präventionsarbeit der Bundesregierung, ebenso wie das gesellschaftliche Umfeld, in dem sie wirken. Es wird aufgezeigt, wie sich die Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements zur Demokratieförderung und Extremismusprävention im Berichtszeitraum entwickelt hat und welche Ansätze besonders zielführend waren.

Im Mittelpunkt des Berichts steht das Programm „Demokratie leben!“, welches sich seit 2017 zu dem mit Abstand finanzstärksten und weitreichendsten Förderprogramm auf Bundesebene entwickelt hat. Es nimmt alle Formen von Extremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in den Blick und ist in dieser Form europaweit einzigartig. In dem Programm werden unter anderem 326 lokale Partnerschaften für Demokratie, 16 Landes-Demokratiezentren, 40 zivilgesellschaftliche Organisationen sowie 150 Modellprojekte gefördert, die sich für unsere Demokratie und gegen jede Form von Extremismus einsetzen. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind dabei die Hauptzielgruppe.

In dem Bericht wird ebenfalls auf das Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ des Innenministeriums eingegangen. Dieses seit 2010 bestehende Programm widmet sich insbesondere der Projektförderung von Vereinen und Verbänden in strukturschwachen und ländlichen Regionen.

Wertvolle Basis für demokratische Strukturen

Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Programme insgesamt als wirksam erwiesen haben und wichtige Beiträge zur Förderung demokratischen Handelns sowie zur gesellschaftlichen Prävention gegen Extremismus leisten. Es haben sich beispielsweise langfristige zivilgesellschaftliche Netzwerke entwickelt, die eine wertvolle Basis für demokratische Strukturen bilden.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz: „Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus sind Gefahren für unser Land. Deswegen stellen wir uns mit aller Kraft dagegen. Und zwar nicht nur mit warmen Worten, sondern mit klaren Taten. Wir nehmen viel Geld in die Hand, um die Vielfalt in unserer Gesellschaft zu stärken und Extremismus zu bekämpfen. Der Bericht belegt, dass wir mit unserem breiten Politikansatz und den konkreten Förderprogrammen zum Schutz unserer Demokratie auf dem richtigen Weg sind. Es war mir daher ein wichtiges Anliegen, dass wir die finanzielle Ausstattung von „Demokratie leben!“ deutlich gesteigert haben. Bis 2024 werden für das Programm insgesamt mehr als 600 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung stehen, davon allein in 2021 150,5 Millionen Euro.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht: „Extremismus, vor allem Rechtsextremismus und Rassismus sind die größten Bedrohungen für unsere offene und vielfältige Gesellschaft. Um diese zu verteidigen, braucht es konsequentes Handeln — [...] gerade auch bei der Stärkung von Prävention und demokratischem Engagement. Es ist ein großer Erfolg, dass wir „Demokratie leben!“ entfristen und 2020 mit dem erfolgreichen Bundesprogramm in eine zweite Förderperiode starten konnten. Extremismusprävention und Demokratieförderung sind Daueraufgaben. Sie sind wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land.
Seit langem setze ich mich auch für ein Demokratiefördergesetz ein. Wir brauchen diese bundesgesetzlich geregelte Grundlage für eine stabile und nachhaltige Förderung. Leider ist es in der Regierungskoalition nicht gelungen, sich in dieser Legislaturperiode auf einen solchen Gesetzentwurf zu verständigen. Mein Ziel bleibt aber ein Demokratiefördergesetz, denn wir müssen die zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich auch häufig mit großem persönlichen Risiko gegen Extremismus und Menschenverachtung engagieren, weiter stärken.“

Quelle: Bundesministerium der Finanzen vom 04.08.2021

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