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Demokratie / Kinder- und Jugendarbeit

Niedersachsen erstellt Maßnahmenplan zur Stärkung der Demokratiebildung

Drei Kinder kommen mit ihren Rucksäcke lachend aus einem Schulgebäude
Bild: © vectorfusionart - fotolia.com

Kultusminister Tonne hat einen umfassenden Maßnahmenplan zum Ausbau der Demokratiebildung an niedersächsischen Schulen im Rahmen der Initiative „Demokratisch gestalten" präsentiert. Der Plan beinhaltet unter anderem einen Erlass zur Demokratiebildung, die Stärkung der Friedensbildung, den Ausbau der Kinderrechte und Partizipation im Grundschulbereich sowie die Auslobung eines Demokratie- und eines Nachhaltigkeitspreises. Übergeordnetes Ziel der Initiative ist, Kinder und Jugendliche in ihrem Wissen und Engagement für Demokratie und Menschenrechte zu stärken, auch im praktischen Handeln.

„Mit der Stärkung der Demokratiebildung möchten wir das Engagement unserer Schulen weiter voranbringen. Die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen machen das notwendig. Wir alle sind gefordert, gefährlichen Entwicklungen wie der Zunahme von Rassismus, Rechtsextremismus, Antisemitismus, aber auch Hate Speech und Fake News entgegenzuwirken. Eine gute Bildung und damit die Schulen nehmen hierbei eine wichtige Rolle ein. Nicht nur im Unterricht selbst, sondern auch über Projektarbeit oder weiteres Engagement", so Kultusminister Grant Hendrik Tonne am 10. März 2020.

Projekte, Netzwerkverbünde und Kooperationen mit außerschulischen Partnern

Der Erlass zur Demokratiebildung soll ein Verständnis einer demokratischen Schulentwicklung auf allen Ebenen (Unterricht, Personal, Organisation) vermitteln und der einzelnen Schule Perspektiven aufzeigen, wie sie sich weiter entwickeln kann, um im Rahmen einer demokratischen und partizipativen Schulkultur Teilhabe und Engagement aller Beteiligten zu stärken. Zugleich werden auf Grundlage des Erlasses innovative Projekte, Netzwerkverbünde und Kooperationen mit außerschulischen, zivilgesellschaftlichen Partnerinnen und Partnern systematisch gestärkt bzw. gefördert. Zur Unterstützung der Schulen werden mit Erscheinen des Erlasses erläuternde, schulformbezogene Musterkonzepte zur Verfügung gestellt. „Da machen wir aber nicht halt. Wir werden zudem schauen, wie wir die Aus- sowie Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte stärker auf Demokratiebildung ausrichten können. Nicht zuletzt soll Demokratiebildung Teil der Schulleitungsqualifizierung werden", so der Kultusminister.

Primarbereich: Fokus auf Kinderrechte und Beteiligung

Im Primarbereich soll ein stärkerer Fokus auf die Bereiche Kinderrechte und Beteiligung gelegt werden. „Viele Schulen im Primarbereich haben sich die Mitwirkung von Schülern und Schülerinnen schon lange zur Aufgabe gemacht, zum Beispiel durch gewählte Klassenräte und Schulversammlungen, und manche arbeiten bereits mit anderen Schulen zusammen. Diese bestehenden guten Projekte und informellen Netzwerke wollen wir zusammenführen und so perspektivisch ein landesweites Netzwerk von Kinderrechteschulen etablieren", betont Tonne. Eine zentrale Auftaktveranstaltung hierzu soll Anfang Juni 2020 in Hannover stattfinden, zu der interessierte Schulen eingeladen werden.

Einrichtung eines Demokratie- und eines Nachhaltigkeitspreis

Künftig wird das Land zudem zwei neue Preise ausloben: Einen Demokratie- und einen Nachhaltigkeitspreis. Mit dem Demokratiepreis werden ab Herbst 2020 jährlich ca. 15 Schulen und fünf Lernorte ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise als (Schul-) Gemeinschaft für demokratiepädagogische Ziele engagieren. Für die Auswahl wird eine Jury im Niedersächsischen Kultusministerium gebildet. Als weitere Anerkennung wird es neben der Auszeichnung auch finanzielle Unterstützung für Schulen oder Lernorte für Demokratie-Projekte vor Ort geben. Seit vergangenem Jahr entwickeln zudem engagierte Schülerinnen und Schüler den Nachhaltigkeitspreis „#Projekt Erde - Lasst uns die Zukunft sein". Mit dem Preis sollen zukunftsfähige Projektideen, die kreativ und innovativ zur Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit und Klimaschutz anregen, ausgezeichnet werden.

Stärkung der Friedensbildung in Schulen

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Stärkung der Friedensbildung in niedersächsischen Schulen. Ziel dieses Vorhabens ist es, Schulen die Möglichkeit zu eröffnen, Expertinnen und Experten aus der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Friedens- und Entwicklungshilfearbeit als Referentinnen und Referenten z. B. im Rahmen von Vorträgen, Workshops oder Planspielen einzuladen. Das Kultusministerium arbeitet dabei eng mit weiteren staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren (wie Kirchen, Friedensinitiativen, Landeszentrale für politische Bildung etc.) zusammen, deren Perspektive und Expertise hierbei von großer Bedeutung ist. Es ist beabsichtigt, eine Koordinierungsstelle Friedensbildung einzurichten.

Engagement für Demokratie und Menschenrechte

Übergeordnetes Ziel der Initiative „Demokratisch gestalten" ist, Kinder und Jugendliche in ihrem Wissen und Engagement für Demokratie und Menschenrechte zu stärken – auch im praktischen Handeln in der Schule. Die Teilhabe und Partizipation soll im Rahmen der gesamten Unterrichts- und Schulkultur verwirklicht werden. „Demokratisch gestalten" beteiligt Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern sowie außerschulische Bildungspartnerinnen und -partner.

Quelle: Niedersächsisches Kultusministerium vom 10.03.2020

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