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Universitäre Bildung

Neuer Master-Studiengang Friedenspädagogik startet

Jugendliche bilden mit Ihren Händen ein Peacezeichen.
Bild: © Syda Productions - fotolia.com

Im April 2022 startet die Evangelische Hochschule Freiburg mit dem neuen Master-Studiengang Friedenspädagogik / Peace Education. Es ist der erste friedenswissenschaftliche Studiengang in Deutschland mit pädagogischem Schwerpunkt an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW). Momentan befindet er sich in der Akkreditierung.

Lässt sich Frieden lernen? Ja, sagt Karen Hinrichs, die gemeinsam mit Prof. Dr. Bernd Harbeck-Pingel den neuen Studiengang leitet.

„Konflikte gehören zum Leben und zeigen, dass sich etwas ändern muss. Werden sie mit Gewalt gelöst oder unterdrückt, eskaliert die Gewalt und zerstört die Gesellschaft. Dann nehmen politische Gewaltkonflikte, Extremismus und Autokratismus weiter zu und gefährden den Frieden international. Gerade in demokratischen Gesellschaften müssen wir doch alles tun, damit schon Kinder und Jugendliche lernen, Konflikte anders zu lösen als mit Gewalt, Abwertung und Ausgrenzung. Darum befasst sich der neue Master damit, wie sich Demokratie stärken lässt und wie Ideologien der Ungleichheit weniger mächtig sein können.“

Menschenrechtspädagogik und Friedensbildung

Friedenspädagogik bzw. Peace Education vermittelt auf wissenschaftlicher Grundlage das Handwerkszeug, um die Friedensfähigkeit von einzelnen Menschen, von Gruppen und auch Gesellschaften zu fördern. Peace Education umfasst die deutschen Begriffe Friedens- und Menschenrechtspädagogik und Friedensbildung. Dabei geht es um Menschenrechte und Menschenwürde, um die Stärkung von demokratischen und partizipatorischen Strukturen, um Chancengleichheit und Gewaltprävention. Auch die Analyse von struktureller und kultureller Gewalt, von Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung gehört dazu.

Die internationale Expertise ist im Master-Studiengang fest verankert. Professor Harbeck-Pingel: „Wir verstehen Frieden als globalen Prozess, der ohne die internationale Kompetenz aus Praxis und Wissenschaft undenkbar ist.“ Internationale Gastdozierende wirken im Studiengang mit. „Darüberhinaus entwickeln wir die Zusammenarbeit mit Hochschulen national und international, um einen intensiven fachlichen Austausch zu pflegen. Und wir planen den Austausch von Studierenden“, ergänzt Harbeck-Pingel.

Ein Beitrag zur Friedensfähigkeit der Gesellschaft

In Deutschland gibt es bereits an mehreren Universitäten politikwissenschaftlich geprägte Studienangebote der Friedens- und Konfliktforschung. Mit diesem neuen Master bietet erstmals eine Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) ein Studium für Friedenspädagogik an. „Unser Master richtet sich vor allem an Menschen, die durch Bildungsarbeit zur Friedensfähigkeit der Gesellschaft beitragen können, die beispielsweise in Konflikten vermitteln wollen und Kompetenzen der Mediation erlernen möchten“, sagt Hinrichs.

Mit dem Master Friedenspädagogik eröffnen sich Tätigkeiten als Friedensreferent/-in, als Konfliktberater/-in oder als Fachkraft für Friedensarbeit. „Friedenspädagogen/-pädagoginnen werden in vielen Bildungseinrichtungen gebraucht, in Schulen und im außerschulischen Bereich, in der Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern, in der politischen Bildungsarbeit, etwa in der rassismuskritischen oder diversitätssensiblen Arbeit“, führt Hinrichs weiter aus.

Tätigkeitsfelder der Friedenspädagogik

Als Arbeitgeber kommen Bildungsträger und zivilgesellschaftliche Organisationen in Betracht, die in der sozialen und der entwicklungsbezogenen Arbeit tätig sind. Sowohl Kirchen als auch nichtkirchliche NGOs setzen oft einen Schwerpunkt im Bereich der interkulturellen und interreligiösen Friedens- und Menschenrechtsarbeit.

Für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bräuchten nationale wie internationale Organisationen und Initiativen gut ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen, die sowohl in der Sozialen Arbeit, als auch im Bildungsbereich einsetzbar seien, ergänzt Hinrichs.

Harbeck-Pingel: „Unser neues Masterangebot ist sehr gut bei uns an der Evangelischen Hochschule angesiedelt. Wir haben einen großen Anteil wissenschaftlicher Expertise im Haus, die in den Studiengang einfließt: zum Beispiel zu Sozialer Arbeit, Politik, Psychologie, Pädagogik, Theologie und Religionswissenschaften."

Weitere Informationen

Bewerbungen für den Master Friedenspädagogik/ Peace Education sind ab Oktober 2021 möglich.

Weiterführende Informationen zum Studiengang finden sich auf den Internetseiten der Evangelischen Hochschule Freiburg.

Quelle: Evangelische Hochschule Freiburg

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