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Pädagogisches Konzept

Mehr Mitbestimmung für benachteiligte Jugendliche

Unterschiedliche Symbole sind auf Packpapier abgebildet und in einem ausgerissenen Streifen steht das Wort Partizipation.
Bild: © magele picture - fotolia.com

Das Projekt „Gesellschaftliches Engagement von benachteiligten Jugendlichen fördern“ der Universität Hamburg und der Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wie Jugendarbeit helfen kann, diese Zielgruppe am demokratischen Prozess zu beteiligen. Der Stifterverband zeichnete diese Initiative mit der Hochschulperle des Monats Oktober aus.

Sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche haben es besonders schwer, ihren Anliegen in der Gesellschaft Gehör zu verschaffen. Zudem lehnen sie etablierte Politikformen oft ab.

Die Hochschulperle Offene Wissenschaft geht im Oktober an die Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg und die Bertelsmann Stiftung. Ausgezeichnet wird das gemeinsame Projekt „Gesellschaftliches Engagement von benachteiligten Jugendlichen fördern“, das wissenschaftlich fundierte und praxiserprobte Methoden für die Kinder- und Jugendarbeit entwickelt hat. Ziel ist es, junge Menschen mit besonders schwierigen Lebensumständen für die demokratische Willensbildung zu begeistern und ihnen mehr politische Mitbestimmung zu ermöglichen.

Pädagogisches Konzept in der Praxis erprobt

Um die Lebenswirklichkeit betroffener Kinder und Jugendlicher mit gesellschaftlich-demokratischem Engagement zu verbinden, hat das 2012 ins Leben gerufene Projekt ein pädagogisches Konzept entwickelt. Die darin enthaltenen Methoden wurden in der Praxis überprüft und stetig weiterentwickelt. Dazu wurden sowohl die Erfahrungen der pädagogischen Fachkräfte als auch die der Jugendlichen in Modellprojekten in Kinder- und Jugendeinrichtungen in Mainz, Berlin, Magdeburg und Halberstadt wissenschaftlich erhoben und ausgewertet.

Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in einer dreibändigen Buchreihe veröffentlicht und finden über verschiedene Fortbildungsangebote zur Kinder- und Jugendarbeit Eingang in die Praxis – etwa auf jährlichen Sommerakademien der Bertelsmann Stiftung mit jeweils über 200 Teilnehmern. Auch große bundeslandweite Träger und Fachbehörden (etwa die Landesjugendämter Westfalen-Lippe, Rheinland und Berlin) haben die praxisrelevante Qualität des Konzepts erkannt und in ihren eigenen Fortbildungen übernommen.

„Die demokratische Teilhabe aller Mitglieder unserer Gesellschaft ist die Grundlage für das Fortbestehen unserer Demokratie, insbesondere in Zeiten zunehmender Politikverdrossenheit“, begründet die Jury des Stifterverbandes ihre Entscheidung. „Das Projekt der Universität Hamburg und der Bertelsmann Stiftung leistet hier einen großartigen Beitrag und verbindet theoretische Forschung und Praxis auf eindrucksvolle Weise.“

Details zum Projekt finden sich auf der Webseite der Bertelsmann Stiftung.

Hochschulperlen

Hochschulperlen sind innovative, beispielhafte Projekte, die in einer Hochschule realisiert werden. Weil sie klein sind, werden sie jenseits der Hochschulmauern kaum registriert. Weil sie glänzen, können und sollten sie aber auch andere Hochschulen schmücken. Jeden Monat stellt der Stifterverband eine Hochschulperle vor. Aus den Monatsperlen wird einmal im Jahr per Abstimmung die Hochschulperle des Jahres gekürt. Im Jahr 2020 steht die Auszeichnung unter dem Oberthema "Offene Wissenschaft". Es geht dabei um neue Herangehensweisen in Forschung und Lehre, die jenseits etablierter Formen und Formate Wissenschaft mit Gesellschaft und Wirtschaft zusammenbringen. Ziel der auszuzeichnenden Initiativen und Projekte soll es sein, Innovationen zu fördern und den gesellschaftlichen Nutzen von Wissenschaft zu stärken.

Quelle: Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e.V. vom 19.10.2020

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