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Demokratie / Freiwilliges Engagement

Gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Antifeminismus: Heike Radvan erhält Alice Salomon Award 2020

Kranz aus Olivenbaum-Blättern liegt aus Holztisch
Bild: © blackboard1965 - Fotolia.com

Prof. Dr. Heike Radvan wurde am 11. Januar 2020 für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Antifeminismus mit dem mit 6.000 Euro dotierten Alice Salomon Award ausgezeichnet. In der DDR geboren und aufgewachsen, engagiert sich Heike Radvan seit vielen Jahren für antirassistische Praxis, die Rechte von Frauen und die queere Community sowie gegen Antisemitismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Soziale Arbeit als Lebensaufgabe

Heike Radvan wurde 1974 auf Rügen geboren und studierte später Soziale Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Darauf folgte eine 15-jährige Tätigkeit bei der Amadeu Antonio Stiftung, wo sie unter anderem Ausstellungen wie „Das hat's bei uns nicht gegeben! – Antisemitismus in der DDR“ und „Germany after 1945: A society confronts antisemitism, racism and neo-nazism“. verantwortete. In der Stiftung baute sie außerdem die „Fachstelle Gender und Rechtsextremismus“ auf und wies damit früh auf die Rolle von Frauen innerhalb der rechten Szene hin. Mit Gründung des Vereins „Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern“ etablierte sie diesen Ansatz später auch im ländlichen Raum.

Heike Radvan promovierte zum Thema Pädagogisches Handeln und Antisemitismus; ihr aktuelles Buch trägt den Titel „Rechtsextreme Frauen – Analysen und Handlungsempfehlungen für Soziale Arbeit und Pädagogik“. Radvan setzt ihre Arbeit seit 2017 als Professorin für Methoden und Theorien Sozialer Arbeit an der Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg fort. Auch in der brandenburgischen Stadt engagiert sie sich stark für ein demokratisches Gemeinwesen.

Engagiert, mutig, innovativ

Für Ihr mutiges und innovatives Wirken in Lehre und Forschung sowie für ihr persönliches Engagement erhält die Erziehungswissenschaftlerin und Sozialpädagogin nun den Alice Salomon Award.

Aus der Begründung der Jury: „Heike Radvan ist unbequem: Sie fordert politische Akteure ebenso wie Verantwortliche an Hochschulen oder Tätige in sozialen Arbeitsfeldern heraus, den offenen wie verborgenen rechten Tendenzen entgegenzuwirken.“ Die Wissenschaftlerin bearbeite „hochaktuelle Themen, die in den Gesellschaften Europas – und auch darüber hinaus - leider wieder verstärkt bedeutsam sind. Sie setzt Zeichen für eine offene Gesellschaft, eine wehrhafte Demokratie und für eine streitbare Soziale Arbeit.“

Über den Alice Salomon Award

Mit dem Alice Salomon Award ehrt die Hochschule Persönlichkeiten, die zur Emanzipation der Frauen und der Entwicklung der Sozialen Arbeit Herausragendes beigetragen haben und das Werk Alice Salomons im übertragenen Sinn weiterführen. Zu den bisherigen Preisträgerinnen gehören unter anderem Barbara Lochbihler, Fadéla Amara, Alice Shalvi, Marisela Ortiz, Norma Andrade und Urmila Chaudhary. Die Auszeichnung wird im Wechsel mit dem Alice Salomon Poetik Preis verliehen.

Laudator Micha Brumlik betonte bei der Preisverleihung am Samstag, den 11. Januar 2020, dass es Zeit sei zu kämpfen und bestärkte die Preisträgerin darin den Kampf weiterzuführen. Frau Radvan sei ein „Frühwarnsystem, auf das unsere Profession und Disziplin – die wissenschaftliche Sozialpädagogik – auch in Zukunft nicht verzichten kann.“ Die Rektorin der ASH Bettina Völter bedankte sich ebenfalls und überreichte den mit 6.000 Euro dotierten Preis.

Heike Radvan, die das Fachgebiet „Methoden und Theorien Sozialer Arbeit“ an der BTU Cottbus leitet, wurde von ihrer Alma Mater als eine „außerordentlich engagierte, mutige und innovative Wissenschaftlerin“ gewürdigt. „Sie setzt Zeichen für eine offene Gesellschaft, eine wehrhafte Demokratie und für eine streitbare Soziale Arbeit, die ganz im Sinn Alice Salomons die politische, praktische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Entwicklungen der Gesellschaft sucht“, heißt es in der Begründung der Jury.

Quelle: Alice Salomon Hochschule Berlin vom 10.01.2020 / Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg vom 13.01.2020

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