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Demokratie / Qualifizierung

Gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit: Modellprojekt entwickelt Schulungsmaterialien

Ein Vortragender vor einem kleinen Publikum hält einen Stift in seiner linken Hand.
Bild: © F8studio - fotolia.com

Im Projekt „Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“ an der Hochschule Landshut entwickeln die Forschenden unter Leitung von Prof. Dr. Mihri Özdogan Handlungskonzept für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. Die Schulungsmaterialien, die hier erarbeitet werden, sollen bundesweit zum Einsatz kommen und den Fachkräften den professionellen Umgang mit Antisemitismus im Arbeitsalltag erleichtern.

Menschenfeindliche Äußerungen und Handlungen gefährden die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Daher fördert das Bundesfamilienministerium mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ Projekte, die sich für Demokratie und gegen Menschenfeindlichkeit einsetzen. Eines dieser Projekte ist „Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“ an der Hochschule Landshut. Gemäß den Zielen des Bundesprogramms (Demokratie fördern. Vielfalt gestalten. Extremismus vorbeugen.) entwickeln die Forschenden unter Leitung von Prof. Dr. Mihri Özdogan Handlungskonzepte für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, die im Arbeitsalltag mit Antisemitismus in Berührung kommen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert das Projekt, das bis Ende 2024 läuft, mit 718.000 Euro. Die gesamte Projektsumme liegt bei über einer Million Euro.

Materialien sollen bundesweit zum Einsatz kommen

„Unser Vorhaben orientiert sich an der Praxis und gilt als Modellprojekt“, erklärt Özdogan, „das bedeutet, dass die Produkte, die wir entwickeln, später bundesweit angewendet werden und in die Regelstrukturen einfließen sollen.“ Dazu führt das Forschungsteam im ersten Schritt Interviews mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in ganz Bayern, um den Bedarf und die Kompetenzen zu analysieren. „Wir schauen uns an: Existieren in den Beratungsstellen bereits Leitlinien, Programme oder Schulungsmaterial und wie sind diese beschaffen?“, so Özdogan. Auf dieser Grundlage erstellen die Forschenden anschließend ein Schulungskonzept, das zum einen den professionellen Umgang mit Antisemitismus im Arbeitsalltag unterstützt und zum andern zeigt, wie die Sozialarbeiterinnen und -arbeiter als Multiplikatoren selbst Wissen im Bereich politischer Bildung vermitteln können. Dazu werden Schulungsunterlagen entwickelt, diese in Workshops erprobt und anschließend für die Bildungsarbeit angeboten.

Lösungen für diskriminierungsfeindliches Leben

Mit dem Programm will das Bundesministerium das Verständnis für Demokratie stärken, allen Menschen ein diskriminierungsfreies Leben ermöglichen und die Entstehung von menschenfeindlichen Phänomenen verhindern oder frühzeitig unterbrechen. Dass das Thema gerade auch für Bayern relevant ist, zeige laut Özdogan der Koalitionsvertrag der bayerischen Landesregierung: „Hier ist ausdrücklich der Wunsch vermerkt, im Bereich Antisemitismus aktiv sein zu wollen.“ Zudem habe Bayern dringend Bedarf an Strukturen im Bereich politischer Bildung. Während andere Bundesländer mit Projekten im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ stärker vertreten seien, warb Özdogan in der letzten Förderperiode das erste Projekt in Bayern ein – damals zum Thema antimuslimischer Rassismus.

Quelle: Hochschule Landshut vom 26.02.2020

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