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Demokratie / Sozialpolitik

Für Demokratie und gegen Rassismus: Diakonie fordert zügige Umsetzung des Demokratiefördergesetzes

Viele bunte Regenschirme schweben aufgespannt in der Luft.
Bild: © Ricardo Resende/Unsplash   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Das Engagement für eine starke Demokratie sei eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe, betont die Diakonie Deutschland anlässlich der Sitzung des Kabinettsausschusses gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Die Perspektiven der Menschen, die unter rassistischer Diskriminierung leiden müsse durch mehr Mitsprache verbessert werden.

Auch müssten Programme zur allgemeinen Demokratieförderung sowie zur Stärkung der sozialen, materiellen und politischen Teilhabe von Menschen, die trotz des grundgesetzlichen Gleichheitsgebots rassistische Diskriminierung erfahren, zukünftig dauerhaft unterstützt werden können.

Bei der ersten Sitzung des Kabinettsausschusses gegen Rechtsextremismus und Rassismus im Mai hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer die Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus als Antwort auf die Terroranschläge in Hanau und Halle zur Chefsache erklärt. In der aktuellen Anhörung am 02. September 2020 wurden Vertreterinnen und Vertreter von Migrantenorganisationen angehört. Ziel des Kabinettsausschusses ist es, bis Herbst dieses Jahres weitere konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus zu entwickeln.

Stärkeres Vorgehen gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: „Wir begrüßen die Einrichtung des Kabinettsausschusses durch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es ist ein wichtiges Signal, das Vorgehen gegen Rassismus und Rechtsextremismus zur Chefinnensache zu machen und fest in der Regierung zu verankern. Wir erwarten, dass der Kabinettsausschuss jetzt die Initiative ergreift und die Perspektiven der Menschen, die unter rassistischer Diskriminierung leiden, durch mehr Mitsprache verbessert. Aufmerksamkeit verdient daher die Idee der Migrantenorganisationen für einen ‚Partizipationsrat Einwanderungsgesellschaft‘, der aus Perspektive von Eingewanderten und von Rassismus betroffenen Menschen beratend und empfehlend an der Erarbeitung von Gesetzen mitwirkt und Diskussionen öffentlich begleitet.“

Besonders unterstützt die Diakonie die Forderung nach einer gesetzlichen Grundlage für die Demokratieprojekte des Bundes. „Das Engagement für eine starke Demokratie ist eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe. Die Große Koalition muss noch vor der Bundestagswahl im kommenden Jahr ein Demokratiefördergesetz verabschieden. Nur so kann der Bund dem dringenden Bedarf für eine nachhaltige Strukturförderung von Initiativen für Demokratie und gegen Rassismugesetzlichen Grundlage für die Demokratieprojekte des Bundes. s entsprechen“, so Lilie weiter.

Eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe

Neben Solidarität mit den Betroffenen von Rassismus sind Programme zur Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit ein wichtiger Aspekt, um Demokratiefeindlichkeit zu begegnen und um Migrantinnen und Migranten eine gesamtgesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Förderprogramme wie „Demokratie leben!“ und „Zusammenhalt durch Teilhabe“ leisten dazu einen wesentlichen Beitrag.

Die Diakonie Deutschland fordert darüber hinaus die Korrektur des Begriffs „Rasse“ aus dem Diskriminierungsverbot in Artikel 3 des Grundgesetzes. Zeitgemäß wäre es, ihn durch das Verbot "rassistischer Diskriminierung" zu ersetzen. Dazu hat das Forum Menschenrechte einen Formulierungsvorschlag erarbeitet.

Weiterführende Informationen zur Sitzung des Kabinettsausschusses finden sich bei der Bundesregierung. Die Diakonie Deutschland hat eine Themensammlung zu Demokratieförderung und Migration veröffentlicht. 

Quelle: Diakonie Deutschland, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. vom 03.09.2020

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