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Demokratie / Ganztagsbildung

Es braucht mehr Werte- und Demokratieerziehung an Schulen

Schüler/-innen schauen gemeinsam mit ihrem Lehrer in einer Bibliothek auf einen Globus.
Bild: © WavebreakmediaMicro - Fotolia.com

Anlässlich der im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlichten „Mitte-Studie“ fordert der Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE) eine intensivere Werte- und Demokratieerziehung an Schulen. Hierfür brauche es insbesondere eine entschiedenere Unterstützung durch die Politik.

VBE-Vorsitzender Udo Beckmann zur neuen Mitte-Studie: „Der zunehmenden Verrohung der Umgangsformen in unserer Gesellschaft und antidemokratischen und antipluralistischen Tendenzen muss bereits in der Schule durch eine intensivere Werte- und Demokratieerziehung begegnet werden.“

Alarmsignal für die Gesamtgesellschaft

„Wenn in der jüngeren Generation gestiegene Zustimmungen zu fremdenfeindlichen und rechtsgerichteten Einstellungen festzustellen sind, muss das ein Alarmsignal für uns als Gesamtgesellschaft sein, dem wir bereits in der Schule begegnen müssen“, so Beckmann. „Eltern wie auch Lehrkräften ist das Thema Werte- und Demokratieerziehung an Schule elementar wichtig, wie eine vom VBE beauftragte Umfrage zum Thema Werteerziehung zeigt. Was die Studie aber auch mehr als deutlich macht ist, dass Schulen häufig die für eine adäquate Umsetzung notwendigen Gelingensbedingungen verweigert werden. Hier braucht es eine entschiedenere Unterstützung durch die Politik“, fordert Beckmann.

VBE fordert mehr Unterstützung durch die Politik

„Dass jede Schülerin und jeder Schüler im Laufe der Schullaufbahn ein Grundgesetz erhalten soll, wie es die Kultusministerkonferenz (KMK) jüngst empfohlen hat, ist zwar begrüßenswert, allerdings ersetzt die Übergabe eines Buches noch nicht die fehlende Zeit zur Auseinandersetzung mit demokratischen Werten und die Verankerung in den Lehrplänen. Und die ist notwendig, um negativen Entwicklungen, wie sie die „Mitte-Studie“ aufzeigt, von Anfang an entgegenzuwirken“, erläutert Beckmann.

Der VBE hat auf Basis der Ergebnisse der von ihm beauftragten Werteerziehungsumfrage folgende Forderungen formuliert:

  • Die feste fächerübergreifende Verankerung und deutlich stärkere Priorisierung aller Erziehungs- und Bildungsziele in den Lehrplänen von Schulen.
  • Mehr Flexibilität, freie Gestaltungsräume und vor allem mehr Zeit für Schule, um Werte- und Demokratieerziehung zu implementieren und erlebbar machen zu können.
  • Basierend auf einem Diskurs von Politik und Gesellschaft die Verständigung auf einen gemeinsamen Wertekanon, der Orientierung für alle Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und Eltern bietet.
  • Entschiedenes Handeln von der Politik, welches für die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen, Rahmenbedingungen und Unterstützungsleistungen sorgt. Unter anderem die Einsetzung multiprofessioneller Teams, den Ausbau von qualitativer, werteorientierter Ganztagsschule und adäquate Voraussetzungen für die Erziehungspartnerschaft zwischen Lehrkräften und Eltern.
  •  Ein verbessertes, intensiveres und standardisiertes Angebot von Veranstaltungen zur Werteerziehung in allen Phasen der Lehreraus- und -fortbildung, welches die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Werteverständnis zum Ziel hat.
  • Ein verstärktes gesellschaftliches Engagement, welches außerschulische Angebote an Schule heranträgt und Lehrerinnen und Lehrer bei der Werteerziehung unterstützt.

Quelle: Verband Bildung und Erziehung e.V. vom 25.04.2019

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