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Demokratie / Freiwilliges Engagement

Deutscher Präventionstag fordert gesamtgesellschaftliche Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung

Orangefarbene Holzfiguren stehen in einer Reihe.
Bild: © Ralf Geithe - fotolia.com

Der Deutsche Präventionstag fordert gemeinsam mit seinen zentralen Partnern alle politisch Verantwortlichen im Bund, den Ländern und Kommunen sowie auf europäischer Ebene in der Berliner Erklärung dazu auf, sich für dauerhafte Strukturen einer vielfältigen und zivilgesellschaftlich verankerten Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung einzusetzen. Der 24. DPT findet vom 20. bis 21. Mai 2019 in Berlin statt.

Auf der Pressekonferenz am 14. Mai 2019 haben Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Aleksander Dzembritzki, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport des Landes Berlin sowie Vorsitzender der Landeskommission Berlin gegen Gewalt und der Geschäftsführer des Deutschen Präventionstages, Erich Marks die Berliner Erklärung anlässlich des 24. Deutschen Präventionstages vorgestellt. Darin fordern sie eine vielfältige, zivilgesellschaftlich verankerte Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung. Sie müsse dauerhaft finanziert und weiter professionalisiert werden.

Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung

Der Deutsche Präventionstag veröffentlicht mit seinen zentralen Veranstaltungspartnern seit 2007 eine Erklärung zum Schwerpunktthema seiner jeweiligen Jahreskongresse. In der Berliner Erklärung beschreiben die Partner den Zustand der derzeitigen deutschen Gesellschaft samt Chancen und Herausforderungen einer modernen Demokratie. Die Berliner Erklärung beruht auf fünf wissenschaftlichen Stellungnahmen, die von insgesamt neun Gutachterinnen und Gutachtern aus unterschiedlichen Disziplinen verfasst wurden. Die Erklärung richtet sich primär an die für die (Kriminal-)Prävention politisch Verantwortlichen in den Kommunen, in den Bundesländern, im Bund und in Europa, sowie an die Wissenschaft und die Fachpraxis.

„Alle politisch Verantwortlichen müssen sich stärker und nachhaltiger als bislang mit dem Verhältnis zwischen demokratischer Gesellschaftsordnung und der Prävention von Extremismus, Gewalt- und anderer erheblicher Kriminalität beschäftigen“, sagt Erich Marks, Geschäftsführer des Deutschen Präventionstages. „Das ist notwendig, gerade in Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie der zunehmende Rechtsextremismus und -populismus, die wiederkehrenden Angriffe und Anschläge gewaltorientierter Islamisten und die Ausschreitungen gewaltbereiter Linksextremisten. Auch teilweise gewaltbereite und bislang nur schwer in existierende politische Lager einzuordnende neue Bewegungen, wie beispielsweise der sogenannten ‚Gilets Jaunes‘ in Frankreich müssen berücksichtigt werden.“

Demokratieförderung beginnt bei den Jüngsten unserer Gesellschaft

„Die Berliner Erklärung zum Deutschen Präventionstag 2019 ist ein wichtiges Signal. Deshalb bin ich stolz, dass das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Teil der Bundesregierung Mitunterzeichner der Berliner Erklärung ist“, sagt Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Demokratie ist eine große Errungenschaft. Sie ermöglicht uns, soziale Konflikte friedlich zu regeln und Interessen ohne Zwang und Gewalt zu verhandeln. Alles, was unsere Demokratie ausmacht, muss immer wieder neu gelernt, geschützt und gefördert werden. Und zwar nachhaltig. Demokratieförderung beginnt bei den Jüngsten unserer Gesellschaft, denn sie prägen die Zukunft unserer Demokratie. In Deutschland sind die Demokratieförderung und auch die Extremismusprävention vielfältig aufgestellt und gut in der Zivilgesellschaft verankert. Dies ist der beste Weg, um sich der aktuellen Herausforderungen der Demokratie anzunehmen.“

Landeskommission Berlin gegen Gewalt zeichnet mit

Zusätzlich zum Deutschen Präventionstag und seiner Partner, trägt auch die Landeskommission Berlin gegen Gewalt die Berliner Erklärung mit. „Das Ziel unserer täglichen Arbeit in der Landeskommission Berlin gegen Gewalt deckt sich mit den Forderungen der Berliner Erklärung“, sagt Aleksander Dzembritzki, Vorsitzender der Landeskommission Berlin gegen Gewalt und Staatssekretär für Sport in Berlin. „Seit mittlerweile 25 Jahren lassen wir Gewaltphänomene wissenschaftlich analysieren, um die Ursachen herauszufinden und notwendige Schlussfolgerungen zu ziehen. Die gewonnenen Erfahrungen setzen wir durch Förderungen von Projekten um. Aktuell arbeiten wir an einem Gesamtkonzept ‚Berlin gegen Gewalt‘, das Präventionsmaßnahmen aus allen Senatsverwaltungen bündelt. Ein gesamtgesellschaftliches Konzept, das von der Bundesregierung getragen wird, ist genau das richtige Signal an alle Akteurinnen und Akteure in der Präventionsarbeit.“

Neben dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Jugend und Frauen, der Landeskommission Berlin gegen Gewalt und dem Deutschen Präventionstag tragen die Berliner Erklärung die Organisationen DBH – Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik, Deutsches Forum Kriminalprävention (DFK), Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) und WEISSER RING.

Weitere Informationen

Nähere Informationen zum 24. DPT finden sich auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe und auf der Kongress-Webseite

Die Kongressbesucherinnen und -besucher können sich in 120 Fachvorträgen und 44 praxisorientierten Projektspots informieren und zu unterschiedlichen Präventions-Themen austauschen. 

Im Ausstellungsbereich berichten rund 180 Ausstellende über Präventionsprojekte und aktuelle Entwicklungen in Deutschland und Europa. Außerdem gibt es Sonderausstellungen, Poster-Präsentationen, Infomobile, verschiedene Bühnenstücke sowie zahlreiche nationale und internationale Begleitveranstaltungen.

Das Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe wird mit einem Informationsstand – Standnr. 1116 in der Convention Hall I – vor Ort sein.

Quelle: Deutscher Präventionstag vom 14.05.2019

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