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Ausstellung

Deutsch-französisches Lab zur Berliner Mauer für Kinder und Jugendliche eröffnet

Ein drei Etagen hohes Mural in Berlin-Mitte zeigt Conrad Schumann, den 19-jährigen Polizisten der Volkspolizei der DDR genau in dem Moment, als er über Stacheldraht springend aus der DDR floh.
Bild: Callum parker – unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

60 Jahre nach dem Mauerbau erzählt das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) jungen Menschen die Geschichte rund um eines der bekanntesten Bilder der Welt in einer virtuellen Installation. Bis April 2022 können Kinder, Jugendliche und Schulklassen in den Berliner Räumen des DFJW in die Geschichte um den „Sprung in die Freiheit“ eintauchen.

Nach einer ersten Station im Deutschen Historischen Museum (DHM) führt Regisseur Boris Hars-Tschachotin im DFJW in einer 360°-Virtual-Reality-Installation aus dem wiedervereinigten Berlin zurück in das Jahr 1961 und stellt dabei die deutsch-deutsche Teilung sowie den Kalten Krieg in einen deutsch-französischen Kontext.

Am 15. August 1961 gegen 16 Uhr sprang der Bereitschaftspolizist Conrad Schumann an der Straßenecke Ruppiner / Bernauer Straße über den Stacheldrahtzaun in den Westteil Berlins und damit in die französische Besatzungszone. Festgehalten wurde dieser Augenblick von dem jungen Fotografen Peter Leibing. Das Bild wurde zur Ikone des 20. Jahrhunderts und laut TIME Magazine zählt es zu den hundert Fotografien, die die Welt veränderten. Heute ist es Teil des Weltdokumentenerbes der UNESCO.

Die Ausstellungsbesucher/-innen erleben mit Hilfe einer VR-Brille den Moment des historischen Sprungs aus drei Filmperspektiven: die des fliehenden Conrad Schumann in NVA-Uniform (Anton von Lucke), die des Fotografen Peter Leibing (Max von der Groeben) und die des Westberliner Polizisten Manfred Klumm (Daniel Axt). Der 360°-Raum in Farbe erfasst den historischen Moment des Sprungs multiperspektivisch und macht so das Foto aus verschiedenen Blickwinkeln erlebbar.

„Vis-à-vis“ im Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW)

Mit der Ausstellung (vom 9. November 2021 bis 30. April 2022) eröffnet auch das neue deutsch-französische Lab für Kinder, Jugendliche und Schulklassen in den Räumlichkeiten des DFJW am Molkenmarkt in Berlin. Vormittags können Schulklassen (max. 30 Personen, Schüler/-innen ab 14 Jahre) die Ausstellung besuchen, nachmittags ist sie für Einzelpersonen geöffnet (Voranmeldung erforderlich).

„Vis-à-vis“ ist ein Ort der interkulturellen Begegnung in einem deutsch-französischen und europäischen Kontext. Das Programmangebot für Schüler/-innen und Lehrer/-innen ist spielerisch und interkulturell gestaltet. Jeden Vormittag (montags bis donnerstags) werden Aktivitäten und Sprachanimationen für Schulklassen aus Deutschland und Frankreich von 8 bis 18 Jahren angeboten.

Darüber hinaus ist „Vis-à-vis“ eine Anlaufstelle und Informationsplattform für die französischsprachige Gemeinschaft in Berlin, die über die Programme des DFJW und seiner Partner informiert.

Die Ausstellung wird ermöglicht in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Historischen Museums (DHM).

Quelle: Deutsch-Französisches Jugendwerk vom 02.11.2021