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Frankfurter Buchmesse

Demokratieerziehung braucht Vielfalt in Bildungsmedien

Kinder lesen im Park
Bild: © WavebreakmediaMicro - Fotolia.com

Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse diskutierten im Forum Bildung des Verband Bildungsmedien e. V. Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Prof. Dr. Riem Spielhaus (Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung) und Dr. Martin Kloke (Cornelsen Verlag) zu dem Thema: „Vielfalt in der Schule. Was leisten Bildungsmedien?“

Dazu führte Beckmann aus: „In einer immer ausdifferenzierteren Gesellschaft, die sich in einer immer heterogeneren Schülerschaft widerspiegelt, stehen Lehrkräfte vor der wachsenden Herausforderung, Spannungen im schulischen Alltag aufzufangen und gleichzeitig die Chancen dieser Vielfalt für ihren Bildungsauftrag zu nutzen. Bildungsmedien können hier in der Themenvermittlung, aber auch in der Darstellung einer diversen Gesellschaft einen wertvollen Beitrag leisten. Insbesondere in der Primarstufe gelingt dies aber nur bedingt. Die Vielschichtigkeit unserer Gesellschaft findet sich zu oft nicht in den Schulbüchern der ersten Klassen wieder. Wenn man bedenkt, dass genau an dieser Stelle der Grundstein für die demokratische Gesellschaft von morgen gelegt wird, besteht hier dringender Handlungsbedarf.“

Der durchaus vorhandene Wille der Bildungsverlage, gesellschaftliche Entwicklungen zeitnah zu flankieren, stößt allerdings oft auf bürokratische und finanzielle Hürden, so Beckmanns Einschätzung.

„Wenn nur alle Jubeljahre Klassensätze an Schulbüchern erneuert werden können, sind die Lehrkräfte gezwungen, Arbeitsmaterial selbst zu besorgen – und das auf eigene Kosten. Hier braucht es praktikable Möglichkeiten, dies abzurechnen.“

Eine weitere nicht zu unterschätzende Herausforderung für die Schulbuchverlage gehe auch von der Digitalisierung aus. Hierzu betonte er:

„Die Chancen, die die Digitalisierung insbesondere für die Individualisierung von Unterricht bietet, sind offensichtlich. Die Fallstricke allerdings auch. Deshalb müssen endlich die vielen offenen Fragen beantwortet werden: Wie verhält es sich mit dem Urheberrecht? Wann werden den Lehrkräften praxisorientierte, flächendeckende Fort- und Weiterbildungsangebote unterbreitet? Und vor allem: Wann beginnen die Verantwortlichen damit, unsere Bildungseinrichtungen mit angemessenen Mitteln auszustatten?  Denn die Chancen der Digitalisierung können nicht genutzt werden, wenn die Politik den Schulen die Bereitstellung der notwendigen Ressourcen verweigert und es nicht gelingt, pädagogisch gut qualifiziertes Personal bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen.“

Quelle: Verband Bildung und Erziehung vom 21.10.2021

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