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Coronavirus / Digitalisierung und Medien

Tipps für Medienerziehung und Mediennutzung in Coronazeiten

Junger Mensch mit Köpfhörern schaut auf Laptop-Bildschirm auf dem das Wort Internet steht
Bild: rawpixel.com

Die derzeitigen Einschränkungen führen zu einer intensiveren Mediennutzung. Die Verantwortung für die kompetente Medienerziehung in der Familie erhält dadurch eine noch höhere Bedeutung. Die Landesmedienanstalten informieren Eltern und Fachkräfte rund um die Themen Games, Fernsehen und Smartphone und geben Tipps zur Medienerziehung sowie zu Online-Angeboten für verschiedene Altersgruppen.

Menschen aller Altersgruppen haben unterschiedliche Bedürfnisse und Fragen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Eine große Palette von Informationsangeboten, Tipps und Beiträgen der Landesmedienanstalten hilft dabei, schwierige Zeiten besser zu überstehen. Dr. Marc Jan Eumann, Direktor der LMK medienanstalt rlp: „Information, Bildung und Unterhaltung mit Medien stehen in Zeiten von Home Office, Home Schooling und geschlossenen Spielplätzen besonders hoch im Kurs. Um so wichtiger ist ein klarer Kompass, der uns hilft, verlässliche Informationen zu finden, Qualitätsmedien auszuwählen und mittels digitaler Werkzeuge mit unseren Verwandten und Freunden in Verbindung zu bleiben.“

Medientipps für verschiedene Altersgruppen

Für Kleinkinder: „Seife ist der Feind des Virus“

Kita-Kinder müssen derzeit zuhause bleiben. Kleineren Kindern die Situation mit ihren Ge- und Verboten begreifbar zu machen, ist manchmal recht schwierig. Das Ohrenspitzer-Projekt der Stiftung MKFS macht in einem Corona-Spezial Kindern verständlich, warum Händewaschen so wichtig ist. Die anschauliche Methode ist in vielen Sprachen abrufbar. Unter dem Titel „Grüße aus der Kita“ produziert das Team einer Haßlocher Kita mit dem Offenen Kanal Weinstraße eine Videoreihe mit Experimenten, Kreativ- und Bastelangeboten, die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern zuhause nachmachen und ausprobieren können. Im ersten Clip der Reihe geht es um die Herstellung von Knetseife. Die Videos sind auch außerhalb des Sendegebiets zum Beispiel über YouTube abrufbar.

Für Schülerinnen und Schüler: Tipps fürs Online-Lernen

Digitale Bildung und gute Online-Lernmaterialien haben Konjunktur, denn die Schulen sind geschlossen. Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler müssen sich in einer neuen webbasierten Bildungswelt zurechtfinden. Die EU-Initiative klicksafe hat einige Apps und Web-Ressourcen zusammengetragen, die das Homeschooling am Computer oder Tablets ganz einfach möglich machen. Auch medien+bildung.com, die Tochtergesellschaft der Medienanstalt, hat eine Linksammlung zum online-gestützten Lernen erarbeitet. klicksafe, medien+bildung.com und das Bildungszentrum BürgerMedien bieten aktuell eine Reihe von Webinaren (nicht nur) zu Medienkompetenzthemen an, für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Erwachsene.

Für Jugendliche und Erwachsene: Gegen Panikmache und Fake-News

Kein Thema ist aktuell so präsent wie die Ausbreitung und die Maßnahmen zum neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2. Die Verunsicherung vieler Menschen führt zur Verbreitung von Gerüchten und Fake News. Vor allem über die Sozialen Medien nehmen diese Falschmeldungen schnell Fahrt auf. Das Projekt klicksafe gibt deshalb Tipps für den richtigen Umgang mit Informationen zum Coronavirus.

Für Erwachsene: MEDIENFITer werden

Die Medienanstalt Hessen hat für Eltern Materialien bereitgestellt, um die Medienwelten mit ihren Kindern (neu) zu entdecken und mit Medien kreativ zu arbeiten. Auch für pädagogische Fachkräfte gibt es eine Vielzahl von Angeboten für digitales Lernen und um sich im Bereich Medienkompetenz fortzubilden. Die Medientipps finden sich unter www.lpr-hessen.de/medientipps

Tipps zur Medienerziehung

Die Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) unterstützt die Medienerziehung von Eltern, indem sie für die Bereiche Computerspiele, Fernsehen und Smartphone bewährte Adressen und Materialien zusammengestellt hat. Damit können sich Eltern, Großeltern und alle Interessierten Beratung und Hilfen für ihren aktuellen Erziehungsalltag einholen. Neben den Links zu weiterführenden Seiten und Materialien geben fachkundige Medienpädagogen Anregungen in den Audio-Interviews „Aus Sicht des Experten“.

Computerspiele/Games

Die Nutzung von digitalen Spielen ist weit verbreitet. 87% der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren spielen laut JIM-Studie 2019 wenigstens ab und zu auf ihren technischen Begleitern. Ob sich die Intensität der Spielenutzung durch den Corona-bedingten Aufenthalt zu Hause ändert, wie die Nutzung konkret aussehen kann und wie Eltern darauf reagieren können, erläutert Prof. Dr. Martin Geißler von der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH) alltagsnah im Interview. Weitere Empfehlungen zum Thema Computerspiele sind dem Factsheet „Computerspiele“ (PDF, 158 KB) zu entnehmen.

Fernsehen

Für Familien stellen die Beschulung zu Hause, die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen und die Einschränkungen der außerhäuslichen Aktivitäten in Zeiten der Corona-Pandemie eine besondere Herausforderung dar. Den Fernseher einschalten, dies scheint derzeit mehr als sonst legitim im Familienleben. Doch welche Regeln sind auch gegenwärtig zu beherzigen, um den jungen Nutzern ein gutes Erleben von Fernsehen und Video zu ermöglichen? Was gibt es für Erwachsene im Hinterkopf zu bedenken, ob, wann, wie lange und für welche Sendung die Fernbedienung in die Hand genommen wird? Sabine Eder vom Blickwechsel e.V. gibt im Interview Antworten auf diese Fragen. Weitere Empfehlungen zum Thema Fernsehnutzung sind dem Factsheet „Fernsehen“ (PDF, 182 KB) zu entnehmen.

Smartphone

„Ich will nur mal eben …“ und schnell ist der Griff zum Smartphone geschehen. Das Smartphone ist unser tagtäglicher Begleiter – für Erwachsene, Jugendliche sowie zunehmend auch für Kinder. Allzeit verfügbar bietet es momentan die Möglichkeit, Kontakt zu der Familie außerhalb des eigenen Haushalts, Bekannten und Freunden zu halten. Kommunikation verlagert sich auf die mediale Ebene. Zudem nutzen wir das Smartphone verstärkt für das Bedürfnis nach Information, Orientierung und Einschätzung. Dabei ist es wichtig, die kompetente Mediennutzung in der Familie, von Kindern, Jugendlichen und ebenfalls von Erwachsenen nicht aus den Augen zu verlieren. Im Interview mit der Medienpädagogin Dr. Iren Schulz wird den Fragen nachgegangen, wie sich die Corona-Krise auf den familiären Gebrauch von Smartphones auswirkt und wie Eltern darauf reagieren können. Weitere Empfehlungen zum Thema Smartphone-Nutzung sind dem Factsheet „Smartphone“ (PDF, 157 KB) zu entnehmen. 

Quellen: Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien vom 07.04.2020 und LMK - medienanstalt rlp vom 07.04.2020 und Thüringer Landesmedienanstalt vom 09.04.2020

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