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Coronavirus / Kindertagesbetreuung

Stellungnahme des IBEB: Professionelle Kompetenzen von Kitas und Tagespflege in der Corona-Krise nutzen

Auf einer Tafel ist eine Glühbirne mit Pfeilen gezeichnet.
Bild: © Coloures Pic - fotolia.com

Das Koblenzer Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit | Rheinland-Pfalz (IBEB) nimmt Stellung zur derzeitig bundesweiten Diskussion um die baldige Öffnung von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege in der Corona-Krise.

Am Anfang der Corona-Krise war es die Sorge um die Belastbarkeit des deutschen Gesundheitssystems und es ging vor allem um alte und gesundheitlich belastete Menschen. Die derzeitige bundesweite Diskussion um die baldige Öffnung von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege kann, so die Wissenschaftler/-innen des IBEB, den Anschein erwecken, für Kinder – aber auch deren Familien und das Einrichtungspersonals –  sei das Virus kein Problem und die Kinderbetreuung sei der Garant für das Wiederanlaufen der Wirtschaft nach der Krise.

Die Interessen der Kinder, ihrer Familien und der Beschäftigten ernst nehmen

Vor diesem Hintergrund mahnt IBEB als wissenschaftliches Institut der Hochschule Koblenz die Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und die Akteure im System der Kindertagebetreuung hinsichtlich folgender Aspekte:

„Zentraler Bezugspunkt aller Diskussionen muss das Wohl und das Interesse der Kinder sein. Es darf nicht sein, dass in dieser gesellschaftlichen Krise die Kindertageseinrichtungen zugunsten wirtschaftlicher Interessen zu Betreuungsanstalten degradiert werden“, betont Prof. Armin Schneider, Direktor des IBEB der Hochschule Koblenz. Ebenso gelte es, die Kinderrechte auf Gesundheit, Beteiligung und Schutz vor Gefahren gerade in der Corona-Krise besonders zu achten. Insgesamt müssten die Interessen der Kinder, ihrer Familien und der Beschäftigten ernstgenommen werden.

Stellungnahme zur Öffnungsdiskussion

Ausgehend von dieser Annahme, hat das IBEB in einer Stellungnahme (PDF) eine Auflistung wichtiger Aspekte vorgenommen, die in dieser Diskussion von Bedeutung sind. Es geht darin sowohl um die Einhaltung der Vorgaben zu Abstand und Hygiene als auch um Kinder in Notgruppen, eine kinderrechtliche Perspektive sowie das Nutzen der Kompetenzen von Kita und Kindertagespflege. Unter anderem wird vorgeschlagen, auch in räumlicher Distanz den Kontakt zu den Familien zu wahren und neue Wege der Unterstützung zu finden. Außerdem gelte es schon jetzt, die Zeit nach der Pandemie zu planen, beispielsweise durch krisentaugliche Betreuungsangebote und die Aufarbeitung der Erfahrungen, sodass Kinder an der Krise in ihrer Persönlichkeit wachsen könnten.

Qualitätsentwicklung im Diskurs

Das IBEB unterstützt alle Akteure der rheinland-pfälzischen Kindertageseinrichtungen in der Corona-Krise in der Weiterentwicklung der Qualität durch virtuelle Angebote, telefonische und videogestützte Beratungen. Der Ansatz „Qualitätsentwicklung im Diskurs“ wird in Absprache mit den Kindertageseinrichtungen unter besonderer Berücksichtigung der Corona-Krise „online“ weitergeführt. Derzeit werden die Akteure auch bezüglich der Umsetzung des neuen rheinland-pfälzischen KiTa-Gesetzes beraten. Bei aller wissenschaftlichen und unparteiischen Arbeit des IBEB ergreift das Institut Partei für die Kinder und deren Familien, in der Intention des § 1 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes, der von allen Beteiligten eine Erziehung der Kinder und Jugendlichen zu eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten verlangt.

Die ausführliche Stellungnahme im Wortlaut findet sich auf der Homepage des IBEB unter: www.ibeb-rlp.de

Quelle: Institut für Bildung, Erziehung und Betreuung in der Kindheit | Rheinland-Pfalz (IBEB) an der Hochschule Koblenz vom 28.04.2020

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