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Pandemiefolgen

Save the Children fordert mehr Einsatz gegen weltweiten Hunger

Schwarzer Junge hebt die arme über den Kopf und schaut ernst in die Kamera
Bild: Michael Mims - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Die Klimakrise, die Covid-19-Pandemie und langandauernde Konflikte haben die in den vergangenen Jahrzehnten erzielten Fortschritte beim Kampf gegen Hunger und Mangelernährung ins Stocken gebracht. Unter den Folgen leiden vor allem Kinder: Sie tragen durch Nahrungs- und Nährstoffmangel langfristige Wachstums- und Entwicklungsschäden davon. Nach Berechnungen von Save the Children drohen weltweit 5,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren zu verhungern, wenn nicht schnell gegengesteuert wird.

„Handeln, bevor es zu spät ist”

In Konflikt- und Krisengebieten hat sich die Ernährungssituation für Kinder besonders zugespitzt, etwa in Syrien, im Jemen, in Afghanistan, in Burkina Faso und im Südsudan.

Dazu sagt Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland: „Hunger ist heute für immer mehr Kinder auf der Welt eine eigentlich vermeidbare Realität. Die Klimakrise, die Covid-19-Pandemie und zahlreiche bewaffnete Konflikte haben die Situation wieder verschärft. Wir können nicht warten, bis diese komplexen Ursachen behoben sind. Die Weltgemeinschaft muss handeln, bevor es zu spät ist und den Hunger gezielt bekämpfen. Es gibt genug Nahrung auf der Welt, sie muss nur gerecht verteilt werden.“

Pandemie hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen

„Die Pandemie hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen“, fügt Susanna Krüger hinzu. „Covid-19 und daraus resultierende Armut haben die Zahl der Kinder, die nicht genug zu essen haben, auf ein neues Hoch getrieben. Immer mehr Kinder müssen heute wieder arbeiten gehen oder werden verheiratet, damit in der Familie eine Person weniger versorgt werden muss. Unseren besonderen Schutz brauchen Kinder in Konfliktgebieten, die nicht nur täglich auf nahrhaftes Essen verzichten müssen, sondern deren Alltag zusätzlich von Gewalt, Vertreibung, fehlender Bildung und dem Verlust von Angehörigen belastet ist. Je länger die Kämpfe im Jemen, in Syrien und in Afghanistan andauern, desto mehr steigt die Zahl der Kinder, die dort nichts zu essen haben. Die Weltgemeinschaft muss dafür sorgen, dass humanitäre Hilfe in Konfliktregionen notleidende Zivilisten erreicht.“

Politik ist zur Beendigung von Konflikten gefragt

„Um die globale Hungerkrise nachhaltig zu beenden, müssen die Ursachen von Ernährungsunsicherheit langfristig beseitigt werden“, fordert Susanna Krüger. „Dazu gehören die Beendigung von Konflikten, der Kampf gegen die Klimakrise sowie die Unterstützung lokaler Landwirtschaft. Save the Children ist weltweit im Einsatz, um mangelernährten Kindern und ihren Familien zuhelfen. Nichtregierungsorganisationen können die Hungerkrise jedoch nicht alleine bewältigen. Nur wenn die Mächtigen der Welt die Voraussetzungen schaffen, wird jedes Kind auf der Welt Zugang zu Nahrung haben.“

Quelle: Save the Children Deutschland e.V. vom 30.06.2021

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