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Coronavirus / Qualifizierung

SAGE-Verbund fordert nachhaltige Strukturveränderungen im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen

Menschenleerer Schulhof mit geschlossenen Schulgebäuden vor blauem Himmel
Bild: © Martina Berg - fotolia.com

Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der Alice Salomon Hochschule hat sich mit den Folgen der COVID-19-Pandemie befasst. Die daraus resultierende Stellungnahme „SAGE-Wissenschaftler/-innen in gesellschaftspolitischer Verantwortung“ zeigt in 11 Themenbereichen die zum Teil bereits vor der Corona-Pandemie bestehenden Herausforderungen sowie deren aktuelle Verschärfungen auf. Zudem bietet sie Expertise im Hinblick auf nachhaltige Strukturveränderungen im Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen an.

Die Corona-Pandemie droht, gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse zu verstärken und soziale Spaltungen zu vergrößern. Der SAGE-Verbund möchte durch Vorschläge von Maßnahmen und zuverlässigen Strukturen einer Verstärkung von Ungleichheiten während und nach der Pandemie entgegenwirken. Die SAGE-Wissenschaftler/-innen plädieren für ein stärkeres Zusammenwirken von Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft sowie für die konsequente Berücksichtigung sozial-, gesundheits- und bildungswissenschaftlicher Perspektiven.

11 Themenbereiche – Herausforderungen und Handlungsbedarfe

  • Care-Arbeit aufwerten – der Ausbeutung nachhaltig begegnen
  • Struktureller Benachteiligung von Frauen entgegenwirken – geschlechtergerechte Politik umsetzen
  • Gesundheitsfachberufe und Soziale Arbeit als zentrale Teile des Gesundheitssystems während und nach der Pandemie anerkennen
  • Lebenswelt- und ressourcenorientierte Ansätze im öffentlichen Gesundheitsdienst konsequent und interdisziplinär verfolgen
  • Unteilbar und solidarisch: Niemanden zurücklassen
  • Bildung gerecht gestalten
  • Kindeswohl gewährleisten – familienfreundliche Umwelten durch öffentliche Infrastruktur (wieder-)herstellen
  • Selbstbestimmte und gleichberechtige Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen jederzeit gewährleisten
  • Menschen in existenziellen Armutslagen schützen
  • Menschen mit Suchtverhalten auch unter Infektionsschutzbedingungen bedarfsgerecht beraten und begleiten
  • Institutionelle Unterstützungsangebote mit verstärkten Schutzmaßnahmen aufrechterhalten

„Die SAGE-Fächer erweitern die wissenschaftliche Diskussion um die Bewältigung der Corona- Krise. Sie steuern systemrelevantes Wissen neben den virologischen, epidemiologischen und wirtschaftswissenschaftlichen Expertisen bei“, so Co-Autorin Prof. Dr. Gesine Bär, Professorin für „Partizipative Ansätze“ in den Studiengängen der Sozialen Arbeit der ASH Berlin und der Berlin School of Public Health.

Daneben gehe es vor allem auch um die Anerkennung: „Die systemrelevanten Arbeitsbereiche, wie z.B. Kitas oder Pflege, für die wir qualifizieren, brauchen neben einer Rhetorik der Aufwertung auch eine finanzielle Anerkennung “, so Mitverfasserin Prof. Dr. Anja Voss, Professorin für Gesundheit und Bewegung im Studiengang Erziehung und Bildung in der Kindheit an der ASH Berlin.

Dem pflichtet Co-Autorin Azize Kasberg, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Public Health der ASH Berlin bei: „Gesundheitsfachberufe und Soziale Arbeit müssen als zentrale Teile des Gesundheitssystems anerkannt werden. Sie leisten wichtige Beiträge zur Bewältigung der Pandemie und ihrer Folgen.“

Wissenschaftler/-innen in gesellschaftspolitischer Verantwortung

Die ausführliche Stellungnahme „SAGE-Wissenschaftler/-innen in gesellschaftspolitischer Verantwortung“ (PDF, 3,3 MB, 12 Seiten) steht auf den Seiten der Alice Salomon Hochschule Berlin zum Download bereit.

Das Positionspapier kann per E-Mail an corona@ash-berlin.eu unter Angabe von Name, Vorname, Position, Institution und Ort unterstützt werden; für SAGE-Wissenschaftler/-innen besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die Stellungnahme per E-Mail an corona@ash-berlin.eu unter Angabe von Name, Vorname, Position, Institution und Ort mitzuzeichnen.

Kontakt

Ansprechpartner/-innen des Redaktionsteams der SAGE-Stellungnahme:

  • Prof. Dr. Gesine Bär (Professorin für „Partizipative Ansätze“ in den Studiengängen der Sozialen Arbeit und der Berlin School of Public Health) | baer@ash-berlin.eu
  • Azize Kasberg (M.Sc. Public Health, B.Sc. Physiotherapie/Ergotherapie, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ASH Berlin) | kasberg@ash-berlin.eu
  • Prof. Dr. Anja Voss (Professorin für Gesundheit und Bewegung im Studiengang Erziehung und Bildung in der Kindheit und Studiengangsleiterin des MA-Studiengangs Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik) | anja.voss@ash-berlin.eu

Über den SAGE-Verbund

Die Alice Salomon Hochschule (ASH) Berlin, die Evangelische Hochschule Berlin (EHB) und die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) haben sich im September 2019 zum SAGE-Verbund im Land Berlin zusammengeschlossen. Die drei beteiligten Hochschulen qualifizieren in Studium und Weiterbildung für Berufe in den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung - kurz: SAGE.
Durch ihre Bildungsangebote tragen ASH Berlin, EHB und KHSB dazu bei, dem Fachkräftemangel in der öffentlichen Verwaltung, der öffentlichen Gesundheitsversorgung sowie in der Arbeit freier und gemeinnütziger Träger entgegenzuwirken. Als Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) sind sie besonders dem Theorie-Praxis-Transfer verpflichtet. Dazu gehören ein enger Wissens- und Erfahrungsaustausch mit der Praxis sowie die professionelle Beratung und Förderung von Ideen, Initiativen und Gründungen in den Feldern des Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesens.

Quelle: Alice Salomon Hochschule Berlin vom 19.05.2020

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