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Coronavirus / Kinder- und Jugendarbeit

Niedersachsen: Jugendverbände enttäuscht von neuer „Corona-Verordnung“

Ein Junge mit Kapuzenpulli und umgehängten Kopfhörern steht im Wald und schaut hoffnungsvoll nach oben
Bild: Anthony Fomin - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Laut aktueller Verordnung sind gruppenbezogene und offene Angebote der Jugendarbeit in Niedersachsen nur dann erlaubt, wenn die von Fachkräften beaufsichtigt werden. Angebote der Jugendgruppen sind somit weiterhin de facto verboten, da die meisten von Ehrenamtlichen geleitet werden. Der Landesjugendring fordert eine kurzfristige Änderung der Verordnung.

„Unsere Jugendleiter/-innen sind es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen und auf Kinder und Jugendliche aufzupassen. Vor der Corona-Pandemie haben sie regelmäßig Gruppenstunden geleitet und Ferienfreizeiten geteamt ohne das Hauptamtliche dabei waren – nun sollen Angebote der Jugendarbeit nur möglich sein, wenn pädagogische Fachkräfte die Angebote beaufsichtigen?“ fragt Jens Risse aus dem Vorstand des Landesjugendring Niedersachsen e.V. nach einem Blick in die aktuelle Verordnung des Landes Niedersachsen „über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus“.

Demnach sind bis auf weiteres gruppenbezogene und offene Angebote der Jugendarbeit nur dann erlaubt, wenn die von Fachkräften beaufsichtigt werden. Für den Bereich der Jugendarbeit bedeutet dies, dass alle Angebote der Jugendgruppen weiterhin de facto verboten sind: In den Mitgliedsverbänden des Landesjugendrings sind etwa 18.000 gut qualifizierte ehrenamtliche Juleica-Inhaber/-innen aktiv, es gibt aber nur knapp 50 durch das Land finanzierte pädagogische Fachkräfte. Eine Wiederaufnahme dieser Angebote wird unter diesen Vorzeichen daher nicht möglich sein. „Dies ist sowohl für die Kinder und Jugendlichen, die gerne an den Angeboten teilnehmen möchten, als auch für die Jugendleiter-innen eine große Enttäuschung“ so Risse.

Der Vorstand des Landesjugendrings Niedersachsen hat sich daher mit einem Brief an Ministerpräsident Stephan Weil und Jugendministerin Carola Reimann gewandt, in dem er die kurzfristige Änderung der Verordnung fordert.

Weitere Informationen zu dem, was in der Jugendarbeit durch die neue Verordnung nun möglich ist, sind der Corona-Infomail 14 des Landesjugendring zu finden, die unter heruntergeladen werden kann.

Quelle: Landesjugendring Niedersachsen e.V. vom 22.05.2020

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