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Bildung für alle?

Mit neuen Lernformen durch die Pandemie

Eine Weltkarte aus bunten Buchstaben
Bild: GDJ - pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Schon vor der Pandemie hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) alternative und digitale Bildungsangebote entwickelt. Nun zeigt sich, wie wichtig sie sind.

Die Corona-Pandemie stellt Bildungssysteme weltweit auf die Probe: Seit über einem Jahr sind Schulen nur noch eingeschränkt geöffnet, zeitweise konnten bis zu 1,7 Milliarden Kinder weltweit nicht zur Schule gehen. Gerade Entwicklungs- und Schwellenländer ringen um ihre erarbeiteten Erfolge, mehr Kindern Schulbildung zugänglich zu machen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH hat bereits vor der Corona-Pandemie im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) alternative Lernangebote entwickelt, die auch im Fernunterricht genutzt werden können, und fördert digitales Lernen. Diese Ansätze zahlen sich nun aus und werden weiter ausgebaut.

Schüler/-innen im Libanon lernen mit Minicomputern

Im Libanon etwa wurden die Schulen wegen politischer Unruhen bereits im Oktober 2019 geschlossen, wegen der Pandemie sind sie es weiterhin. Um Schulkindern dennoch das Lernen zu ermöglichen, unterstützt die GIZ bei der Digitalisierung von Lehrinhalten aus dem offiziellen Curriculum. Dafür arbeitet sie gemeinsam mit der lokalen NGO „Lebanese Alternative Learning“ daran, Unterrichtsinhalte auf der eLearning-Plattform „Tabshoura“ (deutsch: Malkreide) verfügbar zu machen. Was ursprünglich als Ergänzung zum Regelunterricht gedacht war, wurde in der Pandemie eine wesentliche Stütze des libanesischen Bildungssystems: Mehr als 30.000 Schüler*innen nutzen die Plattform aktuell. Damit auch Kinder ohne Internetzugang auf die Unterrichtsmaterialien zugreifen können, wurde bereits im letzten Jahr, die „Tabshoura-Box“ entwickelt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Mini-Computer, der den Unterrichtsstoff bereits vorinstalliert hat. Nun wird der Zugang auf das System weiter ausgebaut: An 400 Schulen wird ein Leihsystem aufgesetzt, mit dem Schüler*innen insgesamt 60.000 Tablets und weiteres IT-Equipment ausleihen können, um auf Tabshoura zugreifen zu können.

In Afrika kommt kostenlose Lernplattform zum Einsatz

Auch in Afrika hat die GIZ eine digitale Lernplattform aufgesetzt, die sich nun auszahlt: Mit atingi können sich junge Afrikaner*innen kostenlos weiterbilden und Kompetenzen erwerben, die vor Ort gefragt sind. Das Angebot richtet sich an junge Erwachsene, die sich beruflich orientieren, aber auch gezielte Kurse etwa im Gesundheitsbereich oder in der Landwirtschaft absolvieren. Seit November 2019 haben sich bereits 170.000 Nutzer*innen registriert und absolvieren Lerneinheiten. Verschiedene Organisation aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft nutzen atingi, um Lerninhalte bereitzustellen. Die verfügbaren Kurse ermöglichen neben dem selbständigen Lernen auch eine Mischform von Präsenz- und digitalem Unterricht. So bietet die Plattform auch im Corona-Lockdown Zugang zu Bildungsinhalten.

Veranstaltung zum Thema

Im Forum Entwicklung der GIZ wird diskutiert: Lernen aus der Pandemie – Wie gelingt „Bildung für alle“?  Es entstehen in dieser schwierigen Situation neuartige Unterrichtsmethoden, die das Lehren und Lernen nachhaltig verändern – vielleicht auch für Millionen von Schülerinnen und Schülern, die derzeit in Deutschland im Fernunterricht lernen.

Ein Digitalisierungsschub erfasst die Bildungslandschaft: eLearning-Plattformen und virtuelle Formate der Wissensvermittlung sollen die Auswirkungen von Schulschließungen mindern. Wo das Internet fehlt, ermöglichen ausleihbare mobile Endgeräte den Distanzunterricht auch offline, etwa im Libanon. So entstehen fernab der Klassenzimmer neue Lernorte: im Freien, per Radio oder TV.

Können diese neuen Ansätze die Corona-bedingte Bildungslücke in Entwicklungs- und Schwellenländern wieder schließen? Welche innovativen Methoden sind vielversprechend und von welchen Ländern können wir in Deutschland lernen? Wie werden Bildungssysteme in Ländern des Globalen Südens gestärkt und wie kann „Bildung für alle“ nachhaltig gelingen?

Darüber diskutieren diese Gäste beim nächsten Forum Entwicklung:

  • Peter-Matthias Gaede, Vorstandsmitglied von UNICEF Deutschland
  • Prof. Annette Scheunpflug, Universität Bamberg, Leiterin des Studiengangs „Bildungsqualität in Entwicklungsländern“
  • Dr. Melanie Stilz, TU Berlin, Forscherin für Digitalisierung und Entwicklungszusammenarbeit
  • Dr. Michael Holländer, GIZ, Leiter des Kompetenz-Centers Bildung

Moderation: Tobias Schwab, Frankfurter Rundschau

Dienstag, 30. März 2021, 18:30-20:00 Uhr

Aufgrund der aktuell geltenden Corona-Bestimmungen wird die Diskussion ausschließlich digital übertragen. Ihre Fragen können Sie den Podiumsgästen während der Veranstaltung im Chat stellen.

Um an der Veranstaltung teilzunehmen, schreiben Sie bitte bis zum 29. März eine E-Mail an [email protected] Der Zugangslink zur Live-Übertragung wird Ihnen anschließend zugeschickt.

Die Veranstaltung ist kostenfrei und wird über Microsoft Teams übertragen. Sie kann in allen gängigen Browsern verfolgt werden, es ist kein separates Programm notwendig.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH vom 26.03.2021

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