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Coronavirus / Sozialforschung

Mehrheit der Deutschen für wissenschaftsbasierte Politik zu Corona

Eine Frau trägt einen Nasen-Mund-Schutz, neben ihrem Gesicht ist eine Darstellung eines Virus in mikroskopischer Nahansicht
Bild: tomisu - pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Die Mehrheit der Deutschen befürwortet weiterhin eine wissenschaftsbasierte Politik im Umgang mit Corona. Dies zeigt eine erneute Befragung zum Wissenschaftsbarometer Corona Spezial, die im Auftrag von Wissenschaft im Dialog am 25. und 26. Mai 2020 durchgeführt wurde. Danach stimmen aktuell 73 Prozent der Deutschen der Aussage zu, dass politische Entscheidungen im Umgang mit Corona auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen sollten. Mitte April 2020 waren es 81 Prozent.

Wissenschaftsbarometer Corona Spezial: Vertrauen in Wissenschaft und Forschung weiterhin hoch

„Trotz der Diskussionen um die einschneidenden Maßnahmen, die die Politik in den vergangenen Wochen unter anderem auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu Corona beschlossen hatte, befürworten weiterhin knapp drei von vier Deutschen eine evidenzbasierte Politik”, sagt Markus Weißkopf, Geschäftsführer von Wissenschaft im Dialog. „Die Kommunikation von Unsicherheiten in dieser komplexen Lage gelingt den Forschenden überwiegend gut und das Vertrauen in Wissenschaft und Forschung ist weiterhin hoch. Auf diesen positiven Ergebnissen dürfen wir uns allerdings nicht ausruhen, sondern müssen auch in den nächsten Wochen und Monaten so klar und transparent wie möglich über Ergebnisse, Methoden und Werte der Wissenschaft kommunizieren, um das informierte Vertrauen weiter zu fördern.”

66 Prozent der Befragten geben aktuell an, in Wissenschaft und Forschung zu vertrauen. Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zur Befragung des Wissenschaftsbarometer Corona Spezial Mitte April 2020, in dem 73 Prozent der Befragten ihr Vertrauen in Wissenschaft und Forschung bekundeten (Fehlertoleranz: +/-1,4 bis +/- 3,1 Prozentpunkte). Dennoch ist auch in der aktuellen Befragung der Anteil derjenigen, die in Wissenschaft und Forschung vertrauen, deutlich höher als in den Erhebungen in den Jahren 2017, 2018 und 2019. Damals gab jeweils circa die Hälfte der Bevölkerung an, in Wissenschaft und Forschung zu vertrauen.

Wie bereits Mitte April 2020 attestiert gut die Hälfte der Befragten Wissenschaftlern, die sich derzeit äußern, einen angemessenen Umgang mit Unsicherheiten. 30 Prozent zeigen sich unentschieden, ob Wissenschaftler deutlich zwischen dem unterscheiden, was sie bereits zu Corona wissen und was noch offene Fragen sind. 15 Prozent sind der Meinung, dass den Forschenden diese Unterscheidung nicht gelingt.

Repräsentative Bevölkerungsumfrage

Das Wissenschaftsbarometer Corona Spezial ist eine Sonderausgabe des in der Regel jährlich von Wissenschaft im Dialog herausgegebenen Wissenschaftsbarometers. Die bevölkerungsrepräsentativen Umfragen erheben die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland gegenüber Wissenschaft und Forschung. Die aktuellen Ergebnisse basieren auf 1.021 Telefoninterviews, die am 25. und 26. Mai 2020 von Kantar im Auftrag von Wissenschaft im Dialog geführt wurden. Als Grundgesamtheit diente die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. Bereits Mitte April 2020 waren Ergebnisse zu Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger gegenüber Wissenschaft und Forschung im Kontext der Corona-Pandemie erhoben und als Wissenschaftsbarometer Corona Spezial veröffentlicht worden. Das Wissenschaftsbarometer Corona Spezial ist ein Projekt von Wissenschaft im Dialog. Förderer und Unterstützer sind die Robert Bosch Stiftung GmbH und die Fraunhofer-Gesellschaft.

Weitere Informationen

Detaillierte Ergebnisse der Befragung sowie Einzelgrafiken sind zu finden unter www.wissenschaftsbarometer.de Auch die Pressemitteilung der Robert Bosch Stiftung zum Wissenschaftsbarometer Corona Spezial April 2020 stellt weiterführende Informationen zur Verfügung.

Quelle: Robert Bosch Stiftung Juni 2020

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