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Kitas endlich gegen die Krise rüsten

Ein Kindergartenmädchen übt Zahlen an einem Tisch. Sie trägt einen Mund-Nase-Schutz.
Bild: Kelly Sikkema – Unsplash

Anlässlich der Bund-Länder-Konferenz am 19. Januar fordert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erneut, die Regelungen für Kitas verbindlicher zu gestalten.

„Uns werden vielfach fast volle Gruppen in den Kitas gemeldet. Die Beschäftigten haben Angst um die Gesundheit der Familien und ihre eigene Gesundheit“, so die stellvertretene ver.di-Vorsitzende Christine Behle zehn Monate nach den ersten Kita-Schließungen, „Jetzt müssen alle einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten.“

Alle Arbeitgeber, die bislang ihren Beschäftigten kein Homeoffice angeboten haben, auch wenn dieses möglich ist, seien dringend aufgefordert, dieses zu tun. Sie seien zudem aufgefordert, gleichzeitig auch für Entlastung der Eltern zu sorgen und sie beispielsweise über die Möglichkeiten zu informieren, die Kinderkrankentage oder die Lohnersatzleistungen nach dem Infektionsschutzgesetz in Anspruch zu nehmen.

Einheitlichkeit und Verbindlichkeit geboten

Außerdem seien endlich bundesweit einheitliche Regelungen für die Kindertageseinrichtungen einzuführen. ver.di fordert einen verbindlichen Stufenplan, der die Träger sowie die Kita-Leiterinnen und Leiter in die Lage versetzt, sowohl auf das Pandemiegeschehen in der Region als auch in der Einrichtung zu reagieren und damit den Kitabetrieb der jeweiligen Situation anzupassen.

„Das verhindert flächendeckende Schließungen und trägt gleichzeitig zielgerichtet zur Eindämmung der Pandemie bei“, so Christine Behle. Die Jugendministerkonferenz sei dringend aufgefordert, gemeinsam mit dem Bund einen solchen Plan vorzulegen. Dieser könnte bis zum Ende der Pandemie Bestand haben.

Ein wichtiger Beitrag, um die Kitas während der Pandemie geöffnet zu halten, wäre, die Beschäftigten in den Kitas zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu impfen, um dem Infektionsrisiko entgegenzuwirken. Die Beschäftigten der Sozialen Arbeit, die durch direkte Kontakte weitgehend ohne Schutz arbeiten, sollten so früh wie möglich geimpft werden können, damit die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur wie Kitas, Hilfen zur Erziehung oder auch die Wohngruppen für behinderte Menschen wiederhergestellt wird und die Beschäftigten in diesen Bereichen wieder besser geschützt werden.

ver.di erwartet von den Beratungen am 19. Januar ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen des Bundes und der Länder.

Quelle: Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vom 18.01.2021

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