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Globaler Aufruf

Kinderberatungsstellen fordern Regierungen zum Handeln auf

Junge sitzt allein auf einem Treppenabsatz und schaut auf sein Smartphone
Bild: Gaelle Marcel - unsplash.com

Covid-19 hat weiterhin Auswirkungen auf das Leben von Millionen von Kindern und Jugendlichen rund um den Globus. Trotz Abriegelung und Einschränkungen in vielen Ländern sind die Kinderberatungsstellen weiterhin in Betrieb und viele konnten sich schnell an die neuen Realitäten der Fernarbeit anpassen und bieten in schwierigen Zeiten wichtige Dienste an. Für viele Kinder und Jugendliche waren - und sind - die Sorgentelefone die einzige Anlaufstelle.

Sicherstellen, dass die Stimmen von Kindern und Jugendlichen während der Pandemie gehört werden

Im Jahr 2020 beantworteten die Kinderberatungsstellen über 1.900.000 Anrufe. Im jüngsten Bericht von Child Helpline International war zu lesen, dass sich die meisten Kinderberatungsstellen einer erhöhten Nachfrage nach ihren Diensten gegenüber sahen, die bis heute nicht zurückgegangen ist. Als Teil der Feierlichkeiten zum diesjährigen Internationalen Child Helpline Day schließt sich Child Helpline International einem globalen Aufruf zum Handeln an - gefordert sind Maßnahmen von Regierungen, Maßnahmen von regionalen Institutionen und Organisationen, Maßnahmen von Mobilfunkbetreibern, Informations- und Kommunikationstechnikanbietern (IKT) und Social-Media-Plattformen, die wirklich dazu beitragen, dass die Stimmen aller Kinder und Jugendlichen während der Covid-19-Pandemie weiterhin gehört werden. Dies betont die zentrale Rolle von Kinder-Hilfetelefonen in nationalen Kinderschutzsystemen, besonders in Notfällen wie der Pandemie.

Regierungen auf der ganzen Welt werden dazu aufgerufen:

  • dringend dafür zu sorgen, dass Sorgentelefone mit den notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen ausgestattet sind, um auch in Notfällen voll funktionsfähig zu sein, aber auch dafür zu sorgen, dass Überweisungsmechanismen verfügbar, einsatzbereit und gut mit diesen Helplines verbunden sind;
  • sicherzustellen, dass die Kinderberatungsstellen in Abstimmung mit anderen Dienstleistern und humanitären Akteuren vollständig in die Notfallpläne und nationalen Aktionspläne und Kinderschutzsysteme integriert werden;
  • das Bewusstsein für die Dienste der Sorgentelefone in der Covid-19-Kommunikation über verschiedene Kanäle weiter zu erhöhen;
  • sicherzustellen, dass alle Kinder und Jugendlichen freien und uneingeschränkten Zugang zu Kinder-Hilfetelefonen haben, einschließlich besonders gefährdeter Kinder und Jugendlicher, einschließlich Kindern in Bewegung, Kindern mit besonderen Bedürfnissen, Kindern aus Minderheiten, LGBTQI+, Flüchtlings- und vertriebenen Kindern und Jugendlichen;
  • Unterstützung und Erleichterung der Einrichtung von nationalen Kinderberatungsstellen, wo es sie noch nicht gibt;
  • Kinderberatungsstellen dabei zu unterstützen, ihre Datenverwaltungssysteme zu stärken, damit ihre Daten effektiv und effizient dazu beitragen können, relevante Politiken und Dienste zur Wahrung der Kinderrechte zu informieren.

Regionale Institutionen und Organisationen sind dazu aufgefordert:

  • die zentrale Rolle von Kinderberatungsstellen im Umgang mit Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, psychischer Gesundheit und anderen wichtigen Kinderschutzthemen anzuerkennen;
  • sich bei Regierungen und Gebern für zusätzliche Ressourcen für Kinderberatungsstellen einzusetzen, damit diese in Notfällen einsatzfähig bleiben und ihre Dienste nachhaltig stärken können; und
  • sich weiterhin für regional harmonisierte Kinder-Nothilfe-Nummern einzusetzen, um sie für Kinder und Jugendliche besser zugänglich zu machen, wie z.B. 116 in Afrika, 1098 in Asien, 116 111 in Europa und 150 in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).

Mobilfunkbetreiber, IKT und soziale Medienplattformen sind gefordert:

  • ihre Kanäle zu nutzen, um ihren Nutzer/-innen die Kontaktdaten von Kinder-Hilfetelefonen und Informationen über die von ihnen angebotenen Dienste mitzuteilen;
  • die Sorgentelefone dabei zu unterstützen, sich bei Bedarf an Homeoffice-Regelungen anzupassen und ihnen zu helfen, ihre Tätigkeit durch den Einsatz innovativer Technologien zu erweitern;
  • die Kosten für Kinderberatungsstellen zu erlassen, wann immer sie anfallen und wo immer es möglich ist;
  • die Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor allen Formen von Gewalt, einschließlich Mobbing und sexueller Ausbeutung im Internet, weiter zu verstärken, auch durch Überwachungsmechanismen und Meldewege.

Quelle: Child Helpline International vom Mai 2021

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