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Entschwörung

Handreichung zu Verschwörungsideologien

Handreichung Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung hat eine neue Handreichung zum Umgang mit Verschwörungsideologien mit dem Titel „Entschwörung konkret" herausgebracht.

Laut Amadeu Antonio Stiftung haben „38,5% der Bevölkerung bereits eine manifeste Verschwörungsmentalität ausgebildet. Diese geht mit einer höheren Empfänglichkeit für Verschwörungserklärungen und Demokratiefeindlichkeit sowie einer stärkeren Gewaltaffinität einher." (vgl. Fachstelle für Politische Bildung und Entschwörung bei der Amadeu Antonio Stiftung)
Um diesem Umstand etwas entgegenzusetzen hat die Stiftung die Handreichung veröffentlicht. Diese geht insbesondere auf männliche und weibliche Narrative von Corona-Leugner/-innen ein und erklärt das Weltbild, welches sich hinter den jeweiligen Narrativen verbirgt.

„Die verschwörungsideologische Corona-Leugnungs-Bewegung wiederholt die sexistische Geschlechteraufteilung in eine in eine männlich-öffentliche Sphäre – also Politik und Wissenschaft – einerseits und eine weiblich-häusliche Sphäre andererseits. Das lässt sich damit erklären, dass Verschwörungserzählungen oft an autoritären Charakterstrukturen andocken, welche mit dem Festhalten an tradierten Vorstellungen von Geschlecht und Antifeminismus einhergehen." (S. 25, „Entschwörung konkret")

Jedes Kapitel schließt mit konkreten Handlungsoptionen und Tipps zum Gespräch gegen Verschwörungserzählungen ab.

Verschwörung kurz erklärt

„Verschwörungsideologien sind oft die Reaktion auf einen erfahrenen Kontrollverlust. Gefühle wie Ohnmacht, Unwissen und Angst werden damit kompensiert. Ein Unbegreifliches und beängstigendes Phänomen kann über Verschwörungsideologien in ein festes Weltbild eingeordnet werden. Gerade deshalb treten Verschwörungsideologien besonders im Kontext weltbewegender und -verändernder Ereignisse auf. Bekannte Beispiele sind der islamistische Terroranschlag auf das World Trade Center oder aktuell die Corona-Pandemie.

Verschwörungsideologien bieten aber nicht nur Halt und vermeintliche Klarheit. Sie machen auch attraktive Identitätsangebote: Verschwörungsgläubige empfinden sich z.B. oft als Teil einer kleinen, auserwählten Gemeinschaft, die erkannt hat, „was wirklich gespielt wird“ und allein für das Gute in der Welt steht. Hier liegt schon das demokratiefeindliche Gefahrenpotential von Verschwörungsideologien begründet. Denn wer sich selbst fraglos auf der Seite der Wahrheit und des Guten sieht und sein Gegenüber als „manipuliert“ oder Teil einer Verschwörung begreift, wird demokratische Grundlagen, wie einen pluralistischen Diskurs oder politische Kompromisse ablehnen." (S. 4, „Entschwörung konkret")

Die Broschüre steht auf den Seiten der Stiftung zum Download bereit.

Quelle: Amadeu Antonio Stiftung

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