Sie sind hier: Startseite  Im Fokus  Coronavirus

Coronavirus / Kindertagesbetreuung

GEW zu Papier des Robert-Koch-Instituts: „Hygiene und Abstandsregeln unbedingt einhalten“

Ein kleines Kind steht in einem Raum an einer Fensterfront, die vergittert ist, und schaut nach draußen
Bild: Monika Pot - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat eine Positionierung zur Kita-Öffnung erstellt. Sie sieht in den Vorschlägen des Robert-Koch-Instituts (RKI), Bildungseinrichtungen wieder zu öffnen, hilfreiche Leitlinien und plädiert für lokale Lösungen in Abstimmung zwischen den Ministerien, Kommunen, Trägern, Kitaleitungen und Gesundheitsbehörden.

„Um die Interessen der Beschäftigten sowie der Schülerinnen und Schüler, die Notwendigkeit der Hygiene in den Gebäuden und auf dem Schulweg abzustimmen, ist eine enorme Planung zwischen Land, Kommunen, Trägern, Schulen und Kitas nötig. Insbesondere weil parallel der Fernunterricht läuft und Prüfungen abgenommen werden“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Freitag in Frankfurt a.M. „Dafür braucht es realistische Vorlaufzeiten.“

„Gesundheit first"

„Zurzeit ist es nicht möglich, zum Normalbetrieb zurückzukehren. Hygiene- und Abstandsregeln müssen in den Bildungseinrichtungen eingehalten werden, um Personal und Kinder vor einer Infektion mit dem Corona-Virus wirksam zu schützen“, ergänzte Björn Köhler, GEW-Vorstandmitglied für Jugendhilfe und Sozialarbeit.

Insbesondere für Kitas und Grundschulen deute das Papier darauf hin, dass auch eine schrittweise Öffnung nur unter Einhaltung von Standards angegangen werden könne, die auch die GEW fordert. Für Kitas bedeute dies, dass eine Öffnung trotz gesellschaftlichen Bedarfs nur sehr eingeschränkt erfolgen kann: „Wenn Kinder genauso wie Erwachsene Überträger des Virus‘ sein können und deshalb in festen Kleingruppen betreut werden müssen, die sich untereinander nicht begegnen sollten, heißt das: Es können nur sehr wenige Kinder in den Einrichtungen betreut werden, ohne Personal und Gesellschaft unnötig zu gefährden“, betonte Köhler. Teilöffnungen der Kitas, wie sie jetzt etwa in Baden-Württemberg geplant sind, seien nicht zu vertreten. Im Ländle solle bis zur Hälfte der regulären Zahl der Kinder in die Kitas kommen. Köhler sprach sich gegen eine generelle Ausweitung der Betreuung aus: „Auch wenn es wehtut und Familien und Kinder belastet – wir müssen sehr genau hinschauen, wie weit Kitas jetzt wieder hochfahren werden. Die Bundesländer dürfen nicht zu voreilig handeln.“ Bei steigenden Infektionszahlen müssten Bund und Länder auch bereit sein, kurzfristig Einrichtungen wieder zurückzufahren oder ganz zu schließen. Dies werde insbesondere den Eltern jedoch nur schwer zu vermitteln sein, räumte der GEW-Kita-Experte ein.

Hintergrund

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am 23. April in dem Papier „Wiedereröffnung von Bildungseinrichtungen – Überlegungen, Entscheidungsgrundlagen und Voraussetzungen“ (PDF, 162 KB) ausdrücklich davor gewarnt, zu schnell vorzugehen. Grundsätzlich deuteten die aktuellen Daten darauf hin, dass Kinder und Jugendliche das Virus genauso stark übertragen können wie Erwachsene, dabei jedoch oft keine oder nur wenige Symptome zeigen.

Auch gebe es wegen der bisherigen Schul- und Kitaschließungen nur wenig Erkenntnisse darüber, wie sich Unterricht und Betreuung auf die Verbreitung des Virus‘ in der Gesellschaft auswirken. Das RKI geht jedoch davon aus, dass es mit der Öffnung von Bildungseinrichtungen zu einem Anstieg der Infektionen komme, deren Infektionswege oft nur schwer nachzuvollziehen sein werden. Deswegen sei bei einer schrittweisen Öffnung von Schulen und Kitas Vorsicht geboten. Gegebenenfalls müsse über lokale Lösungen nachgedacht werden, wenn die Zahl an Neuinfektionen lokal steigt.

Unbedingt notwendig sind laut RKI die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregelungen, gerade weil Kinder häufig wenig oder keine Symptome zeigten. Zudem müsse sichergestellt sein, dass Menschen, auch wenn sie nur sehr leichte Symptome zeigen, nicht in den Einrichtungen arbeiten bzw. umgehend isoliert werden können. Da gerade jüngere Kinder die Abstands- und Hygieneregeln jedoch oft nicht verstehen, müssten diese aktiv von den Fachkräften beispielsweise dazu angehalten werden, regelmäßig die Hände zu waschen. Eine Betreuung sei nur in kleinen, festen Gruppen sinnvoll.

Die Position der GEW zur Öffnung von Kitas ist auf deren Website veröffentlicht.

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vom 24.04.2020

Info-Pool