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Baden-Württemberg

Fachgipfel äußert sich zur psychischen Situation von Kindern und Jugendlichen in Folge der Corona-Pandemie

Zwei Jungen ziehen eine Grimasse und schauen in die Kamera
Bild: Austin Pacheco - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Rund 50 Vertreter/-innen der stationären und ambulanten Psychiatrie, psychologischen Beratungsstellen, Jugendhilfe, Jugendsozialarbeit und Betroffenenverbände nahmen am 18. August 2021 an einem von Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha geleiteten Austausch Teil. Gemeinsam haben sie eine Erklärung zur psychischen Situation von Kindern und Jugendlichen veröffentlicht.

Die Corona-Pandemie und die notwendigen Maßnahmen zu ihrer Eindämmung haben die Menschen kurzfristig vor umfassende psychosoziale Herausforderungen gestellt und zugleich eine enorme gesellschaftliche Bewältigungsfähigkeit aufgezeigt. Nach der bedrohlichen Begegnung mit einer bis dahin unbekannten Situation im Jahr
2020 ist mittlerweile die Konfrontation mit der langanhaltenden Corona-bedingten psychischen Belastungssituation ins Zentrum gerückt. Für Kinder und Jugendliche, die sich als junge Menschen in einer besonders dynamischen Entwicklung befinden, sowie für ihre Familien, ist die lange Dauer der Pandemie psychosozial besonders schwerwiegend.

„Die psychische Situation hat sich erheblich verschlechtert“

In einer gemeinsamen Erklärung (PDF), die anlässlich des Fachgipfels verabschiedet wurde, bekräftigten die Teilnehmenden Entwicklungsdefizite von Kindern und Jugendlichen im sozialen, emotionalen und motorischen Bereich in den Blick zu nehmen. Wo sich akut psychische Störungen zeigen, kommt der raschen und angemessenen Behandlung besondere Bedeutung zu. Die am Fachgipfel Beteiligten stimmen darin überein, in allen relevanten Versorgungsformen gemeinsam nach rasch umsetzbaren Möglichkeiten für eine Ausweitung der Behandlungskapazitäten zu suchen. Die Behandlungskapazitäten für junge Menschen sollen mit Blick auf die Folgen der Corona-Pandemie ausgebaut werden.

„Die psychische Situation vieler Kinder und Jugendlicher hat sich durch die Pandemie erheblich verschlechtert“, so Minister Manne Lucha. „Kinder und Jugendliche leiden besonders unter der Krise. Es steht zu befürchten, dass wir heute erst die Spitze des Eisbergs sehen. Es ist deshalb ein wichtiges Signal, dass wir heute aus verschiedenen Perspektiven Einschätzungen zur psychischen Situation junger Menschen sowie zum kinder- und jugendpsychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgungsbedarf zusammengetragen haben, um noch besser gemeinsam handeln zu können.“

Task-Force soll Zusammenarbeit befördern

Um möglichst zeitnah zu ersten Ergebnissen zu kommen, einigten sich die Teilnehmenden darauf, eine Task-Force einzusetzen. „Der Fachgipfel setzt ein starkes Zeichen der Zusammenarbeit, zugleich ist er der Startschuss für die gemeinsame Task-Force. Ziel ist es, effizient an einer guten Versorgung von jungen Menschen zu arbeiten“, so Minister Lucha.

Weiterführende Informationen

Bereits in den vergangenen Jahren hat es in Baden-Württemberg einen stetigen Aufbau der ambulanten sowie der voll- und teilstationären Versorgung gegeben, um die wohnortnahe Versorgung zu sichern. So wurde aufgrund einer gesetzlichen Änderung eine Anpassung der Verhältniszahlen von Psychotherapeut(inn)en und damit ein weiterer Ausbau des psychotherapeutischen Angebots erreicht. Die teilstationären Kapazitäten im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie haben sich dabei um rund 40 Prozent und die vollstationären Kapazitäten um etwa 16 Prozent erhöht. Zusätzlich wird aktuell die Ausweisung der sogenannten stationsäquivalenten Behandlung forciert, also einer Behandlung im häuslichen Umfeld des Patienten, welche durch mobile ärztlich geleitete multiprofessionelle Teams erbracht wird.

Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg vom 18.08.2021

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