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Eine Welt

Digitaler Marktplatz bietet Weiterbildung für junge Menschen in Afrika

Ein Student afrikanischer Herkunft sitzt auf einer Treppe und liest in einem Buch.
Bild: © Prostock studio - fotolia.com

Über 20 Prozent der 15- bis 24-Jährigen in Afrika haben keine Arbeit, das belegen aktuelle Zahlen der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organisation, ILO). Mangelnder Zugang zu Bildung, fehlende Berufserfahrung und geringe finanzielle Ressourcen sind nur einige der Gründe. Hinzu kommt die anhaltende Corona-Pandemie: Laut ILO haben im letzten Jahr über 20 Millionen Afrikaner/-innen ihren Job verloren. Globale Herausforderungen fordern innovative Lösungen:

Als Antwort auf die Krise initiierten das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und die Europäische Kommission im Frühjahr 2020 den ersten sogenannten #SmartDevelopmentHack, der von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durchgeführt wird. Bei dem Innovationswettbewerb wurden digitale Ansätze gesucht, um die Herausforderungen des Coronavirus-Ausbruchs zu bewältigen. Der digitale „Marktplatz der Möglichkeiten“ Yoma war unter den neun Gewinnerprojekten.

Plattform fördert soziale Teilhabe und individuelle Bildung

Yoma hat sich zum Ziel gesetzt, der afrikanischen Jugend aktive Teilhabe am wirtschaftlichen und sozialen Leben zu ermöglichen und arbeitsmarktrelevante Kompetenzen zu stärken. Dafür bietet die digitale Plattform eine Vielzahl an kostenlosen Interaktions- und Weiterbildungsmöglichkeiten, wie die Teilnahme an lokalen und globalen Ideenwettbewerben, Kursen und Lernprogrammen. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit individuelle Lernziele zu verfolgen und in einem digitalen Lebenslauf festzuhalten – zeitlich, und örtlich flexibel. Gleichzeitig wird ein virtuelles Netzwerk zwischen Jugendlichen, Zivilgesellschaft, Investoren, Arbeitgebern und Bildungseinrichtungen aufgebaut. Die ersten Zahlen sind vielversprechend: Seit dem Launch der Plattform im Juli 2020 haben mehr als 250.000 junge Afrikaner/-innen an den Angeboten teilgenommen.

Einer davon ist der 29-jährige Yusuf Yahaya aus Nigeria. Er gründete nach seinem Studium ein Unternehmen, das kleine Betriebe zur profitablen und nachhaltigen Aufzucht von Fischen und Meerestieren berät. Zunächst, so berichtet er, liefen seine Unternehmenstätigkeiten langsam und nur auf lokaler Ebene an. Ihm fehlte ein Mentor für die Herausforderungen der Selbstständigkeit. Aus diesem Grund registrierte er sich bei Yoma und bildete sich auf den Gebieten Unternehmertum und Business Development weiter. „Die Förderung der persönlichen Entwicklung junger Menschen ist toll und wichtig, damit wir unsere Zukunft in die eigene Hand nehmen und positiv beeinflussen können“, erklärt Yusuf Yahaya.

Auch für Yoma gibt es ambitionierte Ziele: Bis Ende 2021 sollen weltweit 1,5 Millionen junge Menschen die Plattform nutzen. Angebunden ist Yoma an die Infrastruktur der Lernplattform atingi, die 2019 von der GIZ im Auftrag des BMZ aufgesetzt wurde. So gehen langfristig angelegte Projekte der Entwicklungszusammenarbeit Hand in Hand mit neuen, innovativen Ideen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH vom 29.04.2021

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