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Offener Brief

Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen schützen

Eine Mutter beugt sich zu ihrer traurigen Tochter, die den Kopf gesenkt hält, und fasst sie an die Schultern
Bild: rawpixel.com

In einem Offenen Brief beschreiben Sachkundige aus der Psychologie, der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie sowie der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie die Auswirkungen der Pandemie auf die Gesundheit der jungen Menschen. Sie fordern, dass die gegenwärtig erhebliche Not dieser Generation endlich Gehör finden muss.

Schulen und Kindertagesstätten sind weitestgehend geschlossen, Freizeiteinrichtungen im Rahmen von Sport und Kultur bereits seit November 2020 nicht zugänglich. Auch im privaten Bereich können kaum Kontakte zu Gleichaltrigen aufrechterhalten werden: die Auswirkungen der Pandemie sind für Kinder und Jugendliche massiv. In Stichpunkten werden sie im Offenen Brief aufgeführt, außerdem wird betont, dass sich die Probleme über alle Altersgruppen hinweg zeigten.

Wir können Kinder- und Jugendliche unterstützt werden?

Aus den Erfahrungen des beruflichen Alltags fordern Mitarbeitende in Kinder- und Jugendpsychiatrien, psychotherapeutischen (Hoch-schul-)Ambulanzen für Kinder und Jugendliche und in (schul-)psychologischen Beratungs- und Frühförderstellen, Fachberatende sowie Kinder- und Jugendlichentherapeut(inn)en als Unterzeichnende des Offenen Briefes: 

  • Ein Gremium, das sich explizit mit der vulnerablen Gruppe der Kinder und Jugendlichen befasst und ihre Stimmen direkt miteinbezieht. Die Schülervertretungen zeigen sich in diesem Punkt gut organisiert und eigeninitiativ.
  • Sichere Öffnung von Kitas und Schulen entsprechend der aktualisierten Vorschläge der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, weil sich das Ende der Pandemie noch nicht abzeichnet. Hier braucht es jetzt dringend Konzepte, wie der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden kann.
  • Eine personelle Verstärkung in der Jugendhilfe und in den Jugendämtern. Modellhaft kann das Jugendamt des Kreises Offenbach herangezogen werden, wo eine Task Force eingerichtet wurde, um Familien enger zu begleiten und Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen zu verringern.
  • Das Ermöglichen von pandemiegerechten Freizeitangeboten (z.B. Sportkurse, Jugendtreffs, die im Freien stattfinden).
  • Förderung und Ausbau einzel- und gruppenpädagogischer Angebote zur Bearbeitung der pandemiebedingten psychosozialen Belastungen und Prävention vor weiterer Chronifizierung.
  • Einen niedrigschwelligen Zugang zu unterstützenden, langfristig angesetzten psychosozialen Angeboten, die nach Bedarf auch aufsuchend stattfinden.

Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sei ein fundamentaler Baustein der Zukunft unserer Gesellschaft, heißt es am Ende des Offenen Briefes. Die gegenwärtig erhebliche Not dieser Generation müsse endlich Gehör finden.

Der vollständige Inhalt des Offenen Briefes steht online zur Verfügung.

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