Sie sind hier: Startseite  Im Fokus  Coronavirus

Coronavirus / Sozialpolitik

DBSH ruft auf zur Kampagne #dauerhaft.systemrelevant

Geschäftsmann hält eine leere Sprechblase aus Pappe
Bild: Robert Kneschke - Fotolia.com

Der Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) benennt die Missstände in der Sozialen Arbeit und ruft Fachkräfte in einer besonderen Aktion auf, ihre Geschichten zu erzählen. So sollen Schieflagen sichtbar werden. Ziel ist es, mit #dauerhaftsystemrelevant auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung Sozialer Arbeit hinzuweisen und für eine angemessene strukturelle Ausgestaltung Sozialer Arbeit einzutreten.

Durch die Corona-Krise steht die Profession Soziale Arbeit vor den unterschiedlichsten Herausforderungen. Innerhalb kurzer Zeit galt es Entscheidungen zu treffen, welche Bereiche der Sozialen Arbeit in den digitalen Raum verlegt werden können, um Infektionsketten zu vermeiden.

Als Expert(inn)en für soziale Problemlagen und Ungleichheit ist Soziale Arbeit mehr denn je gefragt. Entsprechend ihrer Berufsethik ist sie gerade jetzt aufgefordert, ihr politisches Mandat wahrzunehmen und sich anwaltschaftlich für die vulnerablen Gruppen der Gesellschaft einzusetzen. Gerade die Adressat(inn)en Sozialer Arbeit brauchen Unterstützung - jetzt in dieser Krise und danach! Diese Unterstützung kann Soziale Arbeit nur leisten, wenn es entsprechend sichere Rahmenbedingungen für die Arbeit gibt.

Der Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) benennt die Missstände in der Sozialen Arbeit: Andauernde Unterbesetzung, fehlende Ressourcen und niedrige Bezahlung sind hierbei nur einige Beispiele. Dass dies fatale Auswirkungen auf die Arbeit hat, ist derzeit noch stärker spürbar. Der Arbeitseinsatz ist hoch, doch die Mittel gering: Quarantänemaßnahmen bedeuten noch höhere Ausfälle, Schutzausrüstung und Schutzkonzepte fehlen vielfältig und nach wie vor wird Soziale Arbeit in der öffentlichen Wahrnehmung nicht zu den systemrelevanten Berufen gezählt.

Die Kampagne ruft Fachkräfte dazu auf, ihre Geschichten zu erzählen

Mit Hilfe der Berichte aus der Praxis möchte der DBSH ein Bild zeichnen:

  • Wie hat sich der Arbeitsalltag mit und durch Corona verändert?
  • Welche Strategie im Umgang und neuen Konzepte wurden in der Einrichtung entwickelt?
  • Welche neuen Themen / Probleme oder Missstände haben sich für Adressat(inn)en aufgetan?
  • Was fehlt, wenn Soziale Arbeit fehlt?
  • Was benötigt Soziale Arbeit heute – morgen – nach Corona?

#dauerhaftsystemrelevant

Die Geschichten können dazu beitragen, öffentlich zu machen, wo die Schieflagen sind – denn nach Ansicht des DBSH ist jetzt die Zeit, um für die Profession Sozialer Arbeit einzustehen.

Persönliche Geschichte können an tagebuch@DontReadMedauerhaft-systemrelevant.de gesendet werden. Auf der Homepage steht unter www.dauerhaft-systemrelevant.de außerdem ein Formular zur Verfügung.

Die Berichte werden anonymisiert mit Arbeitsfeld und Bundesland für die Veröffentlichung und Auswertung im Rahmen der Kampagne #dauerhauftsystemrelevant verwendet.

Zum Hintergrund

Die vom Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit e.V. (DBSH) initiierte Fachkräftekampagne #dauerhaftsystemrelevant ist ein Zusammenschluss von aktiven Sozialarbeiter/-innen aus unterschiedlichen Handlungsfeldern und dem gesamten Bundesgebiet. Ziel ist es, mit #dauerhaftsystemrelevant auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung Sozialer Arbeit hinzuweisen und für eine angemessene strukturelle Ausgestaltung Sozialer Arbeit einzutreten. Dabei stellt die Kampagne über verschiedene Social-Media-Kanäle öffentlichkeitswirksam die Relevanz Sozialer Arbeit dar und wirkt der Unsichtbarkeit Sozialer Arbeit entgegen. Gleichzeitig wendet sich die Kampagne mit Stellungnahmen und Forderungen an politische Akteur/-innen, um auf verantwortlicher Ebene für eine bessere strukturelle Ausgestaltung sowie bessere Arbeitsbedingungen in der Sozialen Arbeit einzutreten.

Info-Pool