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Corona-Aufholpaket

DBJR fordert bei der Umsetzung Jugendverbände einzubeziehen

Drei Jugendliche sitzen vor der Schule auf einer Treppe, halten Hefte in der Hand und lachen
Bild: © Africa Studio - fotolia.com

Das Bundeskabinett hat am 05. Mai 2021 das „Corona-Aufholpaket“ auf den Weg gebracht. Bei der Umsetzung muss laut dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR) der Fokus auf einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung liegen und darauf, dass möglichst viele Angebote direkt für Kinder und Jugendliche finanziert werden. Damit auch Präsenzformate schnellstmöglich und unbürokratisch realisiert werden können, müssten Jugendverbände und -ringe eingebunden werden.

Der DBJR begrüßt den Kabinettsbeschluss für das Aufholprogramm im Umfang von zwei Milliarden Euro. Die Hälfte davon ist für die Aufstockung verschiedener sozialer Programme vorgesehen, um die sozialen und psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern. Die finanzielle Unterstützung sei für Kinder und Jugendliche wichtig, um Ausfälle durch die Corona-Pandemie aufzuholen und wieder stärker als derzeit an der Gesellschaft teilzuhaben.

Endlich werden junge Menschen in den Blick genommen

Richtig sei, dass – anders als bisher – endlich junge Menschen nicht nur unter dem Blickwinkel der formalen Bildung betrachtet werden, sondern in gleichem Umfang auch der außerschulische Bereich berücksichtigt wird. Nur so könne den vielschichtigen Bedürfnissen junger Menschen begegnet werden.

Gleichwohl stellte der DBJR fest, dass die finanziellen Mittel im Vergleich zu den Summen, die für Unternehmen der Wirtschaft geflossen sind, gering ausfallen. Auch komme das Programm vergleichsweise spät.

Regierung und Parlament müssten jetzt alles dafür tun, die guten Absichten des Aufholpakets auch schnell umzusetzen und die Mittel dafür rasch bereit stellen. Verwaltungsaufwand und Bürokratie müssten dabei minimal sein. Das bedeute auch, dass von den Mitteln möglichst viele junge Menschen profitieren können. Es sei bedauerlich, wenn größere Teile aus dem Paket an ohnehin gut ausgestattete bundeszentrale Einrichtungen fließen sollen. Besser und zielgerichteter wäre es, möglichst viele Angebote direkt vor Ort zu finanzieren, dort wo Kosten für Trägern und Teilnehmende entstehen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die für 2022 zugesagten Mittel dann auch noch verfügbar sind.

Fokus darf nicht im Interesse der Wirtschaft liegen

Bei der Umsetzung dürfe der Fokus nicht auf formale Lernrückstände oder Kinderbetreuung im Interesse der Wirtschaft verrutschen. Vielmehr müssten die Bedarfe der jungen Menschen im Mittelpunkt stehen. Seit Monaten gebe es kaum Gruppenstunden, Zeltlager, Treffen junger Menschen in Präsenz, in denen Gemeinschaft erlebt, Ideen ausgetauscht und Aktivitäten geplant werden können. Für eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung müsse soziales Lernen und Erleben mit Gleichaltrigen stattfinden.

Es müssen, so fordert es der DBJR, also wieder Räume geschaffen werden, in denen Kinder und Jugendliche Gleichaltrige treffen und sich entfalten können. Zudem brauche es sehr zeitnah Planungsperspektiven für den Sommer, damit Freizeiten und non-formale Bildungsangebote wieder möglich werden.

Dabei sei es sehr wichtig, die Bedarfe bei den Expert(inn)en vor Ort abzufragen. Der DBJR und seine Mitgliedsorganisationen haben während der Pandemie im Interesse von Kindern und Jugendlichen nach Möglichkeiten gesucht, die gesundheitlichen und sozialen Risiken abzufedern. Diese Expertise und Erfahrungen solle die Bundesregierung nutzen.

Quelle: Deutscher Bundesjugendring

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