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Österreich

Corona-Maßnahmen verstärken psychosozialen Druck bei Kindern und Jugendlichen dramatisch

Ein Junge sitzt auf einer Treppe und hört Musik
Bild: Goh Rhy Yan - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Die österreichische Bundesjugendvertretung sieht Kinder und Jugendliche am Limit und fordert die Regierung zum Handeln auf. Unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen soll wieder mehr soziale Interaktion ermöglicht werden.

Anlässlich der Verhandlungen zu den Öffnungsschritten appelliert die Bundesjugendvertretung (BJV) an die Bundesregierung, die psychosozialen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf Kinder und junge Menschen keinesfalls außer Acht zu lassen. Die dramatischen Ergebnisse aktueller Studien verdeutlichen die psychosoziale Notlage junger Menschen in der Pandemie: „Kinder und Jugendliche sind am Limit, uns jungen Menschen geht es nicht gut. Seit einem Jahr nehmen emotionale Störungen, Depressionen, Krisen, aber auch schwere Verläufe von Essstörungen bei jungen Menschen deutlich zu. Die Wiederöffnung von Schulen und der Zugang zu Angeboten der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit muss bei der Entwicklung von Lösungskonzepten endlich Priorität haben“, fordern die BJV-Vorsitzenden Isabella Steger und Derai Al Nuaimi. Dafür braucht es vor allem die Zusammenarbeit zwischen Politik, Pädagog(inn)en, Schüler(inne)n und Gesundheitsexpert(inn)en, um Konzepte zu erarbeiten, die eine langfristige und sichere Lösung schaffen.

Die BJV ist sich der aktuell erhöhten Gefahr durch Mutationen des Virus bewusst und appelliert dazu, die Situation weiterhin sehr ernst zu nehmen. Sicherheitsmaßnahmen müssen klar eingehalten werden. Allerdings müssen dringend entsprechende Möglichkeiten geschaffen werden, die jungen Menschen den sozialen Austausch ermöglichen.

„Schule und Freizeit sind für Kinder und Jugendliche wichtige Entwicklungsfelder. Fehlende soziale Kontakte wirken sich fatal auf die Gesundheit junger Menschen aus. Gerade deshalb ist es wichtig, auch hier die psychosoziale Betreuung sicher zu stellen“, erklärt Steger und fordert abschließend den Ausbau von Schulsozialarbeit und Schulpsychologie sowie endlich flächendeckend kostenlose, niederschwellige Psychotherapieangebote für Kinder und junge Menschen.

Quelle: Österreichische Bundesjugendvertretung vom 01.02.2021

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