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Coronavirus / Kinder- und Jugendpolitik

Caritas zu Corona-Folgen: Bildung und Teilhabe von Kindern stärker angehen

Kind sitzt an einem Tisch und schreibt etwas mit einem großen Bleistift
Bild: rawpixel.com

Caritas-Präsident Peter Neher warnte Ende April: „Viele Kita- und Schulkinder werden gerade um Entwicklungsperspektiven beraubt“. Daher fordert der Wohfahrtsverband die Themen Bildung und Teilhabe von Kindern noch stärker und konkreter in den Blick zu nehmen.

„Kinder, gerade diejenigen mit besonderem Unterstützungsbedarf, müssen jetzt verstärkt in den Blick genommen werden, zum Beispiel durch kluge, weiterreichende Anpassungen des Bildungs- und Teilhabepakets“, kommentiert Caritas-Präsident Peter Neher die Beschlüsse von Kultus- und Jugendministerkonferenzen und die Bausteine der Corona-Gesetzgebung, die die Regierung Ende April auf den Weg gebracht hat. „Viele Kita- und Schulkindern werden gerade um Entwicklungsperspektiven beraubt“, so Neher weiter.

Mangel an konkrete Empfehlungen

Der Deutsche Caritasverband begrüßt, dass die Kultus- und Jugendministerkonferenz mit ihren Beschlüssen das klare Signal gesendet haben: Das Wohl der Kinder gehört in den Mittelpunkt. Die Vorschläge, Kitas und Schulen schrittweise und der regional unterschiedlichen Ausgangslage entsprechend wieder zu öffnen, gehen in die richtige Richtung.

„Wir bedauern, dass die Ankündigung der Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz, es brauche zusätzliche Angebote für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf, noch nicht mit konkreten Empfehlungen hinterlegt sind“, so Neher. Kinder müssen Möglichkeiten bekommen, Lernunterstützung zu Hause zu erfahren und die Rückkehr-Konzepte müssen Schülerinnen und Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf gesondert berücksichtigen. Die Einbeziehung der Schulsozialarbeit in die Konzepte muss dabei selbstverständlich sein.

Ersatz für das schulische Mittagessen gut organisieren

Kita- und Schulkinder müssen im Moment auf das Mittagessen in ihrer Bildungseinrichtung verzichten. „Wir hoffen, dass mit den Vorschlägen der Ministerkonferenz Vorstellungen vom Tisch sind, ‚Mittagessen auf Rädern‘ in die Wohnungen der Kinder zu organisieren, denn diese Option ist realitätsfremd“, so der Caritas-Präsident.

Der Ersatz für das kostenlose Mittagessen muss nah an die bestehenden schulischen Versorgungstrukturen angelehnt sein – also zum Beispiel so, dass die Kinder in Kleingruppen im Klassenzimmer das Essen einnehmen oder das Essen nach dem Unterricht aus der Schule mit nach Hause nehmen. Es geht darum, den Kontakt mit der Institution Schule zu halten. Daher sollte das Mittagessenskonzept mit dem pädagogischen Konzept der Schule verzahnt werden, so die Forderung des Deutschen Caritasverbandes. Das gleiche gilt für die Kitas.

Der Deutsche Caritasverband fordert darüber hinaus: Die im Bildungs- und Teilhabepaket vorgesehenen Leistungen zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben sollten – solange Kinos und Sportstätten noch geschlossen sind – auch für den Kauf von Büchern verwendet werden können. Die im Bildungs- und Teilhabepaket enthaltene Unterstützung der Lernförderung, also die Möglichkeit zur Nachhilfe, sollte zudem großzügig gehandhabt werden. Im Moment bekommen sie Familien nur unter restriktiven Voraussetzungen.

Quelle: Deutscher Caritasverband e.V. vom 29.04.2020

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