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Coronavirus / Kinder- und Jugendarbeit

BW: Landesjugendring fordert Unterstützung der Jugendarbeit in der Corona-Krise

Zehn junge Erwachsene stehen im Kreis auf einer Wiese und halten sich die Hände.
Bild: © loreanto - Fotolia.com

„Die Kinder- und Jugendarbeit darf im Interesse der Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg durch die Corona-Krise keinen dauerhaften Schaden nehmen“, so der Landesjugendring Baden-Württemberg. Er fordert, die Strukturen der Jugendarbeit in Baden-Württemberg durch kommunale Rettungsschirme vor Ort und überregional durch das Land mit der Aufnahme in bereits aufgespannte Rettungsschirme zu schützen.

Spätestens seit Mitte März hat uns die Corona Krise erreicht und trifft die Jugendarbeit auch in Baden-Württemberg mit großer Wucht. Alle Menschen sind derzeit – wenn auch in unterschiedlicher Weise – von der Pandemie betroffen. So ist auch die gewohnte Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen aus den Fugen geraten. Wegen der Kontaktsperre sind keine realen Treffen mit Gleichaltrigen und Freund(inn)en möglich, nur noch virtuelle Räume stehen derzeit dafür zur Verfügung.

Angebote der Jugendverbände sind wichtig

Jugendhäuser und Schulen sind in Baden-Württemberg bis mindestens 19.4.2020 per Landesverordnung geschlossen. Und die weitgehend ehrenamtlich strukturierte verbandliche Kinder- und Jugendarbeit, die von der Selbstorganisation junger Menschen lebt, darf gar bis 15.6.2020 keine Formen ihrer üblichen gemeinschaftlichen Aktivitäten realisieren, so der Landesjugendring Baden-Württemberg. Ob Jugendgruppen, Pfadfinder/-innen-Stämme, Stadtjugendringe oder Bildungsreferent(inn)en, mit Kreativität, Improvisation und Engagement, mit Entdecken, Forschen und Erkunden gestalten sie derzeit jugendliche Lebenswelten im meist virtuellen Raum neu. Das was dabei heute wirkungsmächtig wird, wird auch in die Zeit nach der Corona-Krise hineinwirken.

Wir wissen: Gesundheit steht in der jetzigen Situation an erster Stelle – auch in der Jugendarbeit. Wir wissen aber im Ehrenamtsland Baden-Württemberg auch, dass die Angebote der Jugendverbände und -ringe für Kinder und Jugendliche, für ihre Persönlichkeitsentwicklung und für ihre Sozialisation wichtig sind. Das gilt heute in Zeiten der Pandemie und das muss auch in den Zeiten danach gelten, appelliert der Landesjugendring.

Forderungen des Landesjugendrings

Doch manche Jugendverbände und -ringe sind existentiell bedroht. Die Strukturen der Jugendarbeit müssen durch kommunale Rettungsschirme vor Ort und überregional durch das Land mit der Aufnahme in bereits aufgespannte Rettungsschirme geschützt werden, fordert der Landesjugendring:

  1. Jugendverbände und -ringe, die Geschäftsstellen, Bildungsstätten, Gruppenhäuser, Zeltplätze und andere Jugendfreizeitstätten unterhalten, haben weiterhin hohe Betriebsausgaben, aber keine Einnahmen mehr. Hierdurch droht bei manchen kurzfristig die Zahlungsunfähigkeit. Unbürokratische und kurzfristige Hilfe ist nötig!
  2. Absagen von Maßnahmen zur Ehrenamtsqualifizierung, von Seminaren und Oster-, Pfingst- und möglicherweise Sommerfreizeiten führen ggf. zu hohen Stornokosten bei gleichzeitigem Wegfall von Einnahmen durch Teilnahmebeiträge. Staatliche Förderung für deren Durchführung muss nun für die Kompensation der Absagekosten umgewidmet werden und schnell zur Verfügung stehen.
  3. Die neu entstehenden digitalen Formen der Jugendarbeit müssen in der aktuellen Situation unbürokratisch finanziell gefördert werden.
  4. Durch die coronabedingte Absage von Maßnahmen und Seminaren werden 2020 die Teilnahmetage als Bemessungsgrundlage für die Förderung sinken. Dadurch dürfen für die zukünftige Beantragung von Mitteln keine Nachteile entstehen.

Die Strukturen und Angebote der Kinder- und Jugendarbeit dürfen im Interesse der Kinder und Jugendlichen in Baden-Württemberg durch die Corona-Krise keinen dauerhaften Schaden nehmen. Die Vielfalt der Strukturen und Träger der Kinder- und Jugendarbeit muss gesichert werden, betont der Landesjugendring.

Quelle: Landesjugendring Baden-Württemberg

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