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Coronavirus / Bildungspolitik

Bund stärkt in der Krise digitale Lernangebote für Erwachsene

Hand bedient Computermaus
Bild: Death to Stock

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird die digitalen Lernangebote im vhs-Lernportal der Volkshochschulen durch die Schulung zusätzlicher Online-Tutoren deutlich ausbauen. Außerdem hat das BMBF den Innovationswettbewerb INVITE (Digitale Plattform Berufliche Weiterbildung) im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie gestartet.

Auch die Volkshochschulen sind mit ihren vielfältigen Angeboten von der vorübergehenden Schließung der Bildungseinrichtungen betroffen. Präsenzkurse können nicht mehr stattfinden. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erklärte: „Der Bund hat sich in den vergangenen Tagen an verschiedenen Stellen engagiert, damit digitale Bildungsangebote stärker genutzt werden können. Das ist uns auch in der Erwachsenenbildung wichtig.“ Deshalb wird das Bundesbildungsministerium die Schulung von zusätzlichen Lehrkräften zu Online-Tutoren für das vhs-Lernportal ermöglichen. Damit kann der digitale Unterricht in den für die Gesellschaft besonders wichtigen Bereichen Alphabetisierung und Grundbildung (also Lesen, Schreiben, Rechnen) und Deutsch als Zweitsprache im vom Bund geförderten Lernportal massiv ausgebaut werden. Dies betrifft auch die Integrations- und Berufssprachkurse für Zugewanderte. Die Online-Tutoren sollen die Kursteilnehmer/-innen beim Lernen im Lernportal unterstützen. Sie sind damit Ansprechpartner und Lernpartner zugleich.

Kurzfristige Aufstockung der Mittel für das Lernportal

„Das vhs-Lernportal fördern wir seit 2014 mit rund 14 Millionen Euro. Jetzt investieren wir kurzfristig weitere 500.000 Euro. Damit bauen wir eine Brücke, damit Kursteilnehmer nicht auf sich allein gestellt sind, sondern auch weiterhin professionell durch Online-Tutoren angeleitet werden können“, so Karliczek weiter. Das gilt auch für die Integrationskurse, die aufgrund der Schließung der Bildungseinrichtungen aktuell ausfallen müssen. Kursteilnehmer/-innen können ihr Wissen auffrischen und auch schon Lernfortschritte machen, bis der eigentliche Kurs wieder stattfinden kann.

„Mit dieser Maßnahme reagieren wir kurzfristig auf einen starken Anstieg der Nutzerzahlen im Lernportal: Nachdem die Präsenzkurse in den Volkshochschulen nicht mehr stattfinden konnten, hat sich die Zahl der genutzten Lerneinheiten auf 16.000 täglich vervierfacht. Die Zahl steigt weiter an. Damit ist das Lernportal in der Krise ein absoluter Gewinn. Wer jetzt in der Krise seine Grundbildung oder Deutschkenntnisse verbessert, erhöht seine Chancen auf eine gute Beschäftigung nach der Krise“, betonte Karliczek abschließend.

Was bietet das vhs-Lernportal?

Das vhs-Lernportal des Deutschen Volkshochschul-Verbands e.V. (DVV) bietet für Lernende kostenfreie digitale Lernangebote in den Bereichen Alphabetisierung und Grundbildung sowie Deutsch als Zweitsprache an. Ergänzt wird dies durch Angebote zur Vorbereitung auf das Nachholen des Schulabschlusses und weitere Themenfelder wie gesundheitliche Grundbildung.

Die im vhs-Lernportal angebotenen Kurse können in Präsenzangebote im Sinne eines Blended-Learning-Konzepts integriert werden oder eigenständig ohne Anbindung an einen Kurs genutzt werden. Die Lernenden werden im Lernportal durch speziell geschulte Lehrkräfte (Online-Tutoren) begleitet.

Das BMBF hat den Auf- und Ausbau des vhs-Lernportals seit 2014 mit rund 14 Millionen Euro gefördert. Durch eine weitere Aufstockung um rund 500.000 Euro können nun zusätzliche Lehrkräfte zu Online-Tutoren geschult werden und so mehr Lernende im vhs-Lernportal tutoriell begleitet werden.

Innovationswettbewerb INVITE (Digitale Plattform Berufliche Weiterbildung) gestartet

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat zudem die Förderrichtlinie zum Innovationswettbewerb INVITE (Digitale Plattform Berufliche Weiterbildung) veröffentlicht.

Dazu erklärte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: „Wir stellen insgesamt 35 Millionen Euro zur Verfügung, damit in den nächsten Jahren konkrete Innovationen für die berufsbezogene Weiterbildung entwickelt werden. Diese Innovationen sollen dazu beitragen, dass alle Menschen digital möglichst unkompliziert und schnell die Weiterbildung finden, die zu ihnen passt. Für den Innovationswettbewerb haben wir drei Ziele vor Augen: Zum einen wollen wir erreichen, dass sich Weiterbildungsplattformen besser untereinander vernetzen. Das macht das Angebot besser überschaubar. Außerdem soll die Qualität von Weiterbildungsplattformen verbessert werden. Als drittes Ziel – und hier sind wir bei der digitalen Weiterbildung selbst: Wir wollen mit dem Wettbewerb die Chancen von Künstlicher Intelligenz (KI) auch für den eigentlichen Lernprozess nutzen. Das heißt wir wollen mit KI-gestützten Lehr-Lernangebote Lernen flexibler und bedarfsgerechter gestalten. Und schließlich soll INVITE in Ergänzung zu den Zielen Leitlinien für einen innovativen digitalen Weiterbildungsraum schaffen.“ Der Innovationswettbewerb INVITE war ein zentrales Versprechen aus der Nationalen Weiterbildungsstrategie.

Weitere Informationen zum Innovationswettbewerb

Für alle an einer Antragstellung Interessierte wird das BMBF ein Format anbieten, das der weiteren Information, dem Austausch und der Verabredung von Kooperationen zwischen den potenziellen Antragstellenden dienen soll. Förderinteressierte haben bis zum 15. September 2020 Zeit, eine Projektskizze einzureichen. Die ausgewählten Projekte sollen dann 2021 starten können. Für die Projekte in den drei Entwicklungsfeldern beträgt die Laufzeit bis zu 36 Monate, für die Begleitforschung ist eine Laufzeit von bis zu 42 Monaten vorgesehen.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ist mit der fachlichen und administrativen Begleitung des Wettbewerbs beauftragt. Weiterführende Informationen zu INVITE stehen auf der Webseite des BIBB zur Verfügung.

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 02.04. und 06.04.2020

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