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Coronavirus / Sozialforschung

BfR-Corona-Monitor: Vor allem Jüngere wollen sich mit Hilfe der App schützen

Ein Jugendlicher in schwarzer Kleidung trägt einen Mundschutz und schaut auf sein Smartphone
Bild: Mark Claus - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Die aktuelle Ausgabe des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigt: Mehr jüngere als ältere Menschen nutzen die Corona-Warn-App. Sie nutzen auch häufiger Social Media als Informationsquelle über das Virus. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass die Akzeptanz der aktuellen Kontaktbeschränkungen, z.B. die Pflicht zum Tragen von Masken, gestiegen ist.

Eine Woche nach dem Start der Corona-Warn-App wurde sie bereits millionenfach heruntergeladen. 28 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland geben an, die App schon zu verwenden. Dies zeigen die Umfrageergebnisse des aktuellen „BfR-Corona-Monitors“ des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Dabei nutzen anscheinend Jüngere die App eher als Ältere. „40 Prozent der unter 40-jährigen sagen, dass sie die App zu Hilfe nehmen“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Bei den stärker gefährdeten Personen ab 60 Jahren sind es dagegen mit 19 Prozent deutlich weniger.“

Auch die Nutzung von sozialen Medien als Informationsquelle zum neuartigen Coronavirus unterscheidet sich zwischen den Altersgruppen. Während diese für Personen ab 60 Jahren fast keine Rolle spielen, geben etwa die Hälfte der unter 40-jährigen an, sich mit ihrer Hilfe zu informieren. Über alle Altersgruppen hinweg liegt dieser Anteil bei rund einem Viertel.

An manche Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie hat sich die Bevölkerung anscheinend gewöhnt. So akzeptieren mehr Menschen seit der letzten Erhebung die (mittlerweile gelockerten) Kontaktbeschränkungen. Während seit Mai jeweils rund 70 Prozent der Befragten die Kontaktbeschränkungen als angemessen einstuften, steigt dieser Anteil in der aktuellen Befragung auf 79 Prozent. Die Pflicht zum Tragen von Masken in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln wird sogar von 88 Prozent der Befragten akzeptiert.

Die Infektionsfälle bei Beschäftigten von fleischverarbeitenden Betrieben erhöht anscheinend nicht die Befürchtung, sich über Lebensmittel anzustecken. So wurden Lebensmittel noch vor zwei Wochen von 13 Prozent der Befragten als wahrscheinlicher Übertragungsweg des neuartigen Coronavirus angesehen – diese Woche sank dieser Wert auf acht Prozent. Diese Haltung deckt sich mit der Einschätzung des BfR, wonach eine Infektion über Lebensmittel unwahrscheinlich ist.

In der sich dynamisch verändernden Situation aktualisiert das BfR kontinuierlich seine FAQs zum Thema Coronavirus.

Über den BfR-Corona-Monitor

Der BfR-Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige) repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Zwischen dem 24. März und 26. Mai 2020 wurden dazu jede Woche rund 500 zufällig ausgewählte Personen per Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des Ansteckungsrisikos und zu ihren Schutzmaßnahmen befragt. Seit Juni 2020 wird die Befragung im Zwei-Wochen-Rhythmus mit jeweils rund 1.000 Befragten fortgeführt. Eine Zusammenfassung der Daten wird regelmäßig auf der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung veröffentlicht. Mehr Informationen zur Methode und Stichprobe finden sich in den Veröffentlichungen zum BfR-Corona-Monitor.

BfR-Corona-Monitor (Stand 23./24. Juni 2020) (PDF, 406 KB)

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung vom 26.06.2020