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Coronavirus / Sozialforschung

BfR-Corona-Monitor: Menschen fühlen sich weniger gut informiert

Illustration einer Person, die sich gegen Viren wehrt.
Bild: Alexandra Koch - pixabay.com

Die Akzeptanz gegenüber den Bestimmungen zur Eindämmung des Coronavirus liegt weiterhin auf einem hohen Niveau. Eine deutliche Veränderung zeigt sich dagegen bei der wahrgenommenen Informiertheit der Befragten. Das zeigt der BfR-Corona-Monitor, eine regelmäßige Erhebung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Maßnahmen gegen die Ausbreitung finden weitgehende Zustimmung

Sollen Personen, die aus Risikogebieten nach Deutschland kommen, auf das neuartige Coronavirus getestet werden? 91 Prozent der Befragten befürworten dies.

Die Abstandsregelung, die Maskenpflicht sowie die Absage von Veranstaltungen werden von jeweils mehr als 85 Prozent der Befragten als angemessen eingestuft. „Die hohe Zustimmung zu den Maßnahmen deutet darauf hin, dass sich die Bevölkerung der Risiken durch das Virus nach wie vor bewusst ist“, kommentiert BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel die aktuellen Ergebnisse.

Die gängigen Schutzmaßnahmen sind anscheinend für viele schon zur Routine geworden zu sein. So gaben jeweils mindestens 90 Prozent der Befragten an, Masken zu tragen, sich gründlicher die Hände zu waschen und mehr Abstand zu anderen zu halten. Wie bereits in den Wochen zuvor gibt auch in der aktuellen Befragung rund ein Drittel an, die App der Bundesregierung zu nutzen.

Veränderung bei der wahrgenommenen Informiertheit

Eine deutliche Veränderung zeigt sich dagegen bei der wahrgenommenen Informiertheit der Befragten. Seit Juni hatten jeweils knapp über 60 Prozent der Befragten angegeben, sich gut über das Geschehen zum neuartigen Coronavirus informiert zu fühlen. In der aktuellen Erhebung sank dieser Wert auf 52 Prozent ab. Relativ unverändert blieben die genutzten Informationskanäle sowie die Einschätzung der Medienberichterstattung: Nach wie vor bewerten rund zwei Drittel diese als angemessen, während 29 Prozent die Berichterstattung als übertrieben empfinden.

Über die Sommermonate hinweg hat sich die Beunruhigung der Bevölkerung über die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus auf verschiedene Lebensbereiche unterschiedlich entwickelt: Während die Befürchtungen in Bezug auf soziale Beziehungen sowie der körperlichen und psychischen Gesundheit leicht zugenommen haben, blieb die Sorge über die eigene wirtschaftliche Situation vergleichsweise stabil.

Das BfR passt seine FAQs zum Thema Coronavirus zum Thema Coronavirus laufend dem Stand der Wissenschaft an.

Über den BfR-Corona-Monitor

Der BfR-Corona-Monitor ist eine wiederkehrende (mehrwellige) repräsentative Befragung zur Risikowahrnehmung der Bevölkerung in Deutschland gegenüber dem neuartigen Coronavirus. Zwischen dem 24. März und 26. Mai 2020 wurden dazu jede Woche rund 500 zufällig ausgewählte Personen per Telefon unter anderem zu ihrer Einschätzung des Ansteckungsrisikos und zu ihren Schutzmaßnahmen befragt. Seit Juni 2020 wird die Befragung im Zwei-Wochen-Rhythmus mit jeweils rund 1.000 Befragten fortgeführt. Eine Zusammenfassung der Daten wird regelmäßig auf der Homepage des Bundesinstituts für Risikobewertung veröffentlicht. Mehr Informationen zur Methode und Stichprobe finden sich in den Veröffentlichungen zum BfR-Corona-Monitor.

BfR-Corona-Monitor (Stand 18.-19. August 2020) (PDF, 423 KB)

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftlich unabhängige Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung vom 24.08.2020

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