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Baden-Württemberg

Bericht untersucht Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Rollenverteilung in Familien

Ein Vater liest einem Baby aus einem Buch vor
Bild: NappyStock - nappy.co   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Die aktuelle Ausgabe der Berichtsreihe „GesellschaftsReport BW“ geht der Frage nach, wie die Corona-Pandemie den Alltag von Familien verändert hat. Es werden die Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit, die familiäre Rollenverteilung und das Belastungsempfinden von Eltern beleuchtet. Der Bericht steht als PDF-Download zur Verfügung.

Die aktuelle Ausgabe der Berichtsreihe „GesellschaftsReport BW“, die im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg von der FamilienForschung Baden-Württemberg verfasst wird, widmet sich der Frage, wie die Corona-Pandemie den Alltag von Familien verändert hat. Unter dem Titel „Vereinbarkeit im Stresstest – Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Erwerbstätigkeit und Rollenverteilung in Familien“ (PDF: 1,2 MB) stellt der GesellschaftsReport dar, wie sich die Corona-Pandemie auf die Erwerbstätigkeit von Eltern ausgewirkt hat und inwiefern Mütter und Väter unterschiedlich von den Auswirkungen betroffen waren. Es zeigt sich, dass vor allem Eltern mit einem geringen Einkommen oder geringerem sozialen Status von Beeinträchtigungen der Erwerbstätigkeit betroffen waren und dass Mütter wiederum höheren Einkommens- und Beschäftigungsrisiken ausgesetzt waren als Väter.

Auswirkungen auf Rollenverteilung in der Familie

Auch geht der Report der Frage nach, wie die besonderen Umstände und insbesondere die Schließung der Bildungseinrichtungen die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern beeinflusst haben und welche Folgen die Pandemie für das Belastungsempfinden von Eltern hatte. Die Daten legen nahe, dass sich die Rollenverteilung in der Mehrheit der Familien nicht grundsätzlich verändert hat, und folglich Frauen wie bereits vor der Pandemie den größten Teil der Hausarbeit und Kinderbetreuung übernahmen. Aber auch Väter brachten sich in der Kinderbetreuung mehr ein als vor der Pandemie, dies vor allem durch veränderte Rahmenbedingungen wie Homeoffice oder Kurzarbeit.

Manfred Lucha, der Ministerfür Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg, sagte am 04. April in Stuttgart:

„Die Ergebnisse haben uns einmal mehr verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf ein entscheidender Faktor für die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ist. Hier sind Staat und Gesellschaft in der Verantwortung, dass bisher erreichte Fortschritte nicht wieder an Bedeutung verlieren. Es darf keinen Roll-back geben!“

Familien in besonderen Lebenslagen

Die Situation von Familien in besonderen Lebenslagen wird durch Interviews mit Vertreterinnen des Verbands für Alleinerziehende Mütter und Väter in Baden-Württemberg (VAMV-BW) und des Vereins Rückenwind e. V., einem Verein für Familien mit Kindern mit Behinderungen, veranschaulicht. Mit der Pandemie ist viel Unterstützung weggefallen und Eltern waren oft auf sich allein gestellt. Diese Situation hat viele Eltern, Kinder und Jugendliche an ihre Belastungsgrenze gebracht – vor allem Eltern, die gleichzeitig beruflich gefordert waren.

Lucha sagte weiter:

„Der Gesellschaftsreport blickt hier zu Recht auf die Alleinerziehenden und Familien mit Kindern mit Behinderungen. Mit spezifischen Regelungen – zum Beispiel im Rahmen der Notbetreuung – haben wir uns bemüht, diese besonderen Bedarfe zu berücksichtigen. Gerade bei Kindern mit schweren Behinderungen war dies immer ein komplexer Abwägungsprozess, da sie nicht nur in hohem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, sondern oftmals auch zu besonders gefährdeten Gruppen gehören.“

Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit für beide Geschlechter verbessern

Aus den Ergebnissen des GesellschaftsReports BW und den Erfahrungen der Eltern werden abschließend familien- und gleichstellungspolitische Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit für beide Geschlechter abgeleitet.

Minister Lucha:

„Jede Krise bietet auch Chancen. Daher werden wir die Analyse nutzen, unseren Blick dafür zu schärfen, welche Neuausrichtungen sich bieten. Unsere Aufgabe ist es nun, die dargestellten Herausforderungen anzunehmen und geeignete Lösungen für die bessere und geschlechtergerechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu entwickeln.“

Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg vom 04.04.2022

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