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Coronavirus / Kinderschutz

Appell der Wissenschaft: „Kinderschutz ist systemrelevant“

Collage von Personen und Sprechblasen als Symbol für Diskussionen
Bild: © Julien Eichinger - fotolia.com

Über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen in ganz Deutschland fordern in einem dringenden Appell an die Politik, den Kinderschutz auch während der Corona-Krise zu gewährleisten. Gefordert wird mehr Kinderschutz in der Corona-Pandemie und „Kinderschutz ist systemrelevant“ lautet die zentrale Aussage.

Prof. Dr. Maud Zitelmann und Prof. Dr. Carola Berneiser von der Frankfurt University of Applied Sciences sowie Prof. Dr. Kathinka Beckmann von der Hochschule Koblenz haben am 28. März einen Appell an die Politik gestartet, den Kinderschutz auch während der Corona-Krise zu gewährleisten. Innerhalb von 24 Stunden wurde der Appell von über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Bereichen der Sozialen Arbeit, der Erziehungswissenschaften, der Kindheitswissenschaften, der Pädagogik, der Sozialwissenschaften und weiteren unterzeichnet. Am 29. März wurde er an Landtags- und Bundestagsabgeordnete verschickt.

Große Sorge um den Schutz der Kinder

Der Appell soll die Politiker/-innen auf die schwierige Situation von gefährdeten Kindern und Jugendlichen aufmerksam machen, wenn Jugendämter aufgrund der Corona-Krise nicht mehr vollumfänglich arbeitsfähig sind oder Hausbesuche nicht stattfinden können, Tagesgruppen geschlossen werden und klare Vorgaben durch die Politik fehlen.

Aufgrund der Isolation der Kinder in den Familien sowie der deutlichen Absenkung fachlicher Standards in der Jugendhilfe sind die Wissenschaftler/-innen in großer Sorge um den Schutz der Kinder.

Kinderschutz ist systemrelevant

Fachkräfte der Erziehungshilfen und Jugendämter seien folglich systemrelevant und so auszustatten, dass sie den Kindern und Jugendlichen weiter helfen und ihren Schutz gewährleisten können.

Kitas und Schulen müssten Kindern, deren Wohl aus Sicht der Jugendämter beeinträchtigt ist, wie schon in manchen Bundesländern der Fall, überall weiter offen stehen.

Das durch die Krisen in Familien und Schließung der Kindertagesstätten und Schulen deutlich erhöhte Risiko vermehrter Vernachlässigung, Misshandlung oder sexualisierter Gewalt müsse durch die Schulen, Kampagnen in den Medien, Online-Beratung für Kinder und Erwachsene und flankierend durch ein Sofortprogramm für mehr Personal und eine gute Ausstattung der Jugendhilfe (auch Infektionsschutz) gesenkt werden.

Download Appell: Mehr Kinderschutz in der Corona-Pandemie (PDF, 586 KB)

Quelle: Frankfurt University of Applied Sciences vom 30.03.2020

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