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Coronavirus / Bildungspolitik

Anschaffung digitaler Endgeräte: Bildungsgewerkschaft zu den Beschlüssen des Koalitionsausschusses

Laptop, Tablet und Smartphone liegen auf einem Schreibtisch
Bild: rawpixel com

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt grundsätzlich, dass Schülerinnen und Schüler aus ärmeren Familien einen Zuschuss für die Anschaffung digitaler Endgeräte bekommen sollen. Im Detail zeige sich, dass die soziale Schere durch den Fernunterricht noch weiter auseinanderzugehen drohe.

Der Koalitionsausschuss hatte gestern Abend beschlossen, für den digitalen Unterricht zusätzlich 500 Millionen Euro bereit zu stellen. Mit diesem Geld sollen Schülerinnen und Schüler aus ärmeren Haushalten mit 150 Euro für die Anschaffung digitaler Endgeräte unterstützt und die Schulen für das Angebot professioneller online-Angebote gefördert werden.

Der Eigenanteil ist für arme Familien zu groß

„Das ist ein richtiger Schritt: Die Tücke liegt jedoch im Detail“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Donnerstag (23. April 2020). „Für arme Eltern reicht die Hilfe von rund 150 Euro nicht aus. Wer Sozialhilfe bekommt, kann den Eigenanteil beim Kauf der Tablets oder PCs nicht stemmen – vor allem wenn in den Familien mehrere Schulkinder leben.“ Für diese Haushalte müsse es zusätzliche Unterstützung geben. Tepe schlug vor, das Geld vor Ort nach Sozialindex zu verteilen. Die Kommune als Schulträger müsse gemeinsam mit den Schulen entscheiden und Vorschläge für geeignete Endgeräte entwickeln. „Die soziale Schere darf durch den Fernunterricht nicht noch weiter auseinandergehen“, mahnte die GEW-Vorsitzende.

Schulen sind auf digitale Arbeit nicht gut vorbereitet

Sie machte darauf aufmerksam, dass es zurzeit nicht genügend Endgeräte auf dem Markt gebe. Zudem könnten viele Schülerinnen und Schüler, aber auch deren Eltern die Geräte nicht für den schulischen Gebrauch einrichten. Die meisten Schulen seien jedoch mit zu wenigen IT-Fachkräften ausgestattet, die diese Arbeiten schnell ausführen könnten. „Auch in dieser Frage zeigen sich erneut die Versäumnisse der Vergangenheit, die Schulen auf die Arbeit mit digitalen Mitteln gut vorzubereiten“, betonte Tepe.

Die GEW-Vorsitzende wertete positiv, dass sich der Koalitionsausschuss darauf verständigt habe, das Kurzarbeitergeld aufzustocken und den Bezug des Arbeitslosengeldes nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III zu verlängern. Für diese Maßnahmen hätten sich die Gewerkschaften in den vergangenen Wochen eingesetzt.

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vom 23.04.2020

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