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Save the Children: Der Schutz der Kinder muss bei den Friedensgesprächen oberste Priorität haben

Vater Za'ahir hält Blume in der Hand, die sein in Syrien getötetes 6jähriges Kindes symbolisiert
Bild: Jonathan Hyams/Save the Children

Save the Children appellierte am 22.01.2014 gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen in einem offenen Brief an alle Teilnehmer der Friedenskonferenz, den Schutz der Kinder in den Mittelpunkt ihrer Gespräche zu stellen.

"Ich erzähle ihnen meine Geschichte, die mit dem Tod meiner beiden Söhne beginnt. Meine Stadt wurde beschossen und bombardiert. Dabei starben meine Söhne. Am gleichen Tag, nur kurze Zeit später starb meine Tochter Amal - sie war sechs Jahre alt. Tausend Granaten wurden damals auf uns abgefeuert." (Za'ahir, syrischer Flüchtling im Libanon)

Der Brief wurde von 14 hochrangigen Persönlichkeiten wie Antonio Guterres (UN Hochkommissar für Flüchtlinge), Desmond Tutu (ehemaliger Erzbischof und Friedensnobelpreisträger), David Miliband (Vorsitzender des International Rescue Committee), Valerie Amos (UN Nothilfekoordinatorin) und Anthony Lake (Unicef Direktor) unterzeichnet.

Erstmals wenden sich Organisationen, die humanitäre Hilfe leisten gemeinsam an alle Konfliktparteien, damit Mädchen und Jungen vor der Gewalt geschützt werden und lebensrettende Maßnahmen alle Kinder uneingeschränkt erreichen. Über 11.000 Kindern hat der Bürgerkrieg in Syrien bereits das Leben gekostet, 71% wurden willkürlich durch Sprengwaffen in Wohngebieten getötet.

Save the Children, die weltweit größte unabhängige Kinderrechtsorganisation, appelliert an alle Teilnehmer der Genfer Friedensgespräche, den Schutz der Kinder priorisiert zu behandeln und einem Drei-Punkte-Plan zuzustimmen:

  • Erlauben Sie, dass lebensrettende Hilfe alle Kinder in Syrien erreichen kann
  • Stoppen Sie den Einsatz von explosiven Waffen in bewohnte Gebieten
  • Verhindern Sie, dass Schulen und Gesundheitseinrichtungen beschossen oder militärisch genutzt werden

"Jeden Tag erleben die Kinder in Syrien die grausame Brutalität des Krieges: Verwundungen, Tod und Vertreibung. Hundertausende sind in den Kampfgebieten gefangen und erhalten keine oder wenig lebensrettende Hilfe. Für diese Tragödie tragen Menschen die Verantwortung und es liegt in der Macht der Konfliktparteien dies sofort zu stoppen", betont Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland. "Alle Teilnehmer der Friedenskonferenz müssen den Schutz der Kinder als wichtigsten Tagesordnungspunkt behandeln. Die Konfliktparteien haben bereits politischen Willen gezeigt, als die Chemiewaffen vernichtet werden konnten. Diese gemeinsame Entschlossenheit ist wieder erforderlich, damit Kinder und Zivilisten nicht länger im Kreuzfeuer des Konflikts stehen."

Quelle: Save the Children Deutschland e.V. vom 22.01.2014