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Internationale Wochen gegen Rassismus 2012

Grafik: Menschkreis schließt Figur anderer Farbe aus
Bild: © petrol - Fotolia.com

Vom 12. bis 25. März 2012 finden in diesem Jahr die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt.

Alltagsrassismus ist Wegbereiter für tödliche Gewalt. Mörder wie Anders Behring Breivik oder die Angehörigen der sogenannten Zwickauer Zelle morden in der Überzeugung, den Willen einer schweigenden Mehrheit zu erfüllen. „Bei allem berechtigten Erschrecken über das Ausmaß der Gewaltbereitschaft und den Organisationsgrad rechtsextremer Rassisten: Wir dürfen die Augen vor dem alltäglichen Rassismus in unserem Land nicht verschließen“, erklärt der Vorsitzende des Interkulturellen Rates, Jürgen Micksch, anlässlich der Veröffentlichung der Vorbereitungsmaterialien zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 12. bis 25. März 2012.

Alltagsrassismus äußert sich in dem Verkaufserfolg eines rassistischen Machwerks wie „Deutschland schafft sich ab“ und in den Ergebnissen von repräsentativen Einstellungsbefragungen. Darin waren im Jahr 2010 knapp die Hälfte der Befragten der Überzeugung, dass in Deutschland zu viele Ausländer leben. Und mehr als ein Viertel aller Deutschen sind der Meinung, dass Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden sollte. Mit der konsequenten Verfolgung rassistisch motivierter Straf- und Gewalttaten, der Einrichtung von Zentraldateien oder einem Verbot der NPD ist diesem Alltagsrassismus nicht beizukommen.

„Wir brauchen Maßnahmen, die präventiv wirken und die Bevölkerung sensibilisieren. Dringend erforderlich ist zudem eine breite öffentliche Debatte über die verschiedenen Dimensionen und Erscheinungsformen von Rassismus“, so Micksch weiter.  
Die Internationalen Wochen gegen Rassismus sind hierfür ein guter und seit Jahren etablierter Anlass. Über 1000 Veranstaltungen in mehr als dreihundert Städten und Gemeinden in diesem Jahr belegen das. Zur Vorbereitung auf die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2012 hat der Interkulturelle Rat ein 60-seitiges Materialheft sowie Anregungen und Vorschläge zur Durchführung von Veranstaltungen und weitere Mobilisierungsmaterialen erarbeitet. Die Materialien können bei der Geschäftsstelle des Interkulturellen Rates angefordert oder im Internet heruntergeladen werden.

Micksch wies darauf hin, dass die Zukunft der Internationalen Wochen gegen Rassismus über 2012 hinaus akut bedroht ist, weil Anträge auf staatliche Förderung des Projekts abgelehnt worden seien: „Politisch Verantwortliche erklären angesichts der aktuellen Situation, dass mehr gegen Terrorismus und Rassismus getan werden muss – und gleichzeitig wird eine erfolgreiche Arbeit gegen Rassismus und Rechtsextremismus nicht mehr gefördert.“

Bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus handelt es sich um einen Auftrag der Vereinten Nationen an ihre Mitgliedstaaten. „Dass sich der Staat aus der Finanzierung dieser Aufgabe herauszieht, während zivilgesellschaftliche Einrichtungen und Unternehmen zum finanziellen Engagement bereit sind, ist ebenso beschämend wie bezeichnend“, so Micksch abschließend.

Weitere Infos:  www.internationale-wochen-gegen-rassismus.de

Quelle: dsj-Newsletter

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