Sie sind hier: Startseite  Im Fokus

Im Fokus / Jugendsozialarbeit

„entkoppelt“ – Ausstellung macht auf Jugendobdachlosigkeit aufmerksam

Ein Mann mit Rucksack schaut sich das großformatige Portrait eines jungen Menschens an
Bild: © Deutsche Bahn Stiftung / EVENTPRESS, Sascha Radke Die Deutsche Bahn Stiftung zeigt mit Wanderausstellung „ entkoppelt“ eindrucksvolle Foto-Porträts von jungen Menschen und ihrem Leben auf der Straße.

In Deutschland sind tausende Jugendliche wohnungslos und wachsen auf der Straße auf – ohne Eltern, ohne Schule oder Job. Die Deutsche Bahn Stiftung gibt diesen Menschen mit ihrer Ausstellung „entkoppelt“ Stimme und Gesicht. Junge Menschen berichten aus eigener Erfahrung vom Leben auf der Straße. Wann sie an den Punkt kamen, es alleine schaffen zu wollen. Wie sie die Kraft dazu fanden. Wo sie sich Hilfe organisierten. Wie sie sich neue Chancen erarbeiten. Wovon sie träumen. Nach einer mehr als einjährigen Tour durch über einem Dutzend Bahnhöfen in Deutschland findet die Ausstellung nun ihren Abschluss im DB Museum in Nürnberg. Dort wird sie bis zum 7. Juni 2020 zu sehen sein.

Fotografien machen emotional auf Jugendobdachlosigkeit aufmerksam

Die außergewöhnliche Schau zeigt auf 300 Quadratmetern Ausstellungsfläche 20 beeindruckende Foto-Porträts und persönliche Erlebnisberichte der jungen Menschen über ihr Leben auf der Straße.

Das Besondere: Über eine multimediale Videoinstallation erhalten die Besucherinnen und Besucher weitere Einblicke und zusätzliche Informationen in Bild und Ton, die so auf der Wanderausstellung noch nicht zu sehen waren.

Initiiert durch die Deutsche Bahn Stiftung haben der Fotograf Mauricio Bustamante und die Autorin Annabel Trautwein im Sommer 2018 zahlreiche Jugendliche besucht und begleitet. So entstanden die eindrucksvollen Porträts der jungen Menschen. Die Ausstellung wird von Claudia Rösler von der Deutsche Bahn Stiftung kuratiert.

In fünfzehn Monaten durch ganz Deutschland

Nachdem „entkoppelt“ im November 2018 von Dr. Richard Lutz, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bahn und Beiratsvorsitzender der Deutsche Bahn Stiftung, im Berliner Hauptbahnhof eröffnet wurde, war die Wanderausstellung ab Januar 2019 an insgesamt über einem Dutzend der größten deutschen Bahnhöfe zu sehen und lockte zahlreiche Interessierte an. Nach dem Ende der Bahnhofstour im Hauptbahnhof in Dresden bildet das DB Museum in Nürnberg bis Juni 2020 nun den würdigen Rahmen für die erfolgreiche Ausstellung.

Über die Künstler

Mauricio Bustamante (*1966) lebt in Hamburg und arbeitet weltweit als freier Fotojournalist und Dokumentarfotograf. Er bildet soziale Themen wie Armut und Ausgrenzung ab und zeigt sie von ihrer menschlichen Seite. Als freier Fotograf arbeitet er für verschiedene Medien, etwa für den SPIEGEL, DIE ZEIT, 11 FREUNDE und das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt.

Annabel Trautwein (*1983) lebt und arbeitet in Hamburg als freie Journalistin für sozialpolitische Themen. Sie interessiert sich für Menschen am Rande der Gesellschaft und sucht Lösungen für ein faires Zusammenleben. Sie hat Kultur- und Religionswissenschaft, Geschichte und Soziologie in Bremen und Avignon studiert. Sie schreibt u.a. für DIE ZEIT und das Straßenmagazin Hinz&Kunzt.

Über die Deutsche Bahn Stiftung

Anschluss sichern. Verbindungen schaffen. Weichen stellen: Die Deutsche Bahn Stiftung gGmbH bündelt unter diesem Leitsatz das gemeinnützige Engagement des DB-Konzerns und knüpft damit an die Tradition der Hilfe und Verantwortung an, wie Eisenbahner sie seit jeher leben. Sie verbindet dabei Eisenbahngeschichte mit Weichenstellungen für die Zukunft. Sie betreibt das DB Museum, setzt sich für die Integration von Menschen am Rande der Gesellschaft ein, schafft nachhaltige Bildungsangebote und fördert ehrenamtliches Engagement.

Das DB Museum

Bereits im Jahr 1882 als eisenbahntechnische Sammlung gegründet, ist das DB Museum heute das älteste Eisenbahnmuseum der Welt. Unter dem Dach der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH hält es die deutsche Eisenbahngeschichte aller Epochen lebendig. Über 200.000 Gäste aus der ganzen Welt besuchen jedes Jahr das Stammhaus des DB Museums in Nürnberg und die beiden Schaudepots in Koblenz und in Halle (Saale). Das DB Museum wird unterstützt durch ehrenamtliche  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftungsfamilie BSW & EWH.

Quelle: Deutsche Bahn Stiftung gGmbH vom 31.01.2020

Info-Pool